Lebensdaten
erwähnt 1515 oder 1540 , gestorben 16. Jahrhundert
Sterbeort
Meßkirch
Beruf/Funktion
Maler ; Zeichner
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 11936929X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Weiß, Josef
  • Weiß, Marx
  • Ziegler, Jörg
  • mehr

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Meister von Meßkirch, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11936929X.html [15.11.2018].

CC0

  • Leben

    Der Name des Meisters ist archivalisch nicht belegbar, es gibt keine Signaturen von ihm. Die bisher vorgenommenen Identifizierungen mit Wilhelm und Jörg Ziegler, Marx und Joseph Weiß konnten nicht aufrechterhalten werden. Den Notnamen verdankt er seinem umfangreichsten und bedeutendsten Werk, dem Hochaltar und den 10 Seitenaltären von St. Martin in Meßkirch, die um 1538 entstanden sind. Die Seitenaltäre zeigen Passionsszenen und einzelne Heilige auf den Flügeln. Das ursprüngliche Ensemble ist nicht mehr erhalten, in Meßkirch befindet sich heute lediglich das Dreikönigsbild des ehemaligen Hochaltars an einem Seitenaltar. Von den 10 Nebenaltären sind 8 Passionsszenen in verschiedenen Sammlungen erhalten, außerdem 32 dazugehörige Flügelbilder; weitere 19 mit einzelnen Heiligen wurden M. von Chr. zu Salm zugewiesen und in ein Schema gebracht, die Zuordnung zu bestimmten Altären ist jedoch nicht möglich. Alle Altarbilder waren infolge des barocken Umbaus der Kirche nach 1773 entfernt worden, sie gelangten in verschiedene Sammlungen und schließlich z. T. in den Kunsthandel.

    Den Auftrag zu diesem umfangreichen Werk erhielt M. von Gottfried Werner v. Zimmern, der mit seiner Ehefrau als Stifter auf den Flügeln des Meßkircher Hochaltars sowie dem sog. Wildensteiner und dem Falkensteiner Altar (Donaueschingen, Fürstl. Sammlungen) und auf der Entwurfszeichnung für den Meßkircher Hochaltar (Basel, Kunstmus.) sowie dem Entwurf für eine Wappenscheibe (Wien, Albertina) dargestellt oder mit Wappen bezeichnet ist. Andere Gemälde (Kreuzigung, Donaueschingen), deren Herkunft aus Meßkirch gesichert ist, lassen vermuten, daß M. zwischen 1530 und 1538 für die Freiherrn v. Zimmern arbeitete und wohl in Meßkirch oder Umgebung wohnte und um 1540 starb.|Er wurde dem Herrn v. Zimmern durch den Riedgrafen Karl Wolfgang v. Oettingen empfohlen, stand also vielleicht vorher in dessen Diensten. Zu seinen frühesten bekannten Werken gehören die Bildnisse des Grafen Eitel Friedrich III. v. Hohenzollern-Sigmaringen ( 1525) und seiner Gemahlin (Rom, Vatikan).

    Der Meister ist einer der bedeutendsten Maler Süddeutschlands in der 1. Hälfte des 16. Jh. Seine Gemälde zeichnen sich durch sorgsame Maltechnik mit Tempera und feinen Lasuren aus, ebenso durch „harmonische Buntheit“ (Salm), wuchtige Gestalten und prunkvollen, aber noblen Schmuck der Figuren. Manieristische Züge zeigen vor allem die Architekturen im Hintergrund der Bilder- und die Inschriftrahmen, die er häufig verwendet. Seine Kunst kommt aus Schwaben und steht in der Nachfolge Zeitbloms, des Meisters von Talheim und der Brüder Strüb in Veringen. Durch die Arbeiten Dürers und seiner Schüler in Nürnberg sowie den Einfluß H. Schäuffeleins in Nördlingen wurde seine Malerei entscheidend geprägt. Seine graphische Kunst wie auch Motive in seinen Gemälden verraten eine genaue Kenntnis vor allem der graphischen Kunst Nürnberger Meister seiner Zeit.

  • Werke

    Weitere W Flügel e. Hausaltärchens, 1525/30 (Sigmaringen. Hohenzollernsche Gal.);
    Ölberglandschaft, um 1530 (Pfarrkirche Harthausen b. Scheer). – Zeichnungen: Entwurf f. d. Hochaltar in Meßkirch (Basel, Kunsthalle);
    Scheibenriß mit hl. Martin u. Apollonia, Wappen d. Fam. Zimmern u. Henneberg (alle Wien. Albertina). – Zuschreibungen zur Werkstatt: 4 Altarflügel, um 1520 (Sigmaringen. Hohenzollernsche Gal.);
    Hl. Benedikt als Eremit/Rückseite: Auferstehung (Stuttgart, Staatsgal.);
    Gedächtnistafel d. Herren v. Bubenhofen, um 1530 (Kassel, Gem.gal.);
    Wandgem. 1532-35 (Kloster Heiligenkreuztal).

  • Literatur

    Chr. Altgf. zu Salm, Der M. v. M., Diss. Freiburg 1950 (ungedr., L);
    H. Feuerstein, Der M. v. M. im Lichte d. letzten Funde u. Forschungen, in: Oberrhein. Kunst VI. 1934, S. 93-151;
    H. D. Ingenhoff, Der Meister v. Sigmaringen – d. Malerfam. Strüb aus Veringenstadt, 1962, S. 43-50, 154-63;
    Die Renaissance im dt. Südwesten, Ausst.kat. Heidelberg 1986, I, S. 178-81, 328 f. (L);
    W. Irtenkauf, Meinrad v. Au u. d. M. v. M., in: Oberländer Chronik, Heimatbll. d. Südkurier Nr. 350, 1986;
    ThB.

  • Autor/in

    Ingeborg Krummer-Schroth
  • Empfohlene Zitierweise

    Krummer-Schroth, Ingeborg, "Meister von Meßkirch" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 717-718 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11936929X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA