Lebensdaten
1580 bis 1651
Geburtsort
Lauingen
Sterbeort
Straßburg
Beruf/Funktion
Maler ; Kupferstecher ; Miniaturist ; Radierer
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 130498300 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Brendel, Friedrich
  • Brändel, Friedrich
  • Brentel, Friedrich
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Weitere Erwähnungen in der NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Brentel, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd130498300.html [20.01.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Georg (erwähnt 1554, 1610), Maler, Zeichner, Verleger und wahrscheinlich auch Kupferstecher in Lauingen, 1587 in Straßburg (Bürgerrecht am 6.5.1587);
    M Anna Gailhofer;
    Schw Regina ( 1610 Maler Hans Bühler aus Niederehnheim, Elsaß);
    1601 Anna Brackenhoffer;
    K Hans Friedrich, Miniaturmaler, tätig in Straßburg und Wien, David, Miniaturmaler und Radierer (siehe ThB), Anna Maria, genannt Brentelin oder Brendlerin (1613–33, Steinschneider und Kupferstecher Israel Schwarz aus Augsburg), Miniaturmalerin.

  • Leben

    B. war Schüler seines Vaters, kam 1595 als Geselle bei Melchior Spener nach Straßburg, dann folgte wahrscheinlich ein Aufenthalt in den Niederlanden. Er trat zunächst mit Kupferstichen für den Lothringer und den Stuttgarter Hof auf; zugleich begann seine Tätigkeit als Miniaturist auf allen Gebieten: Landschaft, Portrait, Wappenbücher, Allegorien, historische, mythologische und religiöse Szenen, Kalligraphie und Miniaturkopien nach berühmten Kunstwerken, z. B. Michelangolo (Jüngstes Gericht), Elsheimer, Rubens u. a. Seine Kundschaft erstreckte sich außer den offiziellen Kreisen der Stadt und Universität Straßburg auf den elsässisch-lothringischen und südwestdeutschen Adel. Als Hauptwerk gilt sein zweibändiges Manuskript des „Officium Beatae Mariae Virginis“, 1647 für den Markgrafen Wilhelm von Baden-Baden hergestellt, mit 12 Monatsbildern, zahlreichen ganzseitigen biblischen Darstellungen und Bildnissen des Markgrafen (Bibliothèque Nationale Paris). In älteren Inventaren erwähnte Gemälde (Öl oder gefirnißte Tempera) sind heute nicht zu identifizieren. Dagegen bestehen enge Beziehungen zur Buchillustration (auch außerhalb des Elsaß) und zur Glasmalerei. - Zu B.s Schule gehörten außer seinen 2 Kindern und seinem Schwager Hans Bühler u. a. der berühmte Miniaturist und Illustrator Johann Wilhelm Baur ( 1642), der Goldschmied und Ornamentstecher Tobias Frankenberger, der Miniaturmaler H. S. Besserer (wohl eher Johann Jacob B. aus Speyer, der sich um 1640-57 in Straßburg aufhielt), endlich der spätere Stillebenmaler Sebastian Stoskopff (1597–1657).

  • Werke

    Weitere W u.a. Miniaturen: Mitgll. d. Fam. Hohengeroldseck, Solms, Rappolstein, Fleckenstein, Leiningen, Baden-Durlach u. d. Wild- u. Rheingrafen (Kunsthalle Karlsruhe);
    Einzelminiaturen (Straßburg, Musée des Beaux-Arts, Frankfurt, Städt. Mus.);
    Handzeichnungen in einem Sammelbd. im Besitz d. Fam. Wille (Meilen b. Zürich);
    Kupf.: Luc. Osiander, 1601, Hzg. Joh. Fr. v. Sachsen. 1609, u. a.;
    Pompe Funèbre de Charles 3e du nom, duc de Lorraine, Nancy 1608/09, nach Zeichnungen v. Claude de la Ruelle u. Jean de La Hire (18 Bll.);
    Hoffeste b. d. Taufe d. Prinzen Ulrich v. Württ. zu Stuttgart (mit Math. Merian), 1617 (92 Bll.): Vier Bll. Cartouchen, 1617;
    versch. Arbb. f. Stadt, Univ. u. Verleger zu Straßburg;
    die Ill. z. „Argenis“ v. J. Barclay, 1623, sind nach B.s Zeichnungen v. Claude Mellan gestochen.

