• Genealogie

    V Christoph Albrecht, Schultheiß;
    M Hedwig, T des Schulmeisters Johann Caspar Klotz in Höngeda bei Mühlhausen;
    5.8.1759 Anna Sophie, T des Superintendenten Paul Adolf Frohne in Mühlhausen; kinderlos.

  • Leben

    A. studierte 1752-56 in Leipzig Theologie, trieb daneben Musikstudien und wirkte seit 1758 als Gymnasiallehrer und Kantor bei St. Marien in Mühlhausen. Er kam durch eigene gelehrte, von wahrem Kunstgefühl erfüllte Werke über die Tonkunst zu Ansehen, wie auch durch die Herausgabe von J. Adlungs „Musica mechanica organoedi“ und „Musikalisches Siebengestirn“ (beide Berlin 1768) und von A. Steffanis „Quanta certezza“ unter dem Titel „Steffani's Sendschreiben mit Zusätzen und einer Vorrede“ (Mühlhausen 1760). Im theoretischen Streit zwischen F. W. Marpurg und G. A. Sorge über die Grundlagen des Harmoniesystems stand A. auf Marpurgs Seite.

  • Werke

    u. a. Kantate auf d. 23. Sonntag nach Trinitatis, Mühlhausen 1758; Die Historia v. d. bittern Leiden und Sterben unsers Herrn, nach Markus, ebenda 1759; Gründl. Einleitung in d. Anfangslehren d. Tonkunst, Langensalza 1761; Beweis, daß auch d. dt. Sprache würdig sei, sie zu studieren, Leipzig 1762; Abh. üb. d. Frage: ob d. Musik beim Gottesdienst d. Christen zu dulden sei od. nicht, Berlin 1764; Versuch einer Abh. v. d. Ursachen d. Hasses, welchen einige Menschen gegen d. Musik blicken lassen, Frankenhausen 1765; ferner Klavierkompositionen.

  • Literatur

    ADB I;
    H. Wetterling, J. L. A., in: Mühlhausener Heimatbl. (Beibl. d. Mühlhausener Anz.), 1932, Nr. 12, u. 1933, Nr. 1;
    E. Bernsdorf, Neues Universallex. d. Tonkunst I, 1856;
    Fétis, Biogr. I, 21860 (W);
    Grove I, London 31927;
    Riemann;
    MGG Suppl.

  • Autor

    Carl Benedict
  • Empfohlene Zitierweise

    Benedict, Carl, "Albrecht, Johann Lorenz" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 182 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116283831.html#ndbcontent

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  • Leben

    Albrecht: Johannn Lorenz A., Magister, Cantor und musikalischer Schriftsteller, geb 8. Jan. 1732 in dem Dorfe Görmar bei Mühlhausen in Thüringen, 1773. Zum Gelehrten bestimmt, kam er am 6. Sept. 1746 auf das Gymnasium zu Mühlhausen, war im Clavierspiel und Generalbaß seit April 1747 Schüler des Organisten an der dortigen Obermarktkirche Phil. Christoph Rauchfuß, und studirte daneben fleißig die älteren und neueren Musikschriftsteller. Ostern 1752 bezog er die Universität Leipzig, wurde am 20. Mai 1754 Candidat des geistlichen Ministeriums und am 28. Oct. 1758 Quartus am Gymnasium, sowie Cantor und Musikdirector an der Hauptkirche B. Mariae virginis zu Mühlhausen, in welchen Aemtern er bis zum Tode verblieb. 1761 ward er Magister der Philosophie, am 19. Mai 1762 Mitglied der deutschen Gesellschaft auf der Universität Altdorf, endlich am 23. Febr. 1763 kaiserlich gekrönter Poet. Eine ausführliche Biographie gibt Marpurg, Krit. Briefe III. 1 ff.

    • Literatur

      Im Druck erschienen sind von seinen Arbeiten a) Compositionen: "Cantate auf den 23. Sonntag nach Trinitatis, zum Antritte seines Cantorats", von ihm auch gedichtet, Mühlhausen, Brückner; "Die Historia von dem bittern Leiden und Sterben unsers Herrn etc. nach Marcus", 1759, Selbstverlag; "Musikalische Aufmunterung für die Anfänger des Claviers", Augsburg, Lotter's Erben, 1760; "Musikalische Aufmunterung", Berlin 1763; "Texte und Musik für das Friedensdankfest am 14. April 1763", Mühlhausen. b) Schriften: "Gründliche Einleitung in die Anfangslehren der Tonkunst", Langensalza 1761; "Abhandlungen über die Frage, ob die Musik bei dem Gottesdienste der Christen zu dulden sei oder nicht?" Berlin 1764; "Urtheil in der Streitigkeit zwischen Marpurg und Sorge"; und "Nachricht etc. von der Kirchenmusik zu Mühlhausen", beide in Marpurg's Beiträgen V. 269 und 381; "Vom Hasse der Musik", Frankenhausen 1765; "Beiträge zur Historie der Musik", in Marpurg's krit. Briefen III. 6—52; "D. A. Steffani's Sendschreiben etc., übersetzt mit Vorrede und Zusätzen", Mühlhausen 1760 (die bekannte Schrift von Agostino Steffani: Quanta certezza habbia da suoi Principii la Musica, Amsterdam 1695; schon 1700 von Werkmeister übersetzt, aber schlecht). Als Herausgeber hat A. noch Verdienst um die beiden Adlung'schen Schriften: "Musica mechanica organ.", und das "Musikalische Siebengestirn", beide Berlin 1768.

  • Autor

    v. Dommer.
  • Empfohlene Zitierweise

    Dommer, Arrey von, "Albrecht, Johann Lorenz" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 321 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116283831.html#adbcontent

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