Lebensdaten
1757 bis 1830
Geburtsort
Mantua
Sterbeort
Bad Ischl
Beruf/Funktion
Montanindustrieller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137132700 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Manz, Anton (bis 1786)
  • Manz, Anton von
  • Manz von Mariensee, Anton
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Porträt(nachweise)

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Zitierweise

Manz von Mariensee, Anton, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137132700.html [01.06.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Franz Anton (* 1726), Hauptm. im Königsegg. Inf.-Rgt.;
    M Anna de Vorinic;
    Josepha Edle v. Ebenau; kinderlos;
    N Vinzenz (1800–65), Gewerke (s. ÖBL).

  • Leben

    M., der vermutlich an der Bergakademie in Schemnitz eine gründliche montanistische Ausbildung erhalten und anschließend in der Steiermark praktische Erfahrungen auf den Gebieten des Bergbaues und der Erzgewinnung gesammelt hatte, kam 1796 in die Bukowina. Im selben Jahr erwarb er dort die von Notabein des Landes gegründete Gewerkschaft zur Ausbeutung mineralischer Bodenschätze, insbesondere der reichen Lager von Magnesiteisen, die 1784 Grubenbetriebe und Eisenhämmer in Jakobeny errichtet hatte. Da diese von Nichtfachleuten eingerichteten Betriebe, bestehend aus einem Holzkohlehochofen und zwei Frischfeuern, infolge zu geringer Produktivität in finanzielle Schwierigkeiten geraten waren, mußte M. Bergarbeiter aus der Zips zur Ansiedlung in Jakobeny gewinnen, mit deren Hilfe er umfassende Rationalisierungsmaßnahmen und den Ausbau des Hüttenwerkes zu einem ertragreichen Unternehmen in die Wege leiten konnte. Die von ihm 1797 auf Schürfung in die nähere Umgebung ausgesandten Bergleute entdeckten in Kirlibaba am Oberlauf der Goldenen Bistritz Silber- und Blei-Lagerstätten, woraufhin M. 1801|eine Bleischmelzhütte samt fünf Röstöfen und einem Pochwerk errichtete. Die in der Nähe entstandene Siedlung wurde Mariensee genannt.

    Mit den erzielten Gewinnen erweiterte er das Eisenwerk in Jakobeny, ließ einen zweiten Hochofen sowie vier neue Hammerwerke errichten und wurde damit zum Begründer des modernen Bergbauwesens in der Bukowina. Als die Erträge in Kirlibaba zurückgingen, erwarb M. 1820 die Steinkohlengruben in Kolomea (Galizien) und 1823 die Kupfergruben in Požoritta und Luisenthal in der Südbukowina. Mit den reichen Überschüssen der Kupfergruben erweiterte M. das Eisenwerk in Jakobeny durch die Eisensteingrube Ober- Arschitza. Die im Geiste des Josephinismus gehandhabte soziale Fürsorge für Arbeiter und Angestellte seines Unternehmens veranlaßte ihn, den Bau von Wohnsiedlungen in der Nähe der Hüttenwerke zu fördern sowie Pensionen und Renten an ausgeschiedene Betriebsangehörige bzw. deren Witwen und Waisen zu gewähren.

    Der erhebliche Energiebedarf, der aus den Wäldern in der Umgebung gedeckt wurde, führte zu einer Belebung des Wege- und Straßenbaues sowie zu einer für jene Zeit sehr fortschrittlichen Waldordnung bzw. Waldgesetzgebung. 1827 zog sich M. aus seinem damals in höchster Blüte stehenden Unternehmen zurück und übertrug die Leitung seinem Neffen Vinzenz, den er auch zum Universalerben einsetzte. In seinem Testament bedachte er alle noch tätigen oder schon pensionierten Werks- und Hüttenbeamten oder deren Witwen und Kinder.|

  • Auszeichnungen

    Ritterkreuz d. Leopoldordens (1817);
    Ehrenbürger v. Bad Ischl.

  • Literatur

    B. Walter, in: Bukowina, Landes- u. Amtsztg. 4, 1864, Nr. 87;
    F. Kleinwächter, Das Berg- u. Hüttenwesen in d. Bukowina, 1895;
    ders., Bergbau u. Hüttenwesen, in: Die österr.-ungar. Monarchie in Wort u. Bild, Bukowina, 1899, S. 502-14;
    Th. Naske, Manganerz-Bergbau in d. Bukowina, in: Stahl u. Eisen 28, 1908, S. 543-47;
    E. Prokopowitsch. in: Der Südostdeutsche, Ztg. d. Deutschen aus Südosteuropa 11, 1960, Nr. 18, S. 5;
    E. Beck, Bibliogr. z. Landeskde. d. Bukowina, Lit. b. z. J. 1965, 1966, S. 284, Nr. 5891-5906;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Emanuel Turczynski
  • Empfohlene Zitierweise

    Turczynski, Emanuel, "Manz von Mariensee, Anton" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 98 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137132700.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA