Lebensdaten
1857 bis 1938
Geburtsort
Freiburg (Breisgau)
Sterbeort
Zürich
Beruf/Funktion
Meteorologe ; Geophysiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11685572X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Maurer, Julius
  • Maurer, Julius Max
  • Maurer, Max
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Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Maurer, Julius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11685572X.html [23.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Joseph, Gastwirt in F.;
    M Agathe Zeller;
    Zürich 1910 Marie (* 1868) gesch. Keller, T d. August Weiß u. d. Karolina Beha.

  • Leben

    Da seine Eltern 1858 in die Schweiz übersiedelt waren, besuchte M. die Schulen und das Polytechnikum in Zürich und beendete dort seine Studien. Schon 1879 wurde er Assistent an der Züricher Sternwarte. Seine Dissertation 1882 behandelt die „Extinktion des Fixsternlichtes in der Atmosphäre in bezug zur astronomischen Refraktion“. 1881 wurde ihm der Posten eines Adjunkten an der Schweizerischen Meteorologischen Zentralanstalt übertragen, die bald darauf von der Sternwarte abgetrennt wurde. 24 Jahre lang hat M. diese Stellung bekleidet, bis er nach dem Tode von Robert Billwiller 1905 endlich das Direktorat der Anstalt übernehmen konnte. 1934 trat er nach 55jähriger dienstlicher Tätigkeit von seinem Amte zurück.

    M. hat sich vor allem auf Sondergebieten der Meteorologie erfolgreich betätigt und zahlreiche Arbeiten veröffentlicht. Von besonderer Bedeutung sind seine Strahlungsuntersuchungen; hier beschäftigten ihn vornehmlich drei Probleme, nämlich die Strahlenbrechung in der Atmosphäre, die Messung der totalen Sonneneinstrahlung und der nächtlichen Ausstrahlung der Erde sowie die Relation von Strahlung und Temperaturgang. Als erster ermittelte M. zuverlässige Daten über die nächtliche Ausstrahlung, führte seine diesbezüglichen Messungen jedoch nicht fort – vermutlich, weil für langwierige Experimentaluntersuchungen Zeit und Geldmittel fehlten. Später wandte er sich stärker atmosphärisch-optischen Beobachtungen zu. M. hatte großes experimentelles Geschick. Er war stark an der Vervollkommnung von Sonnenscheinautographen. Barographen und Pluviographen beteiligt. Ein nach seinen Angaben gebauter Aneroid-Waagebarograph hat viele Jahre an der Zentralanstalt gearbeitet. Um die Jahrhundertwende beschäftigte er sich mit experimentell-aerologischen Arbeiten, überließ aber die Weiterverfolgung seinem Kollegen de Quervain.

    Schon die dienstlichen Verpflichtungen veranlaßten M., sich ausführlich mit Klimatologie zu beschäftigen. Die reifste Frucht dieser Tätigkeit ist das zweibändige, mit R. Billwiller jun. und C. Heß 1909 herausgegebene, Werk „Das Klima der Schweiz“. Das Buch enthält namentlich bezüglich der Niederschlagsverteilung viel damals neues Material und berührt Probleme des Wasserhaushaltes. So entstand eine Reihe von Arbeiten über die Schwankungen der Gletscher und der Firnlinie, Schneeschmelze, Verdunstung, Gefrieren und Abfluß der Seen, Klimaschwankungen usw.|

  • Auszeichnungen

    Präs. d. Internat. Strahlungskomm.; Ehrenmitgl. d. Österr. Ges. f. Meteorologie, d. Dt. Meteorolog. Ges., d. Royal Meteorological Society; Mitgl. d. Internat. Meteorolog. Komitees u. d. Wolkenkomm. in d. Internat. Meteorolog. Organisation; Ehrenbürger d. Stadt Zürich (1900).

  • Literatur

    Gerlands Btrr. z. Geophysik 50, 1937 (P);
    Meteorolog. Zs. 55, 1938, S. 98 f.;
    Pogg. III-VII.

  • Autor/in

    Gustav Hofmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Hofmann, Gustav, "Maurer, Julius" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 442 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11685572X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA