Lebensdaten
1860 - 1931
Geburtsort
Bonn
Sterbeort
Göttingen
Beruf/Funktion
Pathologe
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 116073527 | OGND | VIAF: 90680775
Namensvarianten
  • Kaufmann, Eduard
  • Kaufmann, Ed.
  • Kaufmann, Edoardo
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Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Kaufmann, Eduard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116073527.html [16.05.2021].

CC0

  • Genealogie

    Aus alter rhein. Beamten- u. Juristenfam.;
    V Leopold (1821–98), Oberbgm. v. B. 1851-75 (wegen seiner kath. Gesinnung wurde er im Kulturkampf v. d. preuß. Regierung - trotz einstimmiger Wiederwahl - nicht weiter als Oberbgm. bestätigt), 1876 Mitbegründer u. erster Gen.sekr. d. Görres-Ges., 1861-75 Mitgl. d. preuß. Herrenhauses u. 1876-88 d. Abgeordnetenhauses (Zentrum), Kulturhistoriker (s. L), S d. Franz (1787–1823), Bgm. v. Antweiler u. Adendorf b. Bonn, Lit.historiker, u. d. Josephine v. Pelzer, beide aus alten Rats- u. Beamtenfam.;
    M Elisabeth (1833- n. 1909), T d. Großkaufm. (Tuche u. Wolle) Peter Michels (1801–70) in Köln u. d. Constanze van Hallen aus Maastricht;
    Urur-Gvv Peter Joseph ( 1761), Bgm. v. B., verdient um d. Wohltätigkeitsanstalten;
    Ur-Gvv Matthias ( 1811), Hofkammerrat u. Schöffenbgm. in B., Joh. Tilman v. Peltzer (1739–98), kurköln. WGR, Oberappellations-, Revisions-, Kriegs- u. Schulrat (s. ADB 25);
    Ov Alexander (1817–93, Mathilde Binder, 1835–1901, Dichterin, Ps. Amara George, s. L), Dr. phil., seit 1850 Archivrat d. Fürsten v. Löwenstein in Wertheim, Kulturhistoriker, Dichter (s. L);
    Tante-v Julia ( Joh. Hermann Hüffer, 1855, Politiker, Verlagsbuchhändler, s. NDB IX);
    B Paul (s. 2), Franz Alexander ( 1932), Mitgl. d. preuß. Landtags;
    Schw Constanze ( Ludwig Frhr. v. Pastor, 1854–1928, Prof. d. Gesch. in Innsbruck, österr. Gesandter beim Vatikan);
    Vt Robert Michels (1876–1936), Prof. d. Nat.ök. in Köln (s. L), Karl Joseph (1865–1945), Historiker, Archivdir. in Danzig (s. Altpr. Biogr. III);
    - Köln 1891 Bella, T d. Oberforstmeisters Hermann Lenders in Köln u. d. Isabella Freusberg;
    1 T (früh †);
    N Carl (* 1900), Prof. d. Gynäkol. in Köln.

  • Leben

    Ursprünglich wollte K. Kunstgeschichte studieren, entschloß sich dann jedoch zum Medizinstudium, das er in Bonn, Berlin und wieder Bonn absolvierte. Nach dem Bonner Pathologen K. Koester war F. D. von Recklinghausen in Straßburg für kurze Zeit sein Lehrer, bevor K. 1885 zu E. Ponfick nach Breslau ging. Dort habilitierte er sich 1888 für pathologische Anatomie. 1897 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt und folgte ein Jahr später einem Ruf als ordentlicher Professor und Direktor des pathologischen Instituts nach Basel. 1907 ging er in gleicher Eigenschaft nach Göttingen, wo er den Lehrstuhl für pathologische Anatomie bis 1928 innehatte. – Das Gebiet der Geschwulstforschung hat K. mit besonderer Vorliebe gepflegt. Bereits seine Bonner Dissertation über „Enkatarrhaphie von Epithel“ war eine experimentelle Arbeit aus diesem Gebiet. 1889 hielt er als einer der ersten in Deutschland einen Kursus der histologischen Geschwulstdiagnostik, den er während seiner ganzen Lehrtätigkeit immer wiederholte. Seine Habilitationsschrift (1888) über Sublimatvergiftung und seine Monographie über die von ihm in ihrem Wesen richtig erkannte und auf seinen Vorschlag hin so benannte „Chondrodystrophia fetalis“ (1892) brachten K. wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit Rudolf Virchow ein, die K. durch experimentellen Beweis beide für sich entscheiden konnte. – K.s Lebenswerk war sein „Lehrbuch der speziellen pathologischen Anatomie“, das von 1896-1931 in insgesamt 10 Auflagen erschien und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. In Ärzte- und Medizinstudentenkreisen einfach als „das Buch“ bezeichnet, galt es über drei Jahrzehnte hinweg als das Lehrbuch seines Faches, das über alles Wesentliche Auskunft geben konnte und mit einer unerschöpflichen Fülle von Literaturangaben (über 3 000) versehen war. Fast alle Zeichnungen hat K. selbst angefertigt. Das Lehrbuch bot eine klare Darstellung der Beziehungen zwischen den Krankheitssymptomen und dem anatomischen Substrat und gab zahlreiche wertvolle Hinweise auf die praktische Medizin. Überhaupt war es K.s ständiges Bemühen, die pathologische Anatomie immer in enger Anlehnung an die praktische Medizin zu betreiben, wie er es auch verstand, sein Fach als Grundlage des klinischen Denkens zu lehren. Er schuf die Basis für eine enge Zusammenarbeit der pathologischen Anatomie mit der Klinik.

  • Werke

    Weitere W u. a. Über Enkatarrhaphie v. Epithel, Experimenteller Btr. z. Lehre v. d. Entstehung d. Geschwülste, Diss. Bonn 1884;
    Die Sublimatintoxikation, Habil.schr. Breslau 1888;
    Unterss. üb. d. sog. fötale Rachitis (Chondrodystrophia foetalis), 1892;
    Probleme d. Krebsforschung, Festrede, 1914.

  • Literatur

    R. Hückel, in: Zbl. f. allg. Pathol. 54, 1932, S. 193-95;
    G. B. Gruber, ebd. 60, 1934, Erg. H., S. 309-14 (W);
    R. Maresch, in: Wiener klin. Wschr. 44, 1932, S. 89 f.;
    E. Enderlen, in: Schweizer, med. Wschr. 63, 1933, S. 20 f. (P);
    K. W. Weihe, E. K., e. Bild s. Lebens u. Wirkens, Diss. Göttingen 1945 (W);
    Kürschner, Gel.-Kal. 1931;
    Fischer. - Zu V Leopold:
    ADB 51;
    Franz Kaufmann, Leopold Kaufmann, Oberbgm. v. Bonn, 1903 (P); - zu Ov Alex. Kaufmann:
    ADB 51;
    A. Friese, Zw. Bonn u. Wertheim, in: Wertheimer Jb. 1956. S. 49-54. - zu Mathilde Kaufmann:
    ADB 51;
    Kosch, Lit.-Lex.;
    - zu Vt R. Michels:
    Studi in memoria di R. M., 1937;
    Wi. 1935.

  • Portraits

    in: Gal. hervorragender Ärzte u. Naturforscher, Beil. z. Münchener med. Wschr., 1930, Bl. 444.

  • Autor/in

    Joachim Radke
  • Empfohlene Zitierweise

    Radke, Joachim, "Kaufmann, Eduard" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 345 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116073527.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA