Lebensdaten
1883 bis 1952
Geburtsort
Clerf (Clervaux, Luxemburg)
Sterbeort
Luxemburg
Beruf/Funktion
Stahlindustrieller ; Eisenhüttenmann
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 128811668 | OGND | VIAF: 40438631
Namensvarianten
  • Meyer, Aloyse
  • Meyer, Aloys

Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Meyer, Aloyse, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128811668.html [09.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Peter (1846–1908), Gerbereibes. aus C.;
    M Marie-Anne (1851–86) aus Burgreuland (Belgien), T d. Théodore Henri Ignace de Dhaem (1809–58) aus St. Vith/Ourthe (Eifel, Belgien) u. d. Anne Marie Claire Servais (1815–1902);
    Luxemburg 1908 Eugénie (1884–1959), T d. Joseph Heintz (1848–1912) u. d. Marie Michaélis (1852–1919), beide in L.;
    3 S, 1 T, u. a. Francis (* 1911), Dir. d. ARBED-Werks in Düdelingen 1948–57.

  • Leben

    Nach dem Besuch der TH Aachen 1899-1903 begann M. seinen Berufsweg im Alter von nur 20 Jahren als Diplom-Ingenieur im Konstruktionsbüro bei der Société des Hauts Fourneaux et Forges de Dudelange. Drei Monate später erhielt er die Gelegenheit, als Hochofenassistent seine hüttentechnische Ausbildung in der Praxis zu erproben. Nach nicht einmal drei Jahren wurde ihm die Leitung des Hochofenbetriebs übertragen. 1912 – nachdem im Jahr zuvor die Hüttenwerke in Burbach, Eich und Düdelingen zum Konzern der Aciéries Réunies de Burbach-Eich-Dudelange (ARBED) zusammengeschlossen worden waren – wurde er zum Werksdirektor der Abteilung Düdelingen ernannt. 1918 erfolgte seine Berufung zum technischen Direktor und 1920 die Bestellung zum Generaldirektor in die Zentralverwaltung der ARBED in Luxemburg (Stadt). Nach dem Tod von Gaston Barbanson trat er im April 1947 dessen Nachfolge im Vorsitz des Aufsichtsrats an.

    Den raschen Aufstieg zu einem der Großen des bis in seine Zeit für das Ghzgt. Luxemburg wichtigsten Wirtschaftszweigs verdankt M. seiner fachlichen Begabung, seinem rastlosen Arbeitseinsatz und seinem sicheren Gespür für notwendige Entscheidungen, die ihm in großem Umfang in technischen, wirtschaftlichen und sozialen Fragen abverlangt wurden. Besonders schwierig waren die Kriegszeiten; im 2. Weltkrieg wurde er zeitweilig an der Ausübung seiner Ämter gehindert. Seine beiden Vorgänger, Emil Mayrisch|und Gaston Barbanson, hatten den ARBED-Konzern durch den Erwerb von Werken in den angrenzenden Staaten horizontal und vertikal abgerundet. In Deutschland waren der Eschweiler Bergwerks-Verein als Interessengemeinschaft, das Kabelwerk Felten & Guilleaume Carlswerk AG in Köln-Mülheim und die Brohltal AG für Stein- und Tonindustrie als Beteiligungsgesellschaften in den Einflußbereich der ARBED gelangt. Die gemeinsam mit der Société Métallurgique des Terres Rouges gegründete zentrale Verkaufsgesellschaft Comptoir Métallurgique Luxembourgeois „Columeta“ war für die weitere Entwicklung von großer Bedeutung. M. dehnte das Konzerngeflecht von Belgien bis Brasilien, Argentinien und Südafrika aus. In den Aufsichtsgremien von 23 Gesellschaften hatte er Sitz und Stimme.

    Im Verbandswesen trat M. bei der Gründung der Internationalen Rohstahlgemeinschaft im Jahre 1926 hervor. Nachdem deren erster Präsident Emil Mayrisch tödlich verunglückt war, übernahm er 1928 den Vorsitz der Gemeinschaft. Auf technischem Gebiet bereitete er im lothring.-luxemburg. Becken den Weg für den Bau moderner Hochöfen und erweiterte das Erzeugungsprogramm in Düdelingen um den Kesselbau (Abteilung „Greisendall“ mit den zugehörigen Blechwalzwerken). Er gliederte die Betriebe um Esch neu und erneuerte von Grund auf die Anlagen des Werks Burbach. Er war Vorsitzender des Groupement des Industries Sidérurgiques Luxembourgeoises, Aufsichtsratsvorsitzender der Luxemburg. Börsengesellschaft, Präsident der Luxemburg. Handelskammer und Ehren-Vizepräsident des British Iron and Steel Institute.

    Wenige Wochen nach seinem Tod wurde die Montanunion (Schuman- bzw. Monnet-Plan) in Kraft gesetzt. Bereits im Vorfeld der Beratungen hatte M. Konsequenzen für die luxemburg. Stahlindustrie angemahnt. Seiner Heimatgemeinde in den luxemburg. Ardennen blieb M. zeitlebens eng verbunden. Mit Zuwendungen förderte er dort Maßnahmen zur Freizeitgestaltung und den Tourismus.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (TH Aachen 1929);
    Goldene Bessemer-Medaille d. British Iron and Steel Institute (1937).

  • Literatur

    A la mémoire d'A. M. (1883-1952), 1953;
    M. u. G. Steffes, Les Industries Minière et Sidérurgique du Luxembourg au fil des années, 1962, S. 109 f.;
    Stahl u. Eisen 72, 1952, S. 732;
    C. Dimmer, Vor 100 J. wurde A. M. in Clerf geboren, in: De Cliärrwer Canton 2, 1983, S. 18-21 (P);
    Wenzel.

  • Portraits

    Gem. (Luxemburg, Palais d'ARBED).

  • Autor/in

    Günter Bauhoff
  • Empfohlene Zitierweise

    Bauhoff, Günter, "Meyer, Aloyse" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 328 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128811668.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA