Lebensdaten
1854 bis 1920
Geburtsort
Wiblingen bei Ulm
Sterbeort
Stuttgart
Beruf/Funktion
württembergischer General und Kriegsminister
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 137319401 | OGND | VIAF: 81526357
Namensvarianten
  • Marchtaler, Otto von
  • Marchtaler, Otto Erhard von
  • Marchthaler, Otto von

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Zitierweise

Marchtaler, Otto von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137319401.html [24.11.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich (1822–91), württ. Oberst, S d. Hans (1786–1848), württ. Major, u. d. Franziska Alexia Freiin v. Handel (1794–1880);
    M Elise (1830–94), T d. Joh. Friedrich Müller, Fürstl. Fürstenberg. Rechnungsrat in Donaueschingen, u. d. Friederike Lisette Christiane Glock;
    Heilbronn 1879 Helene (1855–1935), T d. Ewald Milz, Generalstaatsanwalt in Stuttgart, u. d. Berta Luise Marie Haag; kinderlos.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Gymnasiums in Stuttgart, Ellwangen und Ludwigsburg, den jeweiligen Garnisonstädten des Vaters, trat M. 1869 in die württ. Kriegsschule in Ludwigsburg ein, kam – kriegsbedingt – am 21.7, 1870 als Portepeefähnrich zum 4. Infanterie-Rgt. und wurde im Dezember zum Leutnant auf Kriegsdauer ernannt. Seit 1884 Hauptmann und Kompaniechef im 2. Infanterie-Rgt. Nr. 120, seit 1886 Adjutant beim Generalkommando XIII. (Württ.) Armeekorps, wurde er 1890 Major und Ende 1893 bei gleichzeitiger Ernennung zum Flügeladjutanten des württ. Königs zur Dienstleistung beim Militärkabinett des Kaisers nach Berlin kommandiert. Aufgrund der kurz zuvor abgeschlossenen sog. Bebenhäuser Konvention, durch die die Dienstverhältnisse der württ. Offiziere den preuß. angeglichen wurden und Personalentscheidungen fortan teilweise von Berlin aus erfolgten, war es M.s Aufgabe, der neuen Stelle eines württ. Vertreters im Kabinett das nötige Gewicht zu geben. Nachdem er 1897 zum Oberst befördert worden war, leitete er seit 1898 die u. a. für Offizierpersonalien zuständige Militärabteilung des württ. Kriegsministeriums. 1900 wurde er württ. Militärbevollmächtigter in Berlin. 1903 erfolgte M.s Berufung zum Kommandanten von Stuttgart und Vorstand des|Oberrekrutierungsrats, am 10.6.1906 zum Staatsminister des Kriegswesens. Seit 1908 zugleich Generaladjutant des Königs, wurde er im selben Jahr zum General d. Inf. und 1918 zum Generaloberst ernannt. Entschieden vertrat M. die Eigenständigkeit der württ. Militärverwaltung, so 1913/14 gegenüber dem aus Preußen stammenden Kommandierenden General des XIII. Armeekorps. Von September 1914 bis Januar 1916 übernahm M. zusätzlich das Amt des stellvertretenden Kommandierenden Generals des XIII. Armeekorps. Auf diese Weise sollten direkte Weisungen zentraler Berliner Stellen über die stellvertretenden Generalkommandos aufgefangen werden; seit Ende 1915 wurden dann Aufgaben der Kriegsamtsstellen dem württ. Kriegsministerium förmlich übertragen. In die für die Kriegswirtschaft wichtigen Stellen berief M. für diesen Bereich fachkundige Reserve- und Landwehroffiziere, so daß die württ. Interessen gewahrt werden konnten und auch das Verhältnis von Arbeitgebern und Arbeitnehmern von Störungen weitgehend freiblieb. Politik, vor allem Parteipolitik, war M. „geradezu widerlich“ und hatte im Krieg nach seiner Meinung ganz hinter militärischen Notwendigkeiten zurückzustehen. Dies behinderte den gleichbleibend korrekten Verkehr zu Parteivertretern (einschließlich der Sozialdemokratie) nicht. Wegen seines Herzleidens trat M. in die am 8.11.1918 parlamentarisch gebildete letzte königlich württ. Regierung nicht mehr ein.

  • Literatur

    Mil.hdb. d. Kgr. Württemberg, 1913;
    F. v. Grävenitz, Die Entwicklung d. württ. Heerwesens, 1921;
    O. v. Moser, Die Württemberger im Weltkrieg, 1927 (P);
    K. v. Muff, in: Württ. Nekr. f. 1920 u. 1921, 1928, S. 19-24 (L). – Kleiner Nachlaß im Hauptstaatsarchiv Stuttgart.

  • Autor/in

    Günter Cordes
  • Empfohlene Zitierweise

    Cordes, Günter, "Marchtaler, Otto von" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 117 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137319401.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA