Lebensdaten
1905 bis 1982
Sterbeort
Freiburg (Breisgau)
Beruf/Funktion
Forstwissenschaftler ; Forsthistoriker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118730738 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mantel, Kurt
  • Mantel, Curt

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Zitierweise

Mantel, Kurt, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118730738.html [23.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus Forstmannsfam., aus d. seit d. 17. Jh. üb. 60 Namensträger in d. Forstwirtsch. u. Forstwiss. tätig waren (s. L);
    V Josef (1874–1939), Forstrat im bayer. Finanzmin., zuletzt GR u. Ministerialdir., Leiter d. Holzhandelsreferats d. Bayer. Staatsforstverwaltung (s. Schärl), S d. Forstrats Wilhelm;
    M Anna Stummer aus Würzburg;
    Ov Theodor (1871–1944), Forstrat im bayer. Finanzmin., zuletzt Ministerialdir. u. Chef d. Ministerialforstabt. (s. Schärl);
    1) 1934 Dr. Charlotte Jürgensen, 2) 1945 Gisela Papendorf, 3) 1970 Elsa Keller;
    1 S, 2 T.

  • Leben

    M. studierte 1923-27 in München Forstwissenschaft und promovierte 1929 mit einer forstgeschichtlichen Untersuchung. 1930 legte er die Große Forstliche Staatsprüfung ab. Als Forstrat bei der Regierung in Unterfranken beendete er 1933 das 1931 aufgenommene Studium der Rechtswissenschaft mit einer rechtsgeschichtlichen und verwaltungsrechtlichen Dissertation. 1934 erfolgte die Habilitation an der Univ. Würzburg, 1942 die Berufung zum o. Professor. In 45 Jahren Lehrtätigkeit an den Hochschulen Tharandt (1934–45), Hann. Münden (1945–54), Hamburg (1951–54) und Freiburg (1954–79) lehrte und forschte M. auf den Gebieten Forstpolitik, Holzmarktlehre, Forstgeschichte, Forstrecht, Jagdrecht, Landschafts und Naturschutzrecht. Während des 2. Weltkriegs (1942–44) begründete und leitete er eine Forstliche Versuchsanstalt in Krakau und übernahm gleichzeitig den Wiederaufbau und die Leitung der forstwissenschaftlichen Ausbildung in Lemberg. Außerdem baute M. während seiner Freiburger Zeit den Arbeitsbereich Holzmarktforschung aus und errichtete und betreute eine Zentrale Holzmarktforschungsstelle und eine Zentrale Holzmarkt- und Preisberichtsstelle.

    M.s Forschungstätigkeit fand in über 500 Veröffentlichungen, darunter 10 Büchern und weiteren umfangreichen Beiträgen zu Sammelwerken und Lehrbüchern, ihren Niederschlag. Mit seinen bedeutenden Arbeiten zur Forstgeschichte, zur Forstlichen Biographie und Bibliographie, mit Standardwerken zum Forstrecht und zur Holzwirtschaftspolitik, grundlegenden Beiträgen zur Forstpolitik im weitesten Sinn (u. a. Dogmengeschichte, Ausbildung und Verwaltungslehre, Raumordnung, Waldfunktionen, Steuerpolitik, Forstwirtschaftsgeographie, Weltforstwirtschaft) deckte M. einen großen Teil des geisteswissenschaftlichen Bereichs der Forstwissenschaft ab. In ehrenamtlicher Tätigkeit vertrat M. nach 1945 die Forst- und Holzwirtschaft und die Forstwissenschaft der Bundesrepublik in höchsten Gremien auf Bundesebene sowie international und bestimmte das forstpolitische Geschehen weitgehend mit. Er war Vorsitzender des Rechts- und Forstpolitischen Ausschusses des Deutschen Forstwirtschaftsrats (1950–65), Vertreter der Forstwirtschaft in der Tarifkommission der Bundesbahn (1951–71), Präsident des Deutschen Verbandes Forstlicher Forschungsanstalten (1952–72), Präsident des Forschungsrates für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (1958–65), Obmann der von ihm gegründeten Sektion Forstgeschichte des Internationalen Verbandes Forstlicher Forschungsanstalten (1963–70), Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (1965–74). In diesen und weiteren Funktionen hat M. zahlreiche Forschungsvorhaben auf forst- und holzwirtschaftlichem Gebiet initiiert, ein „Forstpolitisches Programm“ vorgelegt, maßgeblich am Bundeswaldgesetz mitgewirkt und richtungsweisende Beiträge zur Holzverkehrspolitik geleistet.

