Lebensdaten
1824 – 1889
Geburtsort
Hüttenweiler bei Neuravensburg (Württemberg)
Sterbeort
Bonlanden bei Biberach/Riß (Württemberg)
Beruf/Funktion
katholischer Theologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 101228820X | OGND | VIAF: 67464569
Namensvarianten
  • Mennel, Faustinus
  • Mennel, F.
  • Mennel, Faustin
  • mehr

Quellen(nachweise)

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Mennel, Faustinus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd101228820X.html [13.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    Die Fam. kam aus d. Schwäb. Allgäu u. bewohnte seit d. 17. Jh. den „Metzgerhof“ in H.;
    V Johann Alois (1764–1824), Bauer, Metzgermeister u. Vieharzt in H., S d. Anton (1725–94) u. d. Anna Linggenhöhl (1734–1814) aus Hergensweiler;
    M Anna Maria (1779–1824), T d. Johann Gallus Mennel (1752–1813) aus H. u. d. Margaretha Fricker (1754–1820) aus Bettensweiler b. Neuravensburg; 7 ältere Geschw (2 früh †), u. a. Georg (1812–92), Pfarrer in Ottenbach b. Göppingen, später in B.; nach d. Tod d. Eltern wuchs M. bei seinen Taufpaten Gebhard Behler (1776–1843) aus Dabetsweiler u. dessen Ehefrau Franziska Mennel (1768–1836), Schw v. Johann Alois, auf.

  • Biographie

    Seit 1835 besuchte M. die Lateinschule in Wangen, seit 1838 das Untergymnasium in Rottweil. Nach bestandenem Landexamen erhielt er im Herbst 1838 einen Platz im Konvikt Ehingen/Donau. 1842-46 studierte er kath. Theologie in Tübingen, 1846/47 war er am Priesterseminar in Rottenburg/Neckar. Nach der Priesterweihe 1847 feierte er Primiz in Ottenbach b. Göppingen, der Pfarrei seines Bruders Georg, der als Anhänger einer ultramontanen, oppositionellen Klerusgruppe der Diözese Rottenburg großen Einfluß auf den jüngeren Bruder ausübte. 1848 veröffentlichte er in Rottweil, wo er Repetent am Konvikt war, das Betrachtungsbuch „Der Heilige Aloysius als Vorbild und Patron der christlichen Jugend“, das 37 Auflagen erlebte. Nach vergeblichen Eingaben um eine ständige Pfarrstelle wurde er 1853 Pfarrverweser in Erolzheim. Von dort aus gründete er nach vielen Schwierigkeiten von staatlicher und kirchlicher Seite 1854 die „Kongregation der Franziskanerinnen von der Unbefleckten Empfängnis Mariens“ im nahen Bonlanden, die sich der Bildung junger Mädchen widmen sollten. 1856 zog er nach Bonlanden in die „Erziehungs- und Versorgungsanstalt“, in der im selben Jahr die ersten zwei Ordensfrauen eingekleidet wurden. 1859 erhielt er vom Bischof von Rottenburg die provisorische Genehmigung seines Instituts, 1860 umfaßte es bereits 10 Ordensfrauen, 12 Terziarinnen und 23 Zöglinge. 1875-81 litt die Einrichtung unter den Folgen der Kulturkampfgesetze, welche eine Erweiterung der Mitgliederzahl verhinderten. Im Todesjahr M.s lebten in dem immer größer werdenden Institut immerhin 43 Ordensfrauen, 36 Terziarinnen und 78 Zöglinge.

    M. hat ein Werk geschaffen, das bis heute seine Spuren trägt und von seinen geistigen Grundlagen lebt. Seine ländliche Herkunft kam ihm bei der Schaffung eines modernen, der Selbstversorgung dienenden Wirtschaftsbetriebes zugute. Hunderte von weiblichen Zöglingen erhielten in einem differenzierten Schulsystem gegen geringes Entgelt oder durch Freiplätze eine Ausbildung mit dem Ziel: Einübung ins Leben mit den Schwerpunkten Volksfrömmigkeit und Ausbildung für die Familie.

    Die Einrichtung zählte 100 Jahre nach des Stifters Tod in Deutschland, Argentinien, Brasilien, Paraguay und den USA 365 Schwestern, 41 % davon stammten aus Deutschland, 59 % aus den Ländern in Übersee. Die Verantwortlichen entschieden 1926, das bislang nur auf die Diözese Rottenburg (Riedlingen, Hürbel, Ulm, Bad Buchau, Obertalheim und Schwenningen) beschränkte Werk auch in Argentinien, Brasilien und USA tätig werden zu lassen. Bedingt durch den Schwesternmangel der letzten Jahrzehnte, mußten einige Einrichtungen in der Heimat und in den USA wieder aufgegeben werden. Das Schwergewicht der Tätigkeit hat sich nach dem 2. Weltkrieg mit derselben Zielsetzung nach Argentinien und Brasilien verlagert.

  • Literatur

    P. Kopf, F. M., Leben u. Wirken (1824–1889), Zum 100. Todestag d. Gründers d. Kongregation am 17. Juni 1989, in: Rottenburger Jb. f. KG 8, 1989, S. 49-77 (auch als selbständ. Veröff.) (P);
    ders., Die Franziskanerinnen v. Bonlanden – Licht u. Schatten, 1992.

  • Autor/in

    Paul Kopf
  • Zitierweise

    Kopf, Paul, "Mennel, Faustinus" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 83 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd101228820X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA