Lebensdaten
1861 bis 1913
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Professor der Physik in München
Konfession
evangelisch,Dissident
Normdaten
GND: 116332247 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ebert, Cäsar Hermann Robert
  • Ebert, H.

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Zitierweise

Ebert, Hermann, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd116332247.html [27.07.2016].

CC0

Ebert, Hermann

Physiker, * 20.6.1861 Leipzig, 12.2.1913 München. (evangelisch, seit 1912 Dissident)

  • Genealogie

    V Viktor Cäsar (1819–78), Kaufm. in Leipzig; M Wilhelmine Schönemann ( 1905); Berlin 1894 Elsbeth (1872–1935), T des Gustav Adolf Mitscherlich (1832–1911), Prof. der Chirurgie in Berlin; 2 T.

  • Leben

    E. studierte von 1881 ab in Leipzig Astronomie bei H. Bruns und Physik bei Gustav Wiedemann. 1886 ging er nach Erlangen, wo er sich kurz nach seiner Promotion habilitierte und, von Studienreisen unterbrochen, 7 Jahre Assistent bei Eilhard Wiedemann, dem Sohne seines früheren Lehrers, war. 1894 wurde er als außerordentlicher Professor der theoretischen Physik nach Leipzig und im gleichen Jahre als ordentlicher Professor der Experimentalphysik nach Kiel berufen. Seit 1898 vertrat er die Experimentalphysik an der TH München. – E.s frühe wissenschaftliche Arbeiten betreffen vor allem die damals rätselhaften Erscheinungen der Spektroskopie und der elektrischen Gasentladungen. Ihre Ergebnisse, jetzt überholt, jedoch einst wertvolle Beiträge zur Entwicklung der Elektronen- und Atomphysik, sind heute noch Beispiele für originelle Fragestellungen auf unbekannten Gebieten und für eine große Experimentierkunst. Aus den Münchner Jahren stammen vor allem die Pionierarbeiten über elektrische Erscheinungen der Atmosphäre, insbesondere über deren Ionengehalt, über das elektrische Erdfeld (beides auch bei Freiballonfahrten und in den Tropen während einer Sonnenfinsternis untersucht) und über die Ausströmung der radioaktiven Emanation aus der Erde und deren Anreicherung. Diese Arbeiten wurden fruchtbar durch originelle Apparatekonstruktionen und die Heranziehung von Schülern auf diesem neu erschlossenen Gebiete. – E. hatte auch andere naturwissenschaftliche Interessen: Sonnenphysik, Mondkrater, Zodiakallicht, atmosphärische Optik, Erdmagnetismus, Geysir, die „Seiches“ der oberbayerischen Seen. Vielen dieser Probleme suchte er durch Modellversuche im Laboratorium näher zu kommen. – Seine Fähigkeit zum Experiment gab E. in literarischer Tätigkeit weiter. Nach der „Anleitung zum Glasblasen“ (1887, 31904) lernte eine ganze Generation von Physikern diese Kunst. E.s „Lehrbuch der Physik“ (I, 1912, 21917, II und III, herausgegeben von C. Heinke mit M. E. Angerer, R. Emden, W. Kossel und A. Sommerfeld, 1920/23), bestimmt für Studierende an den Technischen Hochschulen, ist der Anlage nach ein Muster für die große klassische Experimentalvorlesung. Eigene theoretische und experimentelle Untersuchungen, besonders zur elektromagnetischen Induktion, verarbeitete E. in seinem Buch „Magnetische Kraftfelder“ (1897, erweitert unter dem Titel „Die Theorie des Elektromagnetismus“, = Handbuch der Elektrotechnik, herausgegeben von C. Heinke, I, 3, 1904). – E.s Schaffen fällt in die Zeit des Übergangs zur modernen atomistischen Physik, zu den heutigen experimentellen Mitteln. Er teilt das Geschick mit vielen anderen – das Werk lebt anonym fort in der weiteren Entwicklung seiner Wissenschaft und in den Erfolgen seiner Schüler. – GR, Mitglied der Akademie der Wissenschaften München und Göttingen und der Leopoldina.

  • Literatur

      Geistige Welt, Gal. v. Zeitgenossen …, [um 1905] (P);  S. Günther u. O. Knoblauch, in: Jber. d. TH München, 1912/13 (W);  A. Sommerfeld, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss., 1913;  BJ 18 (Tl. 1913);  Pogg. IV, V.

  • Autor

    Walther Gerlach
  • Empfohlene Zitierweise

    Gerlach, Walther, "Ebert, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 256 f. [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd116332247.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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