    Alle Arbeiten M.s dienten in letzter Konsequenz einem aus ethischer Verantwortung abgeleiteten Ziel: In dem Gestaltungsprozeß, der unsere Rechts-, Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung formt und bestimmt, sollten Forstwirtschaft und Forstbetriebe so verankert werden, daß unter den besonderen Existenz- und Produktionsbedingungen der forstlichen Nutzung alle Leistungen des Waldes für die Gesellschaft sichergestellt und optimal erfüllt werden können. Dieser Zielvorstellung entsprachen die Arbeitsbereiche: die Suche nach Erklärungen für bestimmte Verhältnisse durch Erforschung der Vergangenheit, die Erfassung der gegenwärtigen Verhältnisse durch Daten, Fakten und Informationen (statistische Grundlagen, zielorientierte Untersuchungen), das mitwirkende Eingreifen in Prozesse und Einflüsse in allen Bereichen, die die Gestaltung von Rahmenbedingungen für die Forstwirtschaft betrafen.|

  • Auszeichnungen

    Dr. rer. nat. techn. h. c. (Hochsch. f. Bodenkultur Wien); Ehrenmitgl. d. Finn. Forstwiss. Ges., d. Accademia Italiana di Scienze Forestali, d. Dt. Forstwirtsch.rates; Korr. Mitgl. d. Ak. f. Raumforschung u. Landesplanung; Gr. Bundesverdienstkreuz mit Stern.

  • Werke

    u. a. Gesch. d. Ebersberger Forstes, e. hist.-krit. Stud. d. Holzartenwechsels auf d. Münchner Schotterebene, Diss. München 1930;
    Der Gemeindewald in Bayern, e. rechtsgeschichtl. u. verwaltungsrechtl. Darst. d. Bayer. Gemeindewaldrechtes, Diss. Würzburg 1933;
    Grundzüge d. dt. Forst- u. Holzwirtsch.pol. mit bes. Berücksichtigung forst- und verwaltungsrechtl. Fragen, in: Neudammer Forstl. Lehrb., 91939, S. 681-874;
    Forstpol., ebd., 101942, Bd. 2, S. 422-588;
    Holzmarktlehre, ebd., S. 589-638;
    Forstl. Rechtslehre, Forstverwaltungs- u. Soz.-, Forstzivil-, Forststrafrecht, ebd., S. 639-64;
    Einführung in d. Forstl. Rechtslehre, ebd., 111968, 7. Lfg., S. 497-736;
    Grundriß d. Holzmarktlehre, ebd., 111975, 8. Lfg., S. 737-944;
    Die Forst- u. Holzwirtsch. d. EWG u. EFTA, 1960;
    Forstl. Rechtslehre: Forstl. Verwaltungs- u. Soz.recht, Forstzivilrecht, Forststrafrecht, 1964;
    Forstgeschichtl. Btrr., Ein Überblick üb. d. Gesch. d. Bewaldung, d. Wald- u. Holznutzung, d. Wald- u. Forstordnung u. d. Forstwiss. (Systemat. Slg. v. Aufsätzen), 1965;
    Holzmarktlehre, Lehr- u. Hdb. d. Holzmarktökonomie u. Holzwirtsch.pol., 1973;
    Ges. Aufsätze 1927–74, Eine systemat. Zus.fassung als Qu.slg., 3 Bde. u. Erg.bd., 1974;
    Gesch. d. Weihnachtsbaumes u. ähnl. weihnachtl. Formen, Eine kultur- u. waldgeschichtl. Unters., 1975;
    Forstl. Biogr. v. 14. Jh. b. z. Gegenwart, Zugleich e. Einführung in d. forstl. Lit.-gesch. I: Forstl. Persönlichkeiten u. ihre Schrr. v. MA b. z. 19. Jh., 1976 (mit J. Pacher);
    Forstgesch. d. 16. Jh. unter d. Einfluß d. Forstordnungen u. Noe Meurers, 1980;
    Zahlr. Btrr. in NDB (1953 ff.). – Hrsg. bzw. Mithrsg.: Der Forst- u. Holzwirt, 1954 ff.;
    Forstl. Umschau, 1964 ff.;
    Dt. Forstl. Bibliogr. v. 1560 bis 1965, 3 Bde. 1967–72.

  • Literatur

    H. Großmann, in: K. M., Forstgeschichtl. Btrr., 1965, S. 201-08 (W, P);
    K. M., Ges. Aufsätze 1927–74, Erg.bd., 1974, S. 73-290 (W-Verz);
    B. Heeg, in: Forst- u. Holzwirt 30, 1975, S. 217-19 (P);
    K. G. Wolff, ebd. 37, 1982, S. 279 f.;
    E. Niesslein, in: Allg. Forst- u. Jagdztg. 146, 1975, S. 101 f.;
    H. v. Pechmann, in: Forstwiss. Cbl. 94, 1975, S. 41 f. (P);
    C. Wiebecke, in: Forstarchiv 46, 1975, S. 143 (P);
    Kürschner, Gel.-Kal. – K. M. u. W. Mantel, Aus d. Gesch. d. Fam. Mantel, in: Forstarchiv 24, 1953, S. 132-34.

  • Autor/in

    Dorothea Hauff
  • Empfohlene Zitierweise

    Hauff, Dorothea, "Mantel, Kurt" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 85 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118730738.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA