Lebensdaten
1897 bis 1960
Geburtsort
Olten (Schweiz)
Sterbeort
Winterthur
Beruf/Funktion
Organist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 12056789X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Matthaei, Karl
  • Matthaei, Carl

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Zitierweise

Matthaei, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd12056789X.html [04.04.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Karl (1846–1917), Apotheker, S d. Karl in Naila (Oberfranken);
    M Ida (1863–1950), T d. Kaufm. Friedrich Hertel in Nürnberg u. d. Sophie Dillenius;
    Leipzig 1921 Marguerite (1892–1984), T d. Joseph Zübelen, Dir. b. d. Chemie-Fa. Geigy in Basel, u. d. Selina Vogt; kinderlos.

  • Leben

    M. besuchte die Schule in Basel und das dortige Konservatorium, wo er als Schüler von Hans Huber, Ernst Levy und Adolf Hamm das Klavier- und Orgeldiplom erwarb. Daneben studierte er an der Universität Musikwissenschaft bei Karl Nef und Kunstgeschichte bei Friedrich Rintelen. 1920-23 war er am Konservatorium in Leipzig Schüler und Mitarbeiter des Thomaskantors Karl Straube, mit dem ihn alsbald eine fruchtbare Freundschaft verband. Nach Tätigkeit als Chorleiter und Organist in Wädenswil (Zürichsee) wurde M. 1925 als Organist und Cembalist des Musikkollegiums sowie als Direktor und Orgellehrer der Musikschule in Winterthur berufen (seit 1942 Konservatorium). 1939 wurde ihm zusätzlich das Organistenamt an der Stadtkirche Winterthur übertragen. Seit 1922 unternahm er zahlreiche Konzertreisen in fast alle europ. Länder, 1950 auch nach Nordamerika. Wirkungsreiche Tätigkeit entfaltete er auch als Präsident des Züricherischen Organistenverbandes (1945–50), als Vorsitzender der Redaktionskommission der Zeitschrift für ev. Kirchenmusik „Musik und Kirche“ sowie als Mitglied des Arbeitsausschusses der Internationalen Bachgesellschaft, bei deren Schaffhausener Bach-Festen er musikalisch mitwirkte und in deren Auftrag er im Atlantis-Verlag die Bach-Gedenkschrift 1950 herausgab. Eine zunehmende Augenerkrankung hemmte seit 1950 seine Schaffenskraft.

    Das besondere Interesse M.s richtete sich auf die stilgetreue Wiederbelebung der älteren Orgelmusik sowie auf die Durchdringung ihrer Geschichte. In seinen Winterthurer Orgelkonzerten stellte er in zyklischer Folge die Entwicklung der Orgelmusik dar, und mit seinem Buch „Vom Orgelspiel“ (1936, 21949) bot er eine wertvolle Darstellung seiner orgelgeschichtlichen Einsichten und orgelkünstlerischen Erfahrungen. Als|Schüler Straubes und durch seine Zusammenarbeit mit Willibald Gurlitt bei der praktischen Ausgabe der Orgelwerke von Michael Praetorius (1930) sowie bei der Pflege der Orgelmusik an der Praetorius-Orgel in der Univ. Freiburg i. Br. war er mit der deutschen Orgelbewegung verbunden. Doch hat er sich dieser Bewegung, die die ältere, insbesondere barocke Orgel und Orgelmusik als vorbildlich ansah, nicht einseitig verschrieben. Auch die Orgelwerke Max Regers sowie das zeitgenössische Orgelschaffen bildeten Schwerpunkte seines Orgelspiels, dessen lebendige Klarheit gerühmt wurde. Zahlreiche von ihm disponierte Orgeln in der Schweiz bekunden sein Bestreben, die Vorzüge des barocken Orgelbaus mit den Erfordernissen der gegenwärtigen Orgelmusik in Einklang zu bringen. Die Orgelliteratur bereicherte er durch praxis- und unterrichtsorientierte Neuausgaben der Orgelwerke von Johann Pachelbel (4 Bde., 1928–36) und Johann Jakob Froberger (1931) sowie der Orgelkonzerte op. 4 von Georg Friedrich Händel (o. J.) und durch seine Sammlung „Orgelmeister des 17. und 18. Jh.“ (1933).

  • Werke

    Weitere W Ausgaben: D. Buxtehude, Zehn Solo-Kantaten, 1926-41;
    C. Monteverdi. Magnificat, 1942. – Schrr: Orgel u. Orgelmusik, in: Atlantisbuch d. Musik, 1934, 101964, S. 392-406;
    Die Baugesch. d. Stadtkirchenorgel zu Winterthur, 1941;
    Dank an Karl Straube, in: Karl Straube zu seinem 70. Geb.tag, 1943, S. 90-95;
    J. S. Bachs Orgel, in: Bach-Gedenkschr., 1950, S. 118-49. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Univ. Freiburg i. Br., Musikwiss. Seminar; Winterthur, Stadtbibl.

  • Literatur

    E. Nievergelt, in: Musik u. Gottesdienst 41, 1960, S. 33-40;
    K. M., hrsg. v. Musikkollegium Winterthur u. v. d. Ref. Kirchenpflege Winterthur, 1960 (W-Verz., P).

  • Autor/in

    Hans Heinrich Eggebrecht
  • Empfohlene Zitierweise

    Eggebrecht, Hans Heinrich, "Matthaei, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 390 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd12056789X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA