Lebensdaten
1890 bis 1976
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Potsdam
Beruf/Funktion
Archivar
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118782940 | OGND | VIAF: 64131552
Namensvarianten
  • Meisner, Heinrich Otto
  • Meisner, Heinrich
  • Meisner, Heinrich O.

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Zitierweise

Meisner, Heinrich Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118782940.html [05.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich (1849–1929), Dr. phil., Prof., Bibl.dir. an d. Staatsbibl. in B., S d. Landschaftsgeometers Oswald in Jauer (Schlesien) u. d. Henriette Hilse;
    M Auguste (1844–1924), T d. Postmeisters Adalbert v. Müller in Carolath (Schlesien) u. d. Rosalie v. Beitzke;
    1926 Margarethe Wohlgemuth (* 1898) aus Glauchau.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Kaiserin-Augusta-Gymnasiums in Charlottenburg studierte M. 1908-13 an der Univ. Berlin, namentlich bei Otto Hintze preuß.-deutsche Verfassungsgeschichte. 1913 trat er in den preuß. Archivdienst ein, zunächst als Volontär am Staatsarchiv Stettin, dann um Geh. Staatsarchiv in Berlin, wo er im Nov. 1914 die Prüfung als Archivaspirant ablegte, um 1919 zum Wissenschaftlichen Hilfsarbeiter, dann zum Archivassistenten und im Febr. 1921 zum Staatsarchivar aufzusteigen. 1923-27 war er als staatlicher Kommissar des Finanzministeriums und seit 1925 als Leiter an das im Kondominat des preuß. Staates und des Hauses Hohenzollern stehende Brandenburg-preuß. Hausarchiv in Berlin-Charlottenburg abgeordnet, wo er eine provenienzgerechte Neugliederung des gesamten Archivs vornahm und in einer Denkschrift die Rechtsstellung des Archivs zwischen Staat und königl. Hause untersuchte. Ein ihm vom preuß. Ministerpräsidenten Otto Braun als Chef der Archivverwaltung 1927 übertragener Forschungsauftrag zum Studium der Archive in Moskau und Leningrad erbrachte die erste fachkundige deutsche Darstellung des zentralen sowjetischen Archivwesens. 1935 wurde M. als „Stellvertreter des Behördenleiters (Generaldirektors der preuß. Staatsarchive) für wissenschaftliche und archivtechnische Angelegenheiten“ vom Geh. Staatsarchiv an das Reichsarchiv in Potsdam versetzt, wo er, seit 1937 als Leiter der von ihm aufgebauten Abteilung „Staatliches Archivgut“, bis 1945 gewirkt hat.

    Neben seinen zahlreichen Arbeiten auf dem Gebiete der preuß.-deutschen Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte verdankt ihm die Wissenschaft vor allem die Begründung der neuzeitlichen Aktenkunde als historischer Hilfswissenschaft und als Ergänzung der mittelalterlichen Urkundenlehre. Seine am preuß. Aktenwesen gewonnene Systematik und Methodik ist richtungweisend für alle späteren Untersuchungen über das Aktenwesen anderer deutscher Staaten geworden. Zum Ausbau der Archivwissenschaft als eigenständiger Wissenschaft hat er einen wesentlichen Beitrag geleistet, insbesondere durch sein Bemühen um die Einführung einer einheitlichen deutschen Archivterminologie. Als deutscher Vertreter in der Terminologiekommission des Internationalen Archivrates hat er an der Erarbeitung von dessen internationalem archivterminologischen Lexikon mitgewirkt. Seine Forderung, auch das literarische Schrifttum als Archivgut anzuerkennen und in „Literaturarchiven“ archivarisch zu verwalten, hat sich heute weitgehend durchgesetzt. Die internationale archivarische Zusammenarbeit, die in großem Stil erst nach dem 2. Weltkriege aufgekommen ist, hat er bereits seit 1931 (als deutscher Vertreter) im Pariser „Internationalen Institut für geistige Zusammenarbeit“ gepflegt. Seiner Lehrtätigkeit an der preuß. Archivschule (1922–44) und seit 1950 als hauptamtlicher Dozent am „Institut für Archivwissenschaft“ der DDR in Potsdam sowie als Professor an der Humboldt-Univ. Berlin (seit 1953) verdanken Generationen von Archivaren die Einführung in Archivwissenschaft, Verwaltungsgeschichte und Aktenkunde.

  • Werke

    u. a. Die Lehre vom monarch. Prinzip im Za. d. Restauration u. d. Dt. Bundes, Diss. Berlin 1913 (Neudr. 1969);
    Der preuß. Kronprinz im Vfg.kampf v. 1863, 1931;
    Aktenkde., Ein Hdb. f. Archivbenutzer, 1935, Neubearb. u. d. T.: Urkk.- u. Aktenlehre d. Neuzeit, 1950, 21952, 2. Neubearb. u. d. T.: Archivalienkde. vom 16. Jh. bis 1918, 1969;
    Der Kriegsminister 1814-1914, Ein Beitrag z. mil. Vfg.gesch., 1940;
    Mil.attachés u. Mil.bevollmächtigte in Preußen u. im Dt. Reich, Ein Btr. z. Gesch. d. Mil.diplomatie, 1957. – Hrsg.: Denkwürdigkeiten d. GFM Alfred Gf. v. Waldersee, 3 Bde., 1922 f.;
    Kaiser Friedrich III., Das Kriegstagebuch v. 1870/71, 1926;
    Kaiser Friedrich III., Tagebücher v. 1848–66, 1929;
    Aus d. Briefwechsel d. GFM Alfred Gf. v. Waldersee (1886–91), I, 1928;
    Vom Leben u. Sterben d. Kgn. Luise, Eigenhändige Aufzeichnungen Kg. Friedrich Wilhelms III., 1926, 51942;
    Maximilian Gf. Yorck v. Wartenburg, Weltgesch. in Umrissen, Volksausg., 1931.

  • Literatur

    Archivar u. Historiker, Stud. z. Archiv- u. Gesch.-wiss., zum 65. Geb.tag v. H. O. M., 1956 (Biogr., W-Verz., P);
    W. Leesch, in: Der Archivar 30, 1977 (W);
    Nordisk Archivnyt 23, 1978.

  • Autor/in

    Wolfgang Leesch
  • Empfohlene Zitierweise

    Leesch, Wolfgang, "Meisner, Heinrich Otto" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 689 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118782940.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA