Lebensdaten
1852 bis 1931
Geburtsort
Krefeld
Sterbeort
Uerdingen
Beruf/Funktion
Farbenfabrikant
Konfession
mennonitisch
Normdaten
GND: 117616095 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • ter Meer, Edmund
  • Meer, Edmund ter
  • ter Meer, Edmund
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Zitierweise

Meer, Edmund ter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117616095.html [19.07.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hermann (1813–87), Seidenstoff-Fabr. in K., Stadtverordneter u. Beigeordneter, Vors. d. Handelskammer, S d. Abraham (1782–1850), Inh. d. Seidenweberei Schopen & ter Meer in K., u. d. Gertrud Schopen (1781–1865);
    M Adelheid (1830–1901), T d. Heinrich Tillmanns (1793–1836) u. d. Alette Funcke (1797–1878);
    Om Heinrich Tillmanns, Mitinh. d. Krefelder Anilinfabrik u. Teilhaber M.s;
    Krefeld 1881 Wilhelmine (Minna) (1860–1945), T d. Apothekers Christian Kobbe (1827–91) aus K. u. d. Caroline Elise Crèvecœur (1836-89);
    1 S, 3 T, u. a. Fritz (s. 2).

  • Leben

    M. besuchte das Realgymnasium und die Fachklassen der Provinzialgewerbeschule in Krefeld und bestand im Herbst 1871 die Reifeprüfung. Er studierte daraufhin Chemie in Straßburg bei Adolf v. Baeyer. Im März 1875 promovierte er zum Dr. phil. In Straßburg machte M. die Bekanntschaft von Julius Weiler, die sich in späteren Jahren noch vertiefte und schließlich zu geschäftlicher Zusammenarbeit führte. Nach zwei weiteren Semestern in Zürich trat M. im Frühjahr 1876 in das wissenschaftliche Laboratorium der Badischen Anilin- und Sodafabrik, Ludwigshafen, ein und arbeitete dort unter Heinrich Caro. Im Sommer 1877 kehrte er nach Krefeld zurück und erwarb ein Gelände in Uerdingen am Rhein. Dort gründete er die Firma „Dr. E. ter Meer & Cie.“, eine Teerfarbenfabrik, wobei einziger Kommanditist mit einem|Kapital von 30 000 Mark sein Vater war. Im Juli 1878 wurde mit der Produktion u. a. von Eosin, Azofarbstoffen, Erythrosin, Resorcingelb und Säureindulin nebst dazugehörigen Vorprodukten begonnen. 1881 konnte M. auch die Erzeugung von Triphenylmethan-Farbstoffen aufnehmen. Geschäftlich sehr erfolgreich waren die von M. erfundenen Farbstoffe Neugelb und das säureechtere Azogelb. Beide Farbstoffe führten sich im In- und Ausland schnell ein. 1882 trat M.s Onkel Dr. Heinrich Tillmanns als Teilhaber aus seiner Krefelder Anilinfabrik aus, um sich an dem Uerdinger Werk zu beteiligen. Die Gesellschaft wurde in die Firma „Tillmanns, E. ter Meer & Cie., Uerdingen“ umgewandelt. Die Kapitalbasis, durch Einlagen seines Vaters und von Heinrich Tillmanns erweitert, ermöglichte die Aufnahme der Fabrikation von Methylviolett, Malachit- und Brillantgrün. 1887 schied Tillmanns wieder aus dem Unternehmen aus, und die Firma wurde später in „Farbwerke E. ter Meer & Cie., Uerdingen“, zurückbenannt.

    Nach dem Tode des Vaters wurden neben M.s Mutter Hugo Steudemann und Julius Weiler neue Teilhaber des Unternehmens. 1896 erfolgte nach jahrelanger Zusammenarbeit der Zusammenschluß mit den „Chemischen Fabriken vorm. J. W. Weiler & Co.“, Köln-Ehrenfeld, unter der Firma „Chemische Fabriken vorm. Weiler-ter Meer“. M., der zusammen mit Weiler die Leitung innehatte, errichtete eine Salzsäure-, Salpetersäure- und Kontakt-Schwefelsäurefabrik und erweiterte die Herstellung von organischen Vorprodukten. Die Zusammenlegung beider Unternehmen erlaubte eine Vergrößerung der Produktpalette; dadurch und durch den Ankauf des zweitgrößten Abnehmers von Anilin, der Farbwerke Krefeld, wurde die Position des neuen Unternehmens gegenüber der Konkurrenz gestärkt. 1904 übernahm M. nach dem Tode Weilers die alleinige Leitung und verlegte die in Köln verbliebenen Betriebe gleichfalls nach Uerdingen. 1910 wurden auch die restlichen Fabrikationen nach Uerdingen verlagert. 1916 schloß M. seinen Betrieb an die Interessengemeinschaft der deutschen Teerfarbenfabriken, die „kleine I.G.“, an und trat 1925 der I.G. Farbenindustrie bei. 1885 richtete M. eine Betriebskrankenkasse ein, 1898 eine Pensionskasse für Angestellte und 1903 die Unterstützungskasse. Zum 50jährigen Bestehen des Unternehmens im Jahre 1911 wurden der Unterstützungskasse 100 000 Mark zugeführt. Bei seinem 50jährigen Dienstjubiläum 1927 gründete M. zwei Stiftungen. Eine vergab Reisestipendien an Angestellte und Arbeiter, die andere verteilte Weihnachtsspenden an bedürftige Werksangehörige.

    1886 wurde M. ins Stadtverordneten-Kollegium gewählt, seit 1899 bekleidete er die Stelle eines Beigeordneten; 1895 wurde er zum Kreistagsabgeordneten gewählt, seit 1898 gehörte er der Industrie- und Handelskammer zu Krefeld an. M. gründete die Waggonfabrik Uerdingen, deren langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender er war, ein Unternehmen, das eine führende Stellung im deutschen Waggonbau einnahm und sich zum zweitgrößten Industriewerk Uerdingens entwickelte.

  • Literatur

    Bayer AG Uerdingen, Gesch. d. Werkes Uerdingen d. Farbenfabriken Bayer Aktienges., 1956;
    J. U. Heine, Geehrt u. Geschmäht, Die Männer d. I.G. Farbenindustrie AG (1925–45) in 161 Kurzbiogrr., 1989, S. 147 ff. (ungedr.)|

  • Quellen

    Qu.: Firmenarchiv Hoechst AG; Firmenarchiv Bayer AG.

  • Autor/in

    Manuela Wex
  • Empfohlene Zitierweise

    Wex, Manuela, "Meer, Edmund ter" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 605-606 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117616095.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA