Lebensdaten
1849 bis 1936
Geburtsort
Kassel
Sterbeort
Tharandt
Beruf/Funktion
Forstwissenschaftler
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 137361904 | OGND | VIAF: 81562992
Namensvarianten
  • Martin, Heinrich
  • Martin, H.
  • Martin, Heinrich K. Ch.

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Zitierweise

Martin, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137361904.html [13.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Julius (1812–94), D.theol., Gen.sup. in K. (s. L), S d. Siegmund Peter (1780–1834), Advokat u. pol. Schriftsteller in Homberg (s. L), u. d. Amalie Rommel;
    M Charlotte (1821–56), T d. Pfarrers Karl Friedrich Graf in Mandern u. d. Charlotte Biskamp;
    1) Natorp b. Unna 1883 Amalie (1858–85), T d. Gutsbes. Natorp, 2) Hamburg 1890 Helene (1862–1940), T d. Georg Schmilinsky (1826–63), Großkaufm. u. Konsul in Rio de Janeiro, u. d. Ernestine Diederichsen;
    1 S aus 1) (⚔), 3 S aus 2), u. a. Kurt (* 1892), Sup. in Dresden.

  • Leben

    Nach Abitur und praktischer Vorbereitungszeit studierte M. in Hann.-Münden Forstwissenschaft und besuchte in Leipzig vor allem volkswirtschaftliche Vorlesungen bei W. Röscher. 1872 legte er die forstliche Abschlußprüfung ab, 1876 die Staatsprüfung. Bis zu seinem 50. Lebensjahr wirkte M. in seiner kurhess. Heimat in der forstlichen Praxis, zunächst als Mitglied der Taxationskommission in der Forsteinrichtung und dann als Forstamtsleiter (Oberförsterei Jesberg 1881–93, Forstamt Merenberg 1896–99). Neben seiner Tätigkeit als Förster promovierte M. 1881 und veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, die seinen Ruf als Forstwissenschaftler begründeten. 1899-1906 war er an der preuß. Forstakademie Eberswalde tätig (1903 Prof.); seit 1906 an der sächs. Forstakademie Tharandt. Auch nach der Emeritierung 1924 hielt M. weiterhin Vorlesungen; noch 1932 erschien „Die geschichtliche Methode in der Forstwirtschaft mit besonderer Rücksicht auf Waldbau und Forsteinrichtung“, eine Zusammenschau seiner Lehren. Das umfassende Wissen M.s erstreckte sich auf alle Fachbereiche der Forstwissenschaft, die er zum Teil auch in Vorlesungen vertreten und zu denen er in Veröffentlichungen Stellung genommen hat. Sein eigentliches Lebenswerk aber galt der Forsteinrichtung und ihren theoretischen und praktischen Grundlagen. Sein bekanntes Buch „Die Forsteinrichtung“, erschienen 1903, erlebte bis 1926 vier Auflagen. Als Schüler G. Heyers war M. überzeugter Vertreter der Bodenreinertragslehre. Eigene Untersuchungen auf diesem Gebiet legte er in dem Werk „Die Folgerungen der Bodenreinertragslehre für die Erziehung und Um-triebszeit der wichtigsten deutschen Holzarten“ (5 Bde., 1894–99) nieder. Wesentlich beigetragen hat M. auch zur wissenschaftlichen Begründung und Weiterentwicklung der Forstlichen Statik (Forsteinrichtung). Dabei erschien ihm bei forstlichen Entscheidungen, neben der rein rechenhaften Bilanzierung von Aufwand und Ertrag, die Berücksichtigung natürlicher Grundlagen wie Standortverhältnisse und Wachstumsfaktoren wesentlich.|

  • Auszeichnungen

    Viermal wurde M. in Tharandt zum Rektor gewählt;
    Dr. h.c. (Forstl. Hochschule Hann.-Münden);
    Ehrenbürger d. Forstl. Hochschule Eberswalde;
    Ehrenmitgl. d. Forstwiss. Ges. Finnlands.

  • Werke

    Weitere W u. a. Die Forstwirthsch. d. isolierten Staates u. ihre Beziehungen z. forstl. Praxis. Diss. Leipzig 1881;
    Wegnetz. Eintheilung. u. Wirthsch.-plan in Gebirgsforsten, 1882;
    Der höhere forstl. Unterricht mit bes. Berücksichtigung s. gegenwärtigen Zustandes in Preußen, 1897;
    Die ökonom. Grundlagen d. Forstwirtsch., Ein Grundriß zu Vorlesungen, 1904;
    Die forstl. Statik, Ein Hdb. f. leitende u. ausführende Forstwirte, sowie z. Studium u. Unterricht. 2 Bde., 1905/11, 21918;
    Die Fortbildung d. sächs. Forsteinrichtungsverfahrens, 1920.

  • Literatur

    E. Wiedemann, in: Forstarchiv 5, 1929, S. 464 f.;
    ders., ebd. 12, 1936, S. 78 f.;
    ders., in: Zs. f. Forst- u. Jagdwesen 68, 1936, S. 625-29;
    Zs. f. Forst- u. Jagdwesen 61, 1929, S. 696-99;
    Groß, in: Tharandter Forstl. Jb. 80, 1929, S. 289-306 (W-Verz., P);
    F. Heske, ebd. 81, 1930, S. 43-47;
    H. Martin, in: Lb. aus Kurhessen u. Waldeck VI, 1958, S. 209-21 (L, P);
    H. Kurth u. H. Landbeck, in: Wiss. Zs. d. TU Dresden 17, 1968, S. 171-80;
    Nachrr. d. J. P. Martinschen Fam.verbandes e.V. 1924-37 (H. 3, 6, 16, 17, 19, 25, 26, 29, 30). – Zu Gvv Siegmund Peter: E. Martin, in: Lb. aus Kurhessen u. Waldeck II, 1940, S. 255-67 (W, L); – zu V Julius:
    ders., ebd. I, 1939, S. 203-09.

  • Autor/in

    Dorothea Hauff
  • Empfohlene Zitierweise

    Hauff, Dorothea, "Martin, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 287 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137361904.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA