Lebensdaten
erwähnt 1030, gestorben vermutlich 1053
Beruf/Funktion
Verwalter des Königsgutes Werd ; Stifter eines Frauenklosters auf Burg Mangoldstein
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137096291 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mangold
  • Manegold
  • Manigold
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Zitierweise

Mangold I. von Werd, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137096291.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. nach ihm benannten Geschlecht d. Mangolde, Edelherren v. hohem Rang (viri nobiles, illustres), die in u. um Donauwörth, vor allem in d. Bereich d. Rieses hinein, begütert waren (Allodialgut) u. im Reich u. beim Kaiser in hohem Ansehen standen. Wohl um d. Mitte d. 10. Jh. wurde d. Geschl. in d. Reichslehen Werd eingesetzt, zu dessen Aufgabenbereich d. Verwaltung d. Königsgutes u. d. Schutz d. dortigen Donauüberganges gehörten. Mit M.s Ur-E Mangold IV. ist d. Geschl. spätestens 1156 in männl. Linie ausgestorben. – Eine früher als sicher angenommene verwandtschaftl. Beziehung z. Dillinger Grafengeschl. d. Hupaldinger, nach d. M. d. Sohn d. Gf. Richwin wäre, ist quellenmäßig nicht zu belegen. Allein d. chronist. Überlieferung stützt e. solche Annahme. Jedoch wäre d. Heirat e. Tochter aus d. Hupaldinger Haus mit Aribo u. d. anschließende Übernahme d. im Hupaldinger Geschl. gebräuchl. Namens „Mangold“ als Leitname denkbar. Eine familiäre Verknüpfung mit d. mächtigen Donauwörther Geschl. z. Zweck d. Herrschaftssicherung im nordschwäb. Raum müßte zudem im Interesse d. Dillinger Grafenfam. gelegen haben. – V Aribo;
    M N. N.;
    Tuta;
    K Mangold II., Gunderade, Äbtissin in Donauwörth.

  • Leben

    M. tritt 1030 zum ersten Mal aus dem Dunkel der Geschichte: In einer von Kaiser Konrad II. am 17. Januar dieses Jahres ausgestellten Urkunde wurden M. zum Dank für treu geleistete Dienste die Wochenmarkts-, Münz- und Zollrechte bestätigt, die seinem Vater Aribo von Kaiser Otto III. für den Ort Donauwörth gewährt worden waren; sodann wurde ihm das Privileg eines dreitägigen Jahrmarkts verliehen. Das auf der nach M. benannten Burg Mangoldstein am Nordrand der Donauwörther Stadtbefestigung residierende Edlengeschlecht ist somit sicher bis ins 10. Jh. nachzuweisen.

    Als gesichert ist anzunehmen, daß M. in den Jahren 1027/28 unter Bischof Werner von Straßburg an einer kaiserl. Gesandtschaft an den byzantin. Hof nach Konstantinopel teilnahm. Von dieser Reise brachte er eine Kreuzesreliquie mit nach Donauwörth, die, bis heute erhalten, in der Gruftkapelle der ehemaligen Klosterkirche Heilig-Kreuz ausgestellt wird. Die in eine rechteckige, metallbeschlagene Holztafel eingelegten zehn Partikel vom „wahren Kreuz Christi“ zeigen die Form eines griech. Doppelkreuzes. M. nahm dieses Heiligtum zum Anlaß, um zuerst eine Kapelle, dann ein kleines Frauenkloster auf Burg Mangoldstein zu stiften. Als erste Äbtissin wurde dort 1049 seine Tochter Gunderade eingesetzt. Nach 1070 am westlichen Rand der Stadt neu errichtet, spätestens seit 1110 in ein Männerkloster nach benediktinischer Regel umgewandelt und etwa zwei Jahrzehnte danach an der Stelle, an der es noch heute steht, völlig neu gebaut, diente das Kloster dem Geschlecht der Mangolde als Grablege. M. und seine Nachfolger hatten die vogteilichen Rechte inne und förderten ihr Hauskloster in der Frühzeit durch reiche Schenkungen. 1803 wurde das Kloster Heilig-Kreuz säkularisiert.

  • Literatur

    Königsdorfer, Gesch. d. Klosters z. Heil. Kreutz in Donauwörth, 3 Bde., 1819/29;
    A. Steichele, Das Bisthum Augsburg, hist. u. statist. beschrieben, III, 1872, S. 692 ff. u. 872 ff.;
    L. Grohsmann u. M. Zelzer, Gesch. d. Stadt Donauwörth, 2 Bde., 1958/78.

  • Autor/in

    Arnold Schromm
  • Empfohlene Zitierweise

    Schromm, Arnold, "Mangold I. von Werd" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 28 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137096291.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA