Lebensdaten
1673 bis 1751
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
kaiserlicher Feldmarschall ; Minister
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137058179 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Königsegg-Rothenfels, Lothar Joseph Dominik Graf von
  • Königsegg und Rothenfels, Lothar Joseph Dominik Graf von
  • Königsegg und Rothenfels, Joseph Lothar Graf von
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Zitierweise

Königsegg-Rothenfels, Joseph Lothar Graf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137058179.html [25.05.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Leopold Wilhelm (s. 2);
    M Maria Polyxena Gfn. Schärffenberg;
    B Franz Anton (1672–1744), Malteser-Großprior, kaiserl. Statthalter v. Böhmen, Carl Fidel (1675–1731), kaiserl. FML;
    - Brüssel 1716 Maria Theresia (1692–1750), T d. François-Hyacinthe de Lannoy Comte de la Motterie u. d. Anne-Françoise de Gavre; kinderlos.

  • Leben

    In Besançon und Rom hatte sich K. auf den geistlichen Stand vorbereitet, doch führten ihn seine soldatischen Neigungen in ein kaiserliches Kürassierregiment, in dem er seit 1691 am Türkenkrieg in Ungarn teilnahm. Zu Beginn des Spanischen Erbfolgekrieges Oberst und Inhaber eines Infanterieregiments, kämpfte er seit 1702 in Italien, wo er 1704/05 Mirandola tapfer verteidigte, schließlich aber kapitulieren mußte. Ausgetauscht, hat er ein selbständiges Detachement am Oglio geführt und sich als Führer einer Brigade in der Schlacht bei Turin 1706 ausgezeichnet. Nach Beteiligung an der Bezwingung der feindlichen Stützpunkte in der Lombardei begleitete er den Prinzen Eugen 1707 bei dem Vorstoß gegen Toulon. Nachdem er, inzwischen zum Feldmarschall-Leutnant ernannt, in der Auseinandersetzung zwischen Kaiser und Papst Anfang 1708 die Legation Ferrara besetzt hatte, wurde ihm das Kommando in der Festung Mantua übertragen, das er bis 1712 behielt. In diesem Jahre sandte man ihn zu den für Kaiser Karl VI. kämpfenden Truppen in Spanien, wo er anscheinend aber nur noch an den Verhandlungen über deren Evakuierung teilnahm, deren Ergebnis er im Sommer 1713 nach Wien brachte.

    K. muß das Vertrauen des Prinzen Eugen gewonnen haben, der ihn nicht nur als tüchtigen General, sondern auch als gewandten Unterhändler schätzte und bereits mehrfach an seinen politischen Einsatz gedacht hatte. Gehörte er 1713 zu den wenigen Begleitern des Savoyers bei Eröffnung der Friedensbesprechungen in Rastatt, so eröffnete sich für|K. mit deren erfolgreichem Abschluß eine neue Laufbahn. Bereits als Vertreter des Kaisers in Paris vorgesehen, wurde er zunächst mit der schwierigen Aufgabe betraut, die Übernahme der im Frieden Österreich zugesprochenen südlichen Niederlande durch Verhandlungen und Abmachungen mit den Holländern über deren Ansprüche auf Besatzungen in einer Reihe belgischer Festungen zu ermöglichen. Die im Herbst 1714 in Antwerpen beginnenden Konferenzen wurden nach langwierigen Auseinandersetzungen auch mit den vermittelnden Engländern, zu deren Beeinflussung K. sich zeitweise in London aufhielt, erst mit der Unterzeichnung des Barrieretraktats (15.11.1715) und dem Austausch der Ratifikationen (31.1.1716) beendet. Auch dann hat ihn die Übernahme der Regierung in den nunmehr österreichischen Niederlanden für den Kaiser