Lebensdaten
1851 – 1942
Geburtsort
Oldenburg
Sterbeort
Leiden
Beruf/Funktion
Paläontologe ; Geologe ; Paläontologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116804696 | OGND | VIAF: 22902840
Namensvarianten
  • Martin, Johann Karl Ludwig
  • Martin, J. K. L.
  • Martin, K.
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Martin, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116804696.html [27.01.2023].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1811–1900), Postdir. in O.;
    M Anna Hoffmann (1815–1910) aus Norden (Ostfriesland);
    B Johannes (1855–1935). Museumsdir.;
    1) Jever 1875 Anna (* 1846), T d. Kaufm. Frdr. Bernhard Fittica u. d. Alida Christina Doorward, 2) Rotterdam 1908 Hillegonda Icke (1881-1966?), T des Godfried Icke (1846-1924) und der Hillegonda Muns (1858-1921);
    S aus 1) Wilhelm (* 1876), Dir. d. Gem.gal. Mauritshus im Haag, Prof. d. Kunstgesch. an d. Univ. Leiden.

  • Biographie

    M. studierte in Göttingen Naturwissenschaften und wurde 1874 im Fach Paläontologie und Zoologie mit der Arbeit „Ein Beitrag zur Kenntnis fossiler Euganoiden“ promoviert. In Göttingen war er 1. Assistent bei K. v.von Seebach, bevor er als Gymnasiallehrer 1876 nach Wismar ging. Sein Interesse an den eiszeitlichen Geschieben Norddeutschlands führte ihn nach Leiden, wo er die Sammlung von W. C. H. Staring (Verfasser des Werkes: „Der Boden der Niederlande“) besichtigte. 1877 wurde er auf den neugegründeten Lehrstuhl für Geologie, Mineralogie, Kristallographie und Paläontologie an der Rijksuniversiteit Leiden berufen. Er blieb der Univ. Leiden fast ein halbes Jahrhundert verbunden und war 1895/96 Rector Magnificus. 1878 erfolgte bereits die Ernennung zum Direktor der Geologisch-Mineralogischen Sammlungen, die bislang H. Schlegel, dem Direktor des „Rijksmuseums van Natuurlijke Historie“, unterstanden hatten. 1880 wurde diese Abteilung ein eigenständiges Museum; M. blieb bis zu seiner Pensionierung 1921 Direktor. 1892 konnte ein Neubau (im Van der Werf-Park) bezogen werden.

    M.s wissenschaftliche Verdiensie liegen vor allem auf paläontologischem Gebiet. Er verstand es. die zahlreichen schlummernden Aufsammlungen aus der Zeit der Erforschung der niederländ. Kolonien (F. Junghuhn, R. D. M. Verbeek. van Schelle, J. Kneppelhout. Wing Easton etc.) zu ordnen und zu bearbeiten. Insbesondere widmete er sich den tertiären Molluskenfaunen von Java, Neu-Guinea, Sumatra, Borneo, Celebes und Ceram sowie den Wirbeltierfunden. Gestützt wurden diese Untersuchungen durch eigene Expeditionsreisen, so 1891/92 nach den Molukken und 1910 nach Java, bei denen er von seiner zweiten Frau begleitet wurde. Seine erste große Expeditionsreise hatte ihn bereits 1884/85 nach Westindien geführt. Ihm ist die systematische wissenschaftliche Erforschung und Fossilaufsammlung in den überseeischen Territorien der Niederlande zu verdanken, die sich in geologisch übergeordneten Fragestellungen zur Stratigraphie und zur Paläogeographie und damit in wesentlichen wissenschaftlichen Arbeiten zur Entstehung des Ost- und Westindischen Archipels im Mesozoikum und Kanozoikum niederschlugen. Unter seiner Leitung wurde das Geologisch-Mineralogische Reichsmuseum in Leiden durch den Ankauf von wichtigen Stücken wie z. B. Flugsauriern (Pterodactylus, Rhamphorynchus), Ichthyosauriern und fossilen Säugetieren zu einem der bedeutendsten Museen seiner Art in Europa.

    Neben seinen Arbeiten über fossile Mollusken behandelte M. eine Reihe anderer Themen, so den Keilbein-Zungenbeinapparat von Archegosauriern, Mammutreste aus den Niederlanden. Kalkalgen und Großforaminiferen, Goldkristalle, Salzbildungen und die Geomorphologie norweg. Fjorde. Ein spezielles Phosphatmineral von Curaçao wurde (von J. H. Kloss) nach ihm „Martinit“ benannt.|

  • Auszeichnungen

    Orden vom Niederländ. Löwen;
    Mitgl. d. Koninkl. Ak. van Wetenschappen zu Amsterdam (1894), Mitgl. d. Hollandsche Maatschapij d. Wetenschappen (1890), Ehrenmitgl. d. Univ. Rostock, Mitgl. d. Leopoldina, korr. Mitgl. d. Academy of Natural Sciences, Philadelphia.

  • Werke

    u. a. Die Tertiärschichten auf Java, 1879 f.;
    Eine Reihe v. Veröff. üb. Niederländ. Südostasien in d. v. ihm hrsg.Slgg. d. Geolog. Reichsmus. Leiden“ (SGRL), 1891-1923, z. T. auch in: Jaarboek van het Mijnwezen in Nederlandsch (Oost)-Indie;
    Reisen in den Molukken, I, Eine Schilderung v. Land u. Leuten, 1894, II, Geolog. T., 1903.

  • Literatur

    N. Wing Easton, in: Jb. d. Geol. Mijnbouwk. Genotsch. Nederl. Kolonien, 1922, S. 9-22 (P);
    B. G. Escher, K. M. als directeur van het Rijksmuseum van Geologie en Mineralogie, in: Leidsche Geol. Mededeelingen, 1931, T. 5, S. 1-15 (P);
    P. H. Kuenen, K. M. als docent, ebd., S. 17-20 (P).

  • Autor/in

    Dietrich Herm
  • Zitierweise

    Herm, Dietrich, "Martin, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 288-289 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116804696.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA