Lebensdaten
1890 – 1958
Geburtsort
Flensburg
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Orthopäde ; Orthopäde
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 139699880 | OGND | VIAF: 102556969
Namensvarianten
  • Mau, Carl
  • Mau, Karl

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Zitierweise

Mau, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139699880.html [14.06.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Johannes (1856–1941), Kaufm. in F.;
    M Margarethe Callsen (1869–1952);
    Schwäb. Hall 1918 Julie (1888–1976), T d. Georg Ott u. d. Karoline Kern; S Hans (* 1921), Prof. d. Orthopädie in Tübingen (s. Kürschner, Gel.-Kal.).

  • Biographie

    Nach der Reifeprüfung am humanistischen Gymnasium zu Flensburg studierte M. 1908-13 Medizin in Tübingen, München und Kiel und leistete danach sein Praktikantenjahr ab. Am 1. Weltkrieg nahm er als Truppen- und Bataillonsarzt im 12. Bayer. Infanterie-Rgt. teil und begann seine Fachausbildung zum Chirurgen und Orthopäden unter W. Anschütz an der Kieler Chirurgischen Universitätsklinik bei Max Brandes. Nach seiner Habilitation für das Fach Orthopädie leitete er als dessen Nachfolger 1923-28 die orthopädische Abteilung. Zum apl. Professor ernannt, war er danach neben der Wahrnehmung seines Kieler Lehrauftrages als Landes-Medizinalrat, Vertrauensarzt der Landwirtschaftlichen Unfall-Berufsgenossenschaft und als Landeskrüppelarzt tätig. 1934 wurde er als planm. ao. Professor für Orthopädie und Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik Eppendorf nach Hamburg berufen. Hier wurde er, nachdem er 1938 einen Ruf nach Münster abgelehnt hatte, 1950 zum persönl. Ordinarius und 1956 zum o. Professor seines Faches ernannt.

    Neben der Knochen- und Gelenktuberkulose beschäftigten M. vorzüglich die Erkrankungen der Wirbelsäule. So hat er zur Klärung der jugendlichen Rückgratverkrümmung (Adolescentenkyphose) mit Hilfe experimenteller, röntgenologischer und klinischer Untersuchungen grundlegende Erkenntnisse beigetragen. Auch forderte er die Frühoperation noch vor der Pubertät bei einer Lähmungsskoliose nach epidemischer Kinderlähmung. Unter den angeborenen Mißbildungen galt sein Interesse zunächst dem Klumpfuß: Seine anatomischen Muskelstudien in Anlehnung an Richard v. Volkmann, seine statistischen Erhebungen aufgrund umfassender Reihenuntersuchungen und seine genetischen Forschungen haben die Einsichten in dessen Ätiologie und Pathogenese ebenso gefördert, wie die beim Hackenfuß. Bei der Verbiegung des Schenkelhalses im Jugendalter (Coxa vara adolescentium) befürwortete er die Frühoperation, und zu den Ursachen und der Entstehung der sog. angeborenen Hüftverrenkung hat er mehrfach Stellung genommen, zuletzt in seiner umfangreichen Studie: „Zur Ätiologie der angeborenen Hüftverrenkung“ (Zs. f. Orthopädie 72, 1941), die aus kritischer Sicht den damaligen Stand der Forschung wiedergab.

    Neben M.s wissenschaftlichen Leistungen stehen seine organisatorischen Verdienste|um das Fach: Seine Hamburger Arbeitsstätte, die anfangs aus 4 Betten bestand, hat er in zäher Arbeit zu einer modernen Klinik von europ. Ruf aufgebaut und, nachdem sie 1943 durch Bombenangriffe vernichtet worden war, zielstrebig bis 1955 als eine der modernsten orthopädischen Anstalten jener Zeit ein zweites Mal errichtet. Während des 2. Weltkriegs war er beratender Orthopäde der Kriegsmarine und des Wehrkreises X. 1947 schuf er für seine Studenten den „Grundriß der Orthopädie“, das einzige Lehrbuch, das es unmittelbar nach dem Krieg gab. M. war zweimal Vorsitzender der Deutschen Orthopädischen Gesellschaft und leitete die Kriegstagung 1944 in Wien und ihren Kongreß 1955 in Hamburg. Schon frühzeitig setzte er sich für eine enge Verbindung zwischen Orthopädie und Traumatologie ein.|

  • Auszeichnungen

    Bayer. Mil.-Sanitäts-Orden (1916);
    Ehrenmitgl. d. Ital. Orthopäd. Ges.;
    Mitgl. d. Leopoldina.

  • Werke

    Vollst. W-Verz. in d. Bibl. d. Orthopäd. Univ.klinik Hamburg.

  • Literatur

    K. Lindemann, C. M. z. Gedächtnis, Rede anläßl. d. Gedenkfeier d. Med. Fak. Hamburg am 12.12.1958. in: Jb. d. Fürsorge f. Körperbehinderte, 1959, S. 249;
    ders., in: Zs. f. Orthopädie u. ihre Grenzgebiete 91, 1959, S. 1 f.;
    R. Wilde, in: Hamburger Ärztebl. 12, 1958, H. 8;
    P. Bade. Die Gesch. d. Dt. Orthopäd. Ges. (bis 1936), 1939;
    P. Pitzen, Die Gesch. d. Dt. Orthopäd. Ges. 1936–62, 1963, S. 30, 69,94,96, 123 f., 180 u. 212 (P);
    Kürschner, Gel.-Kal. 1950.

  • Autor/in

    Markwart Michler
  • Zitierweise

    Michler, Markwart, "Mau, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 423-424 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139699880.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA