Lebensdaten
1780 - 1839
Geburtsort
Dresden
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Statistiker
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 138328676 | OGND | VIAF: 89884811
Namensvarianten
  • Metzburg, Johann Nepomuk Freiherr von
  • Metzburg, Johann Nepomuk von
  • Metzburg, Jan Nepomuk

Porträt(nachweise)

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Zitierweise

Metzburg, Johann Nepomuk Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138328676.html [19.05.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Franz Leopold (1746–89), österr. Diplomat, S d. Christoph Augustin (1704–57), Landrechtssekr. in Graz, u. d. Maria Katharina v. Hitzelberg;
    M Maria Anna ( 1785), T d. Franz Anton Rr. v. Raab (1722–83), Dr. iur., Hofrat d. Hofkanzlei u. Wechselgerichtspräs. in Triest, u. d. Maria Antonia v. Fraydenegg u. Monzello;
    Ov Georg Ignaz (1735–98), Jesuit, Mathematiker, Gottfried (1738–97), Jesuit, Lehrer d. Beredsamkeit am Lyceum in Klagenfurt (beide s. Wurzbach 18);
    Om Franz Philipp Rr. v. Raab (1760–1831), Gubernialrat u. Kreishptm. in Sambor (Galizien);
    1805 Antonia Wedowska;
    3 S, 2 T, u. a. Johann (1815–89), Hofrat, Vizepräs. d. mähr. Statthalterei; Emilie (1807–56, Ferdinand Gf. v. Colloredo-Mansfeld, 1777–1848, s. NDB III).

  • Leben

    M. verbrachte seine Jugend in Dresden, Bukarest, Jassy/Moldau, Czernowitz und Wien, wo er mit neun Jahren in die Obhut seines Onkels, eines angesehenen Mathematikers kam. Nach dem Besuch der Theresianischen Ritterakademie studierte er an der Univ. Wien Jura und schlug 1802 die politische Beamtenlaufbahn ein. Mit 22 Jahren war er bereits Staatsratsoffizial, wurde 1804 Gubernialsekretär in Lemberg, kam 1806 als Vizekreishauptmann nach Krakau, kehrte 1808 als Gubernialrat nach Lemberg zurück und wurde wenig später zum Kreishauptmann von Zołkiew ernannt. Im Feldzug von 1813 begleitete er als österr. Landeskommissär die Armee Schwarzenbergs. Nach dem Friedensschluß 1815 wurde er zum Beisitzer in der Zentralorganisierungs-Hofkommission der ital. Provinzen in Wien mit dem Titel eines Hofrats ernannt. Mit der Errichtung des lombard.-venetian. Königreichs wechselte er zur k. k. Vereinigten Hofkanzlei, wo er 14 Jahre lang wirkte. Seit 1828 war er Vizepräsident des Generalrechnungsdirektoriums.

    1829 übernahm M., der sich bereits vorher als Mitarbeiter A. M. v. Baldaccis bei der Ausarbeitung von Statistiken großes Ansehen erworben hatte, für das neugegründete Statistische Büro die Ausarbeitung von Plänen zur Herausgabe eines die Gesamtmonarchie umfassenden, auf den Provinzialstatistiken fußenden Werkes von statistischen Tafeln, wobei er gleichzeitig ein erläuterndes offizielles Handbuch hierzu herauszubringen gedachte. Der Kaiser genehmigte sein Vorhaben unter dem Vorbehalt einer weitgehenden Geheimhaltung. Es durften nur insgesamt 100 Exemplare dieser Tafeln hergestellt werden, die ausschließlich 70 höheren Verwaltungsbehörden zugänglich sein sollten, und auch diese enthielten mehrere auf finanziellen und militärischen Erhebungen beruhende Darstellungen nicht. Solche Informationen blieben wenigen dafür zuständigen höchsten Regierungsbeamten vorbehalten, wobei die entsprechenden Exemplare in rotes Leder gebunden waren. Das begleitende „Handbuch der österr. Statistik“ durfte zwar 1830/31 erscheinen, aber die geplanten Ergänzungen zu vielen Tafeln nicht bringen. Dieses Verbot|wurde auch 1840 bei einer geplanten Neuauflage wiederholt, doch durften die Tafeln seit 1841 im Druck frei veröffentlicht werden. Erst Ende April 1829 konnte mit der Ausarbeitung der Tafeln auf Grund der Unterlagen der Hof- sowie der 15 Provinzialbuchhaltungen begonnen werden, aber noch vor Jahresende erschien der erste „Versuch einer Darstellung der österr.-ungar. Monarchie in statistischen Tafeln für das Jahr 1828“. Für diese Arbeiten standen M. zunächst nur zwei, später vier Mitarbeiter zur Verfügung.

    Das Werk ist in vier Hauptabschnitte gegliedert, die sich mit dem Lande, seinen Bewohnern, der Staatsverfassung und -verwaltung sowie mit der Kultur (Sanitäts-, Straßen-, Bildungs- und Unterrichtswesen, Landwirtschaft, Bergbau, Handel und Industrie) beschäftigen. In einem 5. Abschnitt werden jeweils Provinzialausweise der interessantesten Materien mit einer Übersichtskarte des Kronlandes geboten. In einem Anhang finden sich Bankinstitute, Sparkassen, Feuerversicherungsanstalten, Marktdurchschnittspreise, der Zinsertrag der Wiener Häuser, Städte mit mehr als 2000 Einwohnern, eine statistische Übersicht von Europa sowie ein Notizblatt für vergleichende internationale Statistik. So weit wie möglich werden auch retrospektive Übersichten geboten, die im allgemeinen bis 1818 zurückgehen, bei der Bevölkerungsentwicklung bis 1792, bei den Staatseinnahmen und -ausgaben bis 1781, beim Tabakgefälle bis 1670, beim Briefpostgefälle bis 1769, bei den Marktpreisen bis 1775, bei den Wohnungszinsen bis 1796. Das „Handbuch“ enthält 125 Karten und Tabellen.|

  • Auszeichnungen

    M. wurde 1836 zum Präsidenten einer neugebildeten Armeerechnungs-Hofkommission ernannt, behielt aber auch weiter die Leitung der amtlichen Statistik.

  • Werke

    Hdb. d. österr. Statistik, 2 Bde., 1831;
    Versuch e. Darst. d. österr.-ungar. Monarchie in Tafeln, 1829 ff.

  • Literatur

    Denkschr. d. k. k. Statist. Zentralkomm. z. Feier d. 50j. Bestandes, 1913, S. 44 (P);
    W. F. Exner, Btrr. z. Gesch. d. Gewerbe u. Erfindungen Österreichs v. d. Mitte d. 18. Jh. bis z. Gegenwart II, S. 243;
    Kosch, Kath. Dtld.;
    Wurzbach 18;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Gustav Otruba
  • Empfohlene Zitierweise

    Otruba, Gustav, "Metzburg, Johann Nepomuk Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 250 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138328676.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA