Lebensdaten
1904 bis 1978
Geburtsort
Apenrade (Nordschleswig)
Sterbeort
Lübeck
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe ; Bischof von Lübeck
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 120576562 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meyer, Heinrich
  • Meyer, Bischof
  • Meyer, Heinrich Johann
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Orte

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Zitierweise

Meyer, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120576562.html [17.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V August (1871–1933), Oberpostamtmann, S d. Heinrich Ludwig Wilhelm (1837–1911) aus Masendorf b. Uelzen, Armenanstaltsökonom in Horst, u. d. Catharina Stammerjohann (1838–1907) aus Hörnerkirchen b. Elmshorn;
    M Marie (* 1880), T d. Johann Nicolaus Schmidt (1839–94), Hufschmied in Heide, u. d. Johanna Christina Hansen (1846–1920);
    Kiel 1929 Sophie (1902–82), T d. Bürovorstehers Friedrich Hansen in Kiel;
    7 K (3 früh †).

  • Leben

    Nach dem Studium der Theologie, Philosophie und Geschichte sowie der Mathematik in Tübingen (1923/24), Berlin (1924) und Kiel (1924–28) erfolgten dort 1929 das 1. und 2. theologische Examen, die Ordination und die Promotion zum Lic. theol. Seit 1930 wirkte M. im Auftrag der Schleswig-Holstein. Ev.-Luth. Missionsgesellschaft zu Breklum (sog. Breklumer Mission) als Missionar der Jeypore Evangelical Lutheran Church in Orissa (Indien), und zwar seit 1934 in Personalunion als Präsident der Kirche und Leiter ihres theologischen Seminars in Kotpad sowie als Superintendent der Mission. Während seines Heimaturlaubs 1937/38 beteiligte er sich an der Erstellung einer „Lebensordnung“ der Bekennenden Kirche. 1942-46 war M. im Lager Satara/Bombay interniert, wo er das Lagergymnasium leitete.

    1951 kehrte M. nach Breklum zurück und habilitierte sich im selben Jahr in Heidelberg, wo er bis 1954 über Missionswissenschaft und Religionsgeschichte, aber auch über das Neue Testament las. 1953 wurde er als Nachfolger Walter Freytags als Hanseatischer Missionsdirektor nach Hamburg berufen; zugleich erhielt er eine Honorarprofessur an der Theol. Fakultät der Univ. Hamburg. Mit und neben Freytag engagierte er sich beim Aufbau der Missionsakademie an der Universität. 1956 wurde M. zum Bischof der Ev.-Luth. Kirche Lübecks gewählt (emeritiert 1972).

    Entschlossen nutzte er den Freiraum des leitenden Amtes in einer mittelgroßen Kirche, um Leitvorstellungen von verfaßter Großkirche und „freier“, vereinsmäßig organisierter Mission, wie sie wenig später auf der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Neu-Delhi ihren Niederschlag fanden, zu verwirklichen. Er brachte seine Kirche dem Konzept der „überschaubaren Gemeinde erheblich näher und richtete Planstellen für pastorale und entwicklungspolitische Mitarbeit in der überseeischen Christenheit im kirchlichen Haushalt selbst ein. Mit der Einrichtung von Missionsbeiräten als Foren zur Klärung der missionarischen und ökumenischen Verantwortung der Lokalgemeinde wie der Regionalkirche wies er Wege für spätere nordelbische Entwicklungen. Aufgrund seiner Erfahrungen in Indien war er einer der ersten und konsequentesten Befürworter der Frauenordination im deutschen Luthertum. Schwerpunkte seines internationalen Wirkens waren die Mitarbeit in der Kommission für Weltmission und Evangelisation des Luth. Weltbundes (Vorsitz 1957–65), in der er sich um die Ablösung veralteter Missionsstrukturen bemühte, und seine Tätigkeit im Rundfunkdienst des Luth. Welthundes, wo er sich nachhaltig für das Recht kirchlichen Entwicklungsdienstes einsetzte. Entsprechend verfocht M. regionalkirchlich die Integration der „Breklumer Mission“ und anderer Gruppierungen mit dem ökumenischen Engagement der nordelbischen Regionalkirchen in das Nordeibische Zentrum für Weltmission und kirchlichen Weltdienst als dem Missionswerk der zu konstituierenden Nordeibischen Kirche. Sein akademisches Lehramt hat M. auch als Bischof wahrgenommen. Akademische Interessen hatte er vor allem an einer theologisch fundierten Aufarbeitung der Missionsgeschichte, der Rassenproblematik, an Problemen der Kirchwerdung vor allem in Asien und Afrika, schließlich an der Synkretismusproblematik und an deren Korrelat, der Frage nach Bekenntnisbildung und -bindung in der Christenheit der Dritten Welt.|

  • Auszeichnungen

    D. D. (Augustana College, South Dakota, 1954); D. theol. (Kiel 1957).

  • Werke

    Die mandäische Lehro vom göttl. Gesandten mit e. Ausblick auf ihr Verhältnis z. johanneischen Christologie, Diss. Kiel 1929 (Teildr. 1929);
    Bekenntnisbindung u. Bekenntnisbildung in jungen Kirchen, 1953 (Habil.schr);
    Wir lieben Indien (Hrsg.), 1963 (W-Verz., Würdigung);
    Ein Bischof als Missionar – Theologe – Prediger, Aufsätze, Vorträge u. Predigten, hrsg. v. K. Gruhn, R. Hummel u. O. Waack, 1974 (W-Verz.).

  • Literatur

    Wi. 1958–73.

  • Autor/in

    Theodor Ahrens
  • Empfohlene Zitierweise

    Ahrens, Theodor, "Meyer, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 349 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120576562.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA