Lebensdaten
1797 bis 1864
Geburtsort
Mülheim/Ruhr
Sterbeort
Wiesbaden
Beruf/Funktion
Musiker ; Dirigent ; Komponist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 10435061X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kufferath, Hermann
  • Kufferath, Johann Hermann
  • Kufferath, Hermann

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Zitierweise

Kufferath, Johann Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd10435061X.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl, Uhrmacher;
    M Katharina van d. Horst;
    B Louis (1811–82), Pianist u. Dirigent, 1850-52 in Gent, danach in Brüssel (Kompositionen f. Klavier), Hubert-Ferdinand (1818–96), seit 1844 Klavier- u. Kompositionslehrer in Brüssel (symphon. Musik, Chöre, Lieder u. Klavierkompositionen in d. Nachfolge Mendelssohns) (alle s. MGG VIII; Riemann);
    - N. N.;
    N Maurice (1852–1919), Musikschriftsteller (Guide Musical), Dir. des Théâtre de la Monnaie, setzte sich f. d. Werk Wagners ein (s. MGG VII).

  • Leben

    Von seinem Vater, einem Musikliebhaber, erhielt K. die ersten musikalischen Unterweisungen. Später unterrichtete ihn der Duisburger Cellist Joh. Alexander. In der Zeit der Freiheitskriege wurde er bereits mit 15 Jahren zum Musikkorps-Leiter eines Landwehrregiments gewählt. Seine Stationierung in Dortmund nutzte er zum Unterricht bei L. Scheffer, einem Schüler von Louis Spohr. Nach dem Krieg lebte er zunächst in Köln, dann in Mülheim, Duisburg und Kleinberg. 1822/23 nahm er in Kassel bei Spohr selbst Unterricht und erhielt gleichzeitig Unterweisung in Komposition bei dem Spohr-Schüler Moritz Hauptmann. 1824 wurde K. Dirigent des bürgerlichen Musikvereins in Bielefeld, wo er erstmalig 1826/27 Abonnementskonzerte einführte und auch als Geiger hervortrat. Insbesondere das instrumentale Musikleben Bielefelds erhielt durch K. neue Akzente.

    1830 wurde K. zum Musikdirektor der Utrechter Sektion der Maatschappij tot Bevordering der Toonkunst und des Stadtorchesters gewählt. Er dirigierte die Concerts d'hiver, die Gesangs-Schule und den Gesangs-Verein und brachte vor allem Werke von Händel, Haydn, Mozart, Beethoven, Spohr, Mendelssohn-Bartholdy und Schumann zur Aufführung. Unter anderem durch K.s Initiative konzertierten berühmte Interpreten in Utrecht. So dirigierte Schumann am 10.12.1853 seine Genoveva-Ouvertüre, die Pianistin Clara Wieck und die Geigenvirtuosen Henri Vieuxtemps und Henryk Wieniawski gastierten regelmäßig. Hierdurch und durch die Verbreitung der Werke von Beethoven, Mendelssohn und Schumann erwarb sich K. Verdienste um das Utrechter Musikleben.

    In Utrecht enstanden auch die meisten seiner Kompositionen, vor allem Festkantaten, Ouvertüren, Motetten und andere Chor- und Vokalmusik. Nicht selten sind sie zu besonderen Anlässen komponiert (Festkantaten zum 200jährigen Bestehen der Stadtkonzerte 1833 und der Univ. Utrecht 1836). Sie zeigen den Einfluß von Spohr, Carl Maria v. Weber und Mendelssohn und wurden von der zeitgenössischen Kritik geschätzt (Allg. musikal. Ztg. 35, 1833, Sp. 324 u. 38, 1836, Sp. 850), sind aber heute vergessen. Zum Teil sind sie im Druck erschienen, darunter auch Salonstücke für Klavier, wie Deux Morceaux de salon, op. 9.1862 zog K. sich nach Wiesbaden zurück.

  • Werke

    u. a. Nachtlied, Chor f. 4 Männerstimmen, in: Nederland. Liedertafel I, o. J.;
    Jubel-Cantate ter gelegenheid van het tweede eeuwfeest d. Utrechtsche Hoogeschool f. Chor u. Orchester (1836), op. 1, Klavierauszug, o. J.;
    Gesanglehre f. Schulen, 1836;
    Psalm 12 (13) f. Chor u. Orchester op. 30, Klavierauszug, 1866.

  • Literatur

    J. Oberschelp, Das öffentl. Musikleben d. Stadt Bielefeld im 19. Jh., 1972, S. 25 f.;
    MGG VII (W) u. 13 (Art. Utrecht).

  • Autor/in

    Hubert Kolland
  • Empfohlene Zitierweise

    Kolland, Hubert, "Kufferath, Johann Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 242 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd10435061X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA