Lebensdaten
getauft 1600 bis 1634
Geburtsort
Straßburg
Sterbeort
Frankfurt/Main
Beruf/Funktion
Historiker ; Kompilator ; Übersetzer ; Schriftsteller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 102520879 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Abele, Johann Philipp (eigentlich)
  • Arlanibäus, Philipp (wahrscheinlich auch)
  • Abelin, Johann Philipp
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Abelinus, Johann Philipp, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd102520879.html [17.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hans Abele, Schreiner in Straßburg;
    Frankfurt/Main 1.5.1626 Elisabeth ( 13.10.1634 Frankfurt/Main), T des Magister Magister Gothard Arthusius (1570 bis nach 1630) aus Danzig, Konrektor und Mathematikus an der Lateinschule in Frankfurt/Main, Herausgeber des ‚Mercurius Gallo-Belgicus', Verfasser einer bis 1618 reichenden Fortsetzung der ‚Commentarii' des Sleidan.

  • Leben

    A. wurde 1623/24 in Straßburg zum Magister Artium promoviert, und war seit 1625 Praeceptor am städtischen Gymnasium im Barfüßerkloster in Frankfurt/Main. Aus dieser Stelle wurde er 1630 „Unfleißes halber“ entlassen, und sein Verleger machte ihm später den gleichen Vorwurf. Wie erst neuerdings nachgewiesen wurde (F. Bachmann), ist A. nicht mit Johann Ludwig Gottfried identisch; doch schrieb er dessen „Inventarium Sueciae“ vielfach fast wörtlich aus in zeitgeschichtlichen Kompilationen mit entschieden protestantischer Tendenz. In ihnen bringt er gleich den meisten Chronisten seiner Zeit auch Unterhaltungsstoff, ordnet jedoch die Materie im Gegensatz zu ihnen und nach dem Muster Gottfrieds nicht rein chronologisch, sondern nach inhaltlichen Gesichtspunkten. Sein wichtigstes Werk sind die als Fortsetzung von Gottfrieds „Historischer Chronik“ gedachten, von Matthäus Merian verlegten und reich illustrierten beiden ersten Bände des „Theatrum Europaeum“, das von anderen Verfassern bis 1718 fortgeführt wurde.

  • Werke

    Mercurius Gallo-Belgicus, Bd. 17-20/T. 1, Frankfurt a. M. 1628–34;
    Vollendung v. J. L. Gottfrieds Hist. Chronik, 7. (teilweise) u. 8. Buch (bis 1617 reichend), ebenda 1633/34;
    Theatrum Europaeum, Bd. 2 (zuerst als
    Historischer Chronicken Continuation, die Jahre 1629-32 umfassend), ebenda 1633, 41679, Bd. 1 (d. J. 1618-28 umfassend), ebenda 1634 (Titel-J. 1635), 31662; fraglich:
    Arma Suecica, 1631-32 (auch dt.);
    dt. Übers. v. Dan. Cramer ‚Kauffungs-Plazium, eine schöne Comoedia', Frankfurt a. M. 1627.

  • Literatur

    ADB I;
    G. Droysen, Arlanibaeus, Godofredus, Abelinus, Habil.-Schr. Halle 1864;
    F. X. v. Wegele, Gesch. d. dt. Historiogr., 1885, S. 353 f., 492;
    F. Gallati, ,Der Kgl. Schwed. in Teutschland geführte Krieg' d. B. Ph. v. Chemnitz, Diss. Zürich 1902, Exkurs II;
    H. Bingel, Das Theatrum Europaeum, Diss. München 1909;
    F. Bachmann, J. L. Gottfried u. J. Ph. Abele, zwei verschiedene Schriftsteller im ersten Drittel d. 17. Jh.s, in: Zbl. f. Bibl.wesen 56, 1939, S. 418 bis 424;
    H. Barge, Gesch. d. Buchdruckerkunst, 1.10, S. 224.

  • Autor/in

    Erich Angermann
  • Empfohlene Zitierweise

    Angermann, Erich, "Abelinus, Johann Philipp" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 15 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd102520879.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Abelin: Joh. Philipp A., ein Schriftsteller, gebürtig aus Straßburg, der auch unter den Namen Abeleus, Philipp Arlanibäus und Joh. Ludw. Gottfried oder Gotofredus geschrieben hat und zwischen 1634 und 37 gestorben ist. Er arbeitete hauptsächlich übersetzend und compilirend für den Verlag von Lucas Jennisius, Matth. Merian und Friedr. Hulsius in Frankfurt a. M. Seine Geschichte Indiens ist Uebersetzung; auch die öfters aufgelegte „Archontologia cosmica“ ist nur eine mit Zusätzen versehene Uebersetzung von des Petrus d'Aviry „Monde"; immerhin wenigstens besser als die damals fast allein gebrauchte Münster'sche Cosmographie. Aber weder diese noch seine Beschreibung Schwedens und andere von Jöcher und Adelung (unter Abelin und Gottfried) verzeichnete Werke würden ihn nennenswerth machen. Wichtiger sind die ersten gleichzeitigen Darstellungen von Gustav Adolfs deutschem Krieg: die „Arma Suecica“, welche unter dem Namen des Phil. Arlanibäus von 1631—34 in 12 Ausgaben und Fortsetzungen erschienen, von denen jedoch einige Nachdruck sind, und das „Inventarium Sueciae“, welches unter dem Namen des Joh. Ludw. Gottfried 1632 erschien, beide Werke bei Hulsius. Es sind Zusammenstellungen aus den damals umlaufenden gedruckten Acten und Relationen über die einzelnen Begebenheiten des Kriegs ohne weitere geschichtliche Verarbeitung. — Ganz ähnlich ist ein zweites, das bekannteste Werk des Verfassers gearbeitet: sein „Theatrum Europaeum“. Merian hatte nämlich von ihm (er nennt sich hier Joh. Ludw. Gottfried) eine „Historische Cronik oder Beschreibung der Geschichte vom Anfang der Welt bis auf das Jahr 1619“ für seinen Verlag arbeiten lassen. Eine rein compilatorische Arbeit, die irgend höhere Ansprüche weder befriedigt noch auch nur erhebt, gleichwol aber mit ihren Merianischen Kupfern und durch glücklichen Anschluß an Bedürfniß und Geschmack der Zeit ein sehr beliebtes Werk ward, vielfach neu aufgelegt, 1600 auch von Jac. Meurs ins Holländische übersetzt und noch im 18. Jahrh. mit 2 neuen Bänden versehen. Aber schon Merian trug dem Verfasser auf, jenen ersten Band bis an die Gegenwart fortzuführen. Von dieser Fortsetzung erschien zuerst 1633 der 2. Theil, die Jahre 1629—33 umfassend, vermuthlich weil für diesen Abschnitt die Vorarbeiten vermöge der „Arma Suecica“ und des „Inventarium“ schon vorlagen. Hier nennt der Verfasser sich|Abelin. 1635 folgte der erste Band nach, die Jahre 1619—29 umfassend, mit dem hier zuerst gebrauchten Titel „Theatrum Europaeum“. Eine von Flitner besorgte zweite Bearbeitung des zweiten Theiles erschien 1637. A. nemlich war, wie die Vorrede sagt, inzwischen gestorben. Im Lauf der Jahre folgten dann noch 19 weitere Bände, das „Theatrum“ bis 1718 fortführend, von Schleder, Meyer, Geiger, Schneider u. A. verfaßt und bis 1738 wiederholt aufgelegt. — A. hat endlich auch an dem von G. Artus unternommenen „Mercurius gallobelgicus“, einem zeitgeschichtlichen Werke ähnlicher Art, Antheil. Von ihm sind die Bände 17 bis 20, Buch I, die Zeit von 1628–34 umfassend. Danach also muß sein Tod zwischen 1634 und 37 fallen.

    • Literatur

      Vgl. G. Droysen, Arlanibaeus, Godofredus, Abelinus (Habilitationsschrift aus dem J. 1864).

  • Autor/in

    v. Liliencron.
  • Empfohlene Zitierweise

    Liliencron, Rochus Freiherr von, "Abelinus, Johann Philipp" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 18-19 unter Abelin [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd102520879.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA