Lebensdaten
1829 bis 1914
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Verleger
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116552115 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Brockhaus, Heinrich Eduard
  • Brockhaus, Eduard

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Zitierweise

Brockhaus, Eduard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd116552115.html [23.09.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich s. (3); B Rudolf (1838–98), Verleger und Drucker; Budapest 1854 Emilia (Milly, katholisch),| T des königlich ungarischen Rats und Bankiers Bernard Weiß in Budapest; 6 S, u. a. Albert s. (1), Heinrich s. (4), Fritz (siehe Einleitung).

  • Leben

    Nachdem B. in Leipzig, Heidelberg und Berlin studiert hatte, entschied er sich für den Beruf seines Vaters und begann im September 1850, unmittelbar nach seiner Promotion, seine Lehre in der väterlichen Firma. Er arbeitete sich rasch ein, erhielt schon zwei Jahre später Prokura und wurde mit 25 Jahren Teilhaber. Er hatte das große Glück, 20 Jahre an der Seite seines Vaters arbeiten zu können, einerseits von ihm lernend, andererseits ihn entlastend. Auch B. widmete sich mit ganzer Kraft und größter Gewissenhaftigkeit der Fortentwicklung der Firma und wurde dabei 1863-95 von seinem Bruder Rudolf unterstützt, der sich wie seinerzeit sein Onkel Friedrich vornehmlich der Druckerei widmete (1894 waren 30 Schnellpressen und eine Rotationsmaschine in Betrieb), seit 1881 auch von seinem Sohn Albert, seit 1889 auch von seinem Neffen Rudolf. B. besaß wie sein Vater die Kunst strenger Lebensführung; Arbeit und Pflicht gingen der Familie vor, zur Arbeit für die Firma trat in weitem Ausmaß die für den Stand, die Vaterstadt, das Volk, traten redaktionelle und schriftstellerische Aufgaben.

    B. war eine an Kenntnissen reiche, geistig überlegene Persönlichkeit: man wählte ihn zum Vorsitzenden des Deutschen Buchdruckervereins (1872–86) und des Vereins der Buchhändler zu Leipzig (1880–94), er war Schriftführer, 2. und 1. Vorsteher (1892–95) und schließlich Ehrenmitglied des Börsenvereins Deutscher Buchhändler. Auf seine Anregung entstanden die großen historischen Unternehmungen des Börsenvereins und die historische Kommission, die sie überwachte. Den großen und vielseitigen organisatorischen Bestrebungen, die den Börsenverein in den 80er Jahren erfüllten, stand B. lange zweifelnd und ablehnend gegenüber; als er die Notwendigkeit neuer Formen einsah, stellte er sich ganz auf Seiten Adolf Kröners, des Führers der Reform, stritt mit ihm für die Gesundung des Sortimentsbuchhandels und wurde 1892 sein Nachfolger im Börsenverein. Wie sein Vater hat B. auch aktiv ins politische Leben eingegriffen: 1871-78 war er nationalliberaler Abgeordneter im Deutschen Reichstag und lebhaft an der Gestaltung des Pressegesetzes und der Urhebergesetzgebung interessiert. Die Begegnung mit Bismarck, den er bewunderte und verehrte und auch nach dessen Entlassung wiederholt besuchte, ebenso wie die Beziehung zu Moltke gehörten zu den wertvollsten Eindrücken seines reichen Lebens.

    Unter den literarischen Arbeiten ragen die Biographie seines Großvaters Friedrich Arnold und die Geschichte der Firma F. A. B. zum 100jährigen Jubiläum 1905 hervor. Bemerkenswert ist, daß B. die in seinem Verlag erscheinende Deutsche Allgemeine Zeitung 1857-63 auch selbst redigiert hat.

  • Literatur

    B. Hartmann, in: Adreßbuch d. Dt. Buchhandels, 1915; S. Hausmann, in: DBJ I, S. 7-9 (u. Totenliste 1914, L);auch zu 1), 2), 3): ADB III; H. E. Brockhaus, Die Fa. F. A. B. 1805-1905, 1905 (mit Lebensbeschreibung v. allen Inhabern); G. Menz, Das Haus B., in: Dt. Buchhändler, 1925; F. Schulze, Der dt. Buchhandel u. d. geist. Strömungen d. letzten 100 J., 1925; P. v. Gebhardt, Gesch. d. Fam. B. aus Unna in Westfalen, als Ms. gedr. 1928;s. a. W v. Heinr. (s. 3).

  • Portraits

    Ölgem. v. Th. Große, 1874, Abb. b. Schulze, S. 168 (s. L); Marmorbüste v. F. Klimsch, 1910, u. Ölgem. v. E. Urban, 1915/16 (beide in Leipzig, verbrannt); Phot. b. Gebhardt, Tafel XXIV (s. L).

  • Autor

    Annemarie Meiner
  • Empfohlene Zitierweise

    Meiner, Annemarie, "Brockhaus, Eduard" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 625 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd116552115.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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