Lebensdaten
1781 bis 1851
Geburtsort
Brüssel
Sterbeort
Prag
Beruf/Funktion
Nationalökonom
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 117160636 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Longueval von Bucquoi, Georg Franz August
  • Longueval, Georg Franz August von
  • Bucquoi, Georg Franz August Graf von
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Bucquoi, Georg Franz August Graf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117160636.html [20.02.2019].

CC0

  • Leben

    Bucquoi: Georg Franz August v. Longueval, Graf v. B., Freiherr de Vaux, Nationalökonom, geb. zu Brüssel 7. Sept. 1781, 19. April 1851 zu Prag, bildete sich in der theresianischen Ritterakademie zu Wien und an der Prager Hochschule höchst vielseitig in Geschichte und Staatswissenschaften, wie nicht minder in Mathematik und Naturwissenschaften aus, übernahm im Alter von 22 Jahren die großen Fideicommißgüter seines Oheims in Böhmen, führte auf denselben manche Verbesserungen des Maschinenwesens, der Glastechnik etc. durch; betheiligte sich 1848 an dem Juniaufstande in Prag als eines der Häupter der tschechischen Adelspartei, wurde nach der Uebergabe Prags verhaftet, auf dem Hradschin einen Monat lang gefangen gehalten; mußte nach seiner Freilassung Prag verlassen und hielt sich von da an in seinem Schlosse Rothenhaus auf. Sein Hauptwerk ist die „Theorie der Nationalwirthschaft nach einem neuen Plan und mehreren eigenen Ansichten", 1815. Dazu drei Nachträge: „Das nationalwirthschaftliche Prinzip oder was zuletzt alle nationalwirthschaftlichen Anstalten bezwecken müssen", 1816. — „Erläuterung einiger eigner Ansichten aus der Theorie der Nationalwirthschaft“, 1817. — „Begründung des Begriffs vom reellen Werthe in nationalwirthschaftlicher Hinsicht, nebst einer Theorie des Steuerwesens und Technologischem“, 1819. — B. Zeigt sich in diesen Schriften als ein selbständig denkender Nachfolger von A. Smith und legt besonders scharf die Unrichtigkeit des Mercantilismus dar, indem er mehr in dem richtigen Verhältnisse und in der Regulirung der productiven Arbeiten und der Consumtion als in abstractem Plus der Production (der sog. Handelsbilanz) das wahre Gedeihen des Volkswohlstandes sieht. Gegner Ricardo's in der Frage nach der vorwiegenden Bedeutung des Reinertrags, schließt er sich an Malthus sowol hier als auch hinsichtlich der Bemühungen nach einem coulanten Preismaß an, wozu ihm seine Vorliebe für algebraische Formeln und mathematische Deductionen in der Nationalökonomie ganz besondere Anregung gegeben haben mag. — Als Großgrundbesitzer sind seine Ansichten über Grundbesitz wichtig; er befürwortet die Kleinwirthschaft im Landbau, handelt von den wirthschaftlichen Grenzen intensiver Bodencultur und schlägt die Ausgabe eines auf das staatliche Grundeigenthum fundirten (Papier-)Geldes vor.

    • Literatur

      Archiv f. Geschichte, Statistik etc., Wien 1824, Nr. 95—97. — Deutsche Jahrb. f. Wissenschaft und Kunst, 1841. — Wurzbach II. 209.

  • Autor/in

    v. Inama.
  • Empfohlene Zitierweise

    Inama von Sternegg, Theodor, "Bucquoi, Georg Franz August Graf von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 496-497 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117160636.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA