Lebensdaten
1721 bis 1782
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Malerin
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 122269071 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lisiewski, Anna Dorothea
  • Therbusch, Anna Dorothea ((verheiratete))
  • Lisiewska, Anna Dorothea
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Zitierweise

Lisiewska, Anna Dorothea, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd122269071.html [26.07.2016].

CC0

Lisiewska, Anna Dorothea

Malerin, * 23.7.1721 Berlin, 9.11.1782 Berlin.

  • Genealogie

    B Christian Friedrich Reinhold (s. 1); Schw Anna Rosina (1713–83, 1] 1741 David Matthieu, 1697–1755, Bildnismaler, Hofmaler in B., s. ThB, 2] Ludwig de Gasc, Freund Lessings), Bildnismalerin in B., Zerbst (Bildnisse d. Fürstenhauses u. in d. Schönheitsgal. im Schloß) u. Braunschweig (s. ThB), Julie (um 1723–94), Bildnismalerin; - Berlin 1742 Ernst Friedrich Therbusch (1711–73), Gastwirt in B., Kammerdiener-S; mehrere K; N Georg David Matthieu (1737–78), Hofmaler in Schwerin, zählt zu d. besten Porträtisten d. dt. Rokoko, Kupferstecher, Leopold Matthieu (1750–78), Bildnis- u. Historienmaler, Rosina Christiana Ludovika Matthieu (1748–95), Porträt-, Genre- u. Stillebenmalerin (alle s. ThB).

  • Leben

    Die frühesten bekannten Werke L.s sind zwei Gesellschaftsszenen im Freien in der Art Watteaus, von denen eines 1741 datiert ist. Die Bewegungen sind mit harter, oft unrichtiger Zeichnung wiedergegeben, worin sich die Schulung bei ihrem Vater verrät. Nach ihrer Heirat und der Geburt mehrerer Kinder konnte sie sich kaum noch der Malerei widmen. Erst gegen 1760 setzte eine neue Schaffensphase mit völlig gewandeltem, doch uneinheitlichem Stil ein, nachdem sie sich autodidaktisch weitergebildet hatte. Es gibt Werke mit fester, durchgebildeter Zeichnung, die die Linie der Kunst des Vaters fortsetzen, sowie weich und skizzenhaft gemalte, die das Studium Antoine Pesnes erkennen lassen. 1761 ging L. nach Stuttgart, wo sie mit Bildnissen und mythologischen Szenen für die Spiegelgalerie des Schlosses erfolgreich war. Von dort wurde sie 1763 an den kurpfälz. Hof nach Mannheim berufen, wo u. a. ein Bildnis des Kf. Karl Theodor und das meisterhafte Porträt der Frau v. Verschaffelt entstanden. Als kurpfälz. Hofmalerin kehrte sie 1764 nach Berlin zurück und schuf hier große mythologische Bilder für Karl Theodor und Hzg. Karl Eugen von Württemberg. 1765 verließ sie erneut Berlin, um über Stuttgart und Hechingen nach Paris zu gehen, wo sie sich 1766-68 aufhielt. Hier behauptete sie sich nur mühsam, aber es gelang ihr, die Mitgliedschaft der Akademie zu erwerben. Als ein Muster ihres schmeichelnden, von Sentimentalität nicht ganz freien Porträtstils, zugleich als ein Höhepunkt ihres Könnens kann das Bildnis Jakob Philipp Hackerts von 1768 gelten, das ihr die Mitgliedschaft der Wiener Akademie eintrug. Über Brüssel, wo sie Rubens studierte, und Holland kehrte sie 1769 nach Berlin zurück. Der pariserische Typus des Bildnisses in reich ausgestattetem Interieur begegnet besonders eindrucksvoll in dem Porträt des Frhrn. v. Hagen von 1771.1771/72 war L. als Figurenmalerin mit mythologischen Szenen von eigentümlicher Weichheit der Modellierung und buntem Kolorit für Friedrich den Großen tätig. Wenig später entstand noch in Gemeinschaft mit ihrem Bruder, mit dem sie 1772-79 zusammenarbeitete, ein Bildnis des Königs. Acht große Porträts der preuß. Königsfamilie für den russ. Hof bezeichnen den Gipfel ihrer gesellschaftlichen Anerkennung. Bis zu ihrem Tod war sie als rasch arbeitende Porträtmalerin in Berlin viel beschäftigt. Als sich dann Tischbein 1777-79 in der Stadt aufhielt, wandte sich die Gunst des Publikums diesem Maler zu. Kurz vor ihrem Tod vollendete L. noch das Bildnis der Familie des Prinzen Ferdinand v. Preußen. Ihre sympathische Menschlichkeit, ernstes Forschen, Aufrichtigkeit und Unternehmungsgeist sprechen aus den 8 Selbstbildnissen, die von ihr bekannt geworden sind. Ihre Bedeutung beruht nicht zuletzt darauf, daß sie sich als Frau, gleichzeitig mit Angelika Kauffmann, aber zwanzig Jahre älter als diese, mit ihrem Talent über die Grenzen ihrer Heimat hinaus durchgesetzt hat.

  • Werke

    Gf. Gotter, um 1760 (Heidelberg, Privatbes.);  Peter Anton Verschaffelt, 1764 (Mannheim, Reiss-Mus.);  Nic. Pigage, um 1764 (Düsseldorf, Schloß Benrath);  Hans Joachim v. Zieten, 1769 (Potsdam, Schloß Sanssouci);  Bildnis e. Sammlers, 1771 (Berlin DDR, Gem.gal.);  Anakreon, 1771;  Venus bei d. Toilette, 1772;  Diana mit Nymphen, 1772;  Prinz Heinrich v. Preußen, um 1773;  Jupiter u. Antiope, 1775;  Wilhelmine Encke, 1776 (sämtl. Potsdam, Neues Palais);  Christian Andreas Cothenius, 1777 (Berlin DDR, Gem.gal.);  Henriette Herz, 1777 (Berlin West, Nat.gal.);  Büßende Magdalena, 1781 (Schwerin, Staatl. Mus.).

  • Literatur

    F. Nicolai, Beschreibung d. Kgl. Residenzstädte Berlin u. Potsdam, 21779, S. 1035;  J. G. Meusel, Lebensumstände d. im J. 1782 zu Berlin verst. Madame Therbusch, in: Miscellaneen artist. Inhalts III, 17. H., 1783, S. 266-75;  G. Biermann, Dt. Barock u. Rokoko, 1914;  L. Reidemeister, A. D. Therbusch, ihr Leben u. ihr Werk, Diss. Berlin 1924 (W-Verz., ungedr.);  G. Bartoschek, A. D. Therbusch 1721–82, Ausst.kat. Potsdam-Sanssouci 1971 (P)ThB.

  • Portraits

    Selbstbildnisse, 1761 (Stuttgart, Staatsgal.), um 1780 (Berlin, Staatl. Mus.), 1782 (Nürnberg, German. Nat.mus.), Abb. in: G. Bartoschek, A. D. Therbusch 1721–82, 1971, S. 7, Frontispiz, S. 12.

  • Autor

    Helmut Börsch-Supan
  • Empfohlene Zitierweise

    Börsch-Supan, Helmut, "Lisiewska, Anna Dorothea" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 684-685 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd122269071.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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