  • Literatur

    ADB III;
    A. Cirodie, in;
    Ill. Elsäss. Rdsch. 11, Straßburg 1909, S. 37-49 (L);
    H. Rott, Kunst u. Künstler am Baden-Durlacher Hofe, 1917, S. 103;
    K. Obser, Oberrhein. Miniaturbildnisse F. B.s u. seiner Schule, = Sonderdr. aus ZGORh, 1934;
    H. Haug, Musée des Beaux-Arts de Strasbourg, Cat. des Peintures Anciennes, 1938, S. 225-28;
    F. G. Pariset, B. et l'Argenis de Barclay, in: Trois Siècles d'Art Alsacien (Archives Alsacien-nes d'Hist. de l'Art XVI), Straßburg 1948, S. 1 bis 21;
    ThB (W, L. auch f. V Georg, S Hans Friedr. u. T Anna Maria).

  • Portraits

    Selbstbildnis als 67jähriger, Miniatur (letzte Seite d. „Officium Beatae Mariae Virginis“).

  • Autor

    Hans Haug
  • Empfohlene Zitierweise

    Haug, Hans, "Brentel, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 597 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd130498300.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Brentel: Friedrich B., Miniaturmaler und Radirer, geb. um 1575, wurde 1601 Bürger zu Straßburg im Elsaß und starb daselbst 1651. B.|malte Landschaften, Bildnisse und Historien in Miniatur; so befinden sich von ihm Blätter in: "Officium B. Mariae Virginis, Pii V., Pont. Max., jussu editum" (1647), im Besitze der kaiserl. Bibliothek zu Wien. Bekannter übrigens ist er durch seine Radirungen. Sein Hauptwerk darunter ist: "Dix grandes Tables, contenantes les pourtraictz des ceremonies, honneurs et pompe funebres, faitz au Corps de feu Serenissime Prince Charles 3 — duc de Lorraine — depuis le 14 May 1608 qu'il deceda jusques au 12e Juillet suivant —, outre la pompe funebre du conuoy — figuré en 48 tables dont Claude de le Ruelle — est Inuenteur etc.". Im Ganzen sind es 65 Stücke, das Titelblatt ist gestochen von M. Merian. Nach Cl. de la Ruelle stach B. auch eine Ansicht von Nancy, 1611. Ferner gingen aus seiner rührigen Nadel hervor: das Bildniß Johann Friedrichs, Herzog von Sachsen (1609), der Große Saal des Schlosses zu Stuttgart (1619), Blätter in Esaias van Hulsen's "Aigentliche Wahrhaffte Delineatio — aller der Fürstlichen Aufzüg und Rütterspil — In der herzoglichen Hauptstatt Stuttgartt" — 1617, ferner Landschaften, Cartuschen, Bildnisse etc. Diese Blätter sind zumeist recht interessant, aber wir können doch nicht sagen, daß sie vom Standpunkt der Kunst sich über die Mittelmäßigkeit erhöben; sie pflegen zumeist wenig sicher in der Zeichnung zu sein. Auch seine Miniaturen sind nicht hervorragend. B. zeichnet mit den Initialen F. B. oder mit einem aus diesen Buchstaben zusammengesetzten Monogramm. Die Blätter des beträchtlich frühern, auch in Straßburg lebenden Franz Brun sind ihm fälschlicher Weise zugeschrieben worden.

  • Autor

    W. Schmidt.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Wilhelm, "Brentel, Friedrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 313-314 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd130498300.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA