Lebensdaten
1804 bis 1860
Geburtsort
Anger bei Leipzig
Sterbeort
Sankt Magnus bei Bremen
Beruf/Funktion
Admiral
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 101134339 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bromme, Rudolf
  • Brommy, Rudolf (genannt)
  • Termo, R. (Pseudonym)
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Bromme, Karl Rudolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd101134339.html [23.09.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Simon, Gerichtsschöppe und Gutsbesitzer; M Luise Berthold (beide früh †); Caroline, T des Kaufmanns und Schiffsreeders Groß; 1 S.

  • Leben

    Nach dem Besuch der Navigationsschule Hamburg diente sich B. in der Handelsmarine bis zum Steuermann herauf, nahm 1827-31 aus Hellenenbegeisterung - schließlich als Kommandant einer Fregatte unter Lord Cochrane - am Freiheitskampf der Griechen teil, kehrte nach der Thronbesteigung Ottos von Witteisbach noch einmal nach Griechenland zurück und half bei der Reorganisation der Flotte. Er verfaßte neben dem lange beibehaltenen Dienstreglement für die griechische Marine ein wissenschaftliches Werk „Die Marine“ (1848, 31878), das internationales Aufsehen erregte und auf Grund dessen er im gleichen Jahre von der Frankfurter Reichsregierung mit dem Aufbau der ersten Reichsmarine betraut wurde. Dieser gelang ihm trotz der Kürze der Zeit und trotz des Geldmangels so ausgezeichnet, daß die noch unerprobte und kleine Flotte (9 Kriegsschiffe und 27 Kanonenboote) allein durch ihr Vorhandensein bei Helgoland die Dänen an einer Blockade der Wesermündung verhinderte. Mit dem Zusammenbruch der Frankfurter Reichsregierung wurde auch die Flotte aufgelöst. B. war noch vorübergehend in österreichischen Diensten. Seine neue Dienstvorschrift für die deutsche Flotte war so ausgezeichnet, daß sie vier Jahrzehnte später von der neuen kaiserlichen Marine im wesentlichen übernommen werden konnte.

  • Werke

    Weitere W Skizzen aus d. Leben eines Seemanns, 1832.

  • Literatur

    ADB III (unter Brommy); Th. Cochrane, Autobiogr. of a Seaman. 2 Bde., 1859 f.; E. Eilers, in: Sächs. Lb. II (P); ders., R. B., der Admiral d. 1. dt. Flotte 1848, 1939; B. E. Siebs, in: Niedersächs. Lb. I, 1939, S. 28-40 (L, P).

  • Portraits

    Holzschnitte in: LIZ 14, 1850, S. 8, 109, 1897, S. 435.

  • Autor

    Karl Demeter
  • Empfohlene Zitierweise

    Demeter, Karl, "Bromme, Karl Rudolf" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 633 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd101134339.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Brommy: Karl Rudolf B., früher Bromme, Seemann, wurde 30. Sept. 1804 zu Anger bei Leipzig geboren und ging 1817 nach Hamburg, um da nautischen Unterricht zu genießen. Dann reiste er nach Westindien und in die nordamerikanische Union. Hierauf ging er 1827 nach Griechenland, da am Kampfe gegen die Türkei als erster Lieutenant zur See mit Theil zu nehmen. Auch unter dem König Otto I. von Griechenland blieb B. in seiner Stellung bis zur Revolution 1843. Dann lebte er zurückgezogen in Berlin, wo er sein bestes Werk, "Die Marine", schrieb. 1848 nach Frankfurt ins Parlament berufen, erhielt er vom Reichsministerium den Auftrag, die deutsche Flotte zu organisiren, die, bei dem Mangel an Mitteln, nur auf wenige Schiffe gebracht werden konnte. Mit dieser nahm er am 5. Juni 1849 den Kampf mit den Dänen bei Helgoland auf, der aber unentschieden blieb. Am 18. Juni desselben Jahres wurde B. vom Reichsverweser zum Commodore unter Beibehaltung seines Amtes als Seezeugmeister und am 21. November zum Contreadmiral ernannt. Nach Auflösung der deutschen Flotte (1853) lebte B., an seinen Memoiren arbeitend, in Bremerhafen und trat 1857 als Chef der technischen Abtheilung bei der Section der Admiralität zu Mailand in österreichischen Dienst, wo er am 9. Jan. 1860 zu St. Magnus starb. Unter dem Pseudonym C. R. Termo schrieb B. noch: "Skizzen aus dem Leben eines Seemanns".

    • Literatur

      Männer der Zeit 2, 31.

  • Autor

    M. v. Eelking.
  • Empfohlene Zitierweise

    Eelking, Max von, "Bromme, Karl Rudolf" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 352 unter Brommy [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd101134339.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA