Lebensdaten
1851 – 1925
Geburtsort
Liegnitz (Niederschlesien)
Sterbeort
bei Hamburg
Beruf/Funktion
Erdölfachmann ; Industrieller ; Chemiker ; Unternehmer ; Philologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 138103305 | OGND | VIAF: 88166702
Namensvarianten
  • Albrecht, Max

Objekt/Werk(nachweise)

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Albrecht, Max, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138103305.html [14.06.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Samuel Albrecht (1851–1925), Kaufmann;
    M Emilie Czarnikow;
    Gvv Samuel Albrecht (1779–1855), Großkaufmann in Hamburg;
    Gmv Pauline Mertens (ursprünglich Marcus, 1789–1851), beide 1834 getauft;
    Ov Siegfried Albrecht (1819–85), Präsident des hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg;
    Vt Adolf Hermann Albrecht (* 1860), Syndikus des Senats, 1919 Präsident des Landesfinanzamtes in Hamburg;
    Außig 1876 Johanna Eckelmann (1857–1926);
    S Ernst, Inhaber des Mineralölwerkes Albrecht & Co.

  • Biographie

    A. promovierte 1871 in Halle zum Dr. phil. Als Studienfreund des Erdölforschers K. Engler widmete er sich als einer der ersten der Chemie der Kohlenwasserstoffe und ihrer Verwertung. Nach dreijähriger Tätigkeit in der sächsischen Braunkohlenindustrie, wo er die Erzeugung von Paraffin und Mineralölen aus Braunkohlen auf wissenschaftlicher Basis einführte, ging er 1874 nach Aussig (Böhmen), um die Leitung einer nach seinen Plänen gebauten neuen Fabrik zur Verarbeitung galizischen Erdwachses auf Paraffin und Öl zu übernehmen. 1877 wurde er Teilhaber der Firma A. Oehlrich & Co. in Riga, die Wagenfette herstellte. Die Bedeutung der damals zuerst in den Handel kommenden Mineralschmieröle aus Baku erfassend, errichtete er in Riga eine Anlage zur Destillation und Raffination Bakuschen Rückstandsöls und gründete 1883 in Baku selbst eine Fabrik zur Herstellung von Mineralschmierölen. 1884 folgte eine entsprechende Anlage in Hamburg, wohin das Öl mit dem hierfür gebauten Tankdampfer „Bakuin“ erstmalig lose verschifft wurde. Die Fabriken in Baku und Hamburg und die Umschlagsanlagen in Batum übernahm A. 1891 zusammengefaßt in den Mineralölwerken A. & Co. für alleinige Rechnung nach seinem Austritt aus der Rigaer Firma. Für die Versorgung Ostdeutschlands und Skandinaviens auf dem Landweg und mittels Flußtankern über St. Petersburg wurden Umschlagsanlagen in Warschau und Stettin geschaffen. Nach dem Verlust der Betriebe in Baku, Batum und Warschau nach 1918 kamen Raffinations- und Umschlagsanlagen in Duisburg und Mannheim für amerikanisches Öl hinzu. A. wurde bahnbrechend auf dem Gebiet der Schmierölherstellung, dem bedeutendsten Produktionszweig der Mineralölindustrie, der erst durch die Motorenbetriebsstofferzeugung zurückgedrängt wurde. Neben seiner ausgedehnten wissenschaftlichen Tätigkeit schrieb er Reisebeschreibungen über das russische Erdölgebiet, die von seiner geistigen Spannweite zeugen. A. stiftete das Hamburger Säuglingsheim, das erste deutsche Krankenhaus, das ausschließlich der Pflege des Kleinkindes diente. Er war Mitglied verschiedener Aufsichtsräte und Vorsitzender des von ihm gegründeten ersten Reichserdölverbandes, aus dem alle späteren Fachvereinigungen hervorgingen.

  • Werke

    Üb. einige neue, v. Grubengas sich ableitende Sulfonsäuren, Diss. Halle 1871; Die Prüfung d. Schmieröle, in: Rigaer Industrie-Ztg., 1879; Ölgasbeleuchtung, ebenda, 1890;
    Russ. Central-Asien, 1896;
    Brennwert d. russ. Petroleums, in: Chem. Revue üb. d. Fett- u. Harzindustrie, 1898; Durch d. Daghestan auf d. Awaro-Kachetin. Straße, 1906; Lagerung u. Transport d. Erdöls u. seiner Produkte, in: Das Erdöl, seine Physik, Chemie, Geol., Technol. u. sein Wirtschaftsbetrieb, hrsg. v. C. Engler u. H. Höfer, Bd. 2, 1909. L Nachrufe in hamburg. Tagesztgg. Dezember 1925: Tägl. Berr. üb. d. Petroleumindustrie, Jg. 20/1, 1926.

  • Porträts

    Ölgem. v. H. Christiansen u. J. Rehder.

  • Autor/in

    Maria Möhring
  • Zitierweise

    Möhring, Maria, "Albrecht, Max" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 184 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138103305.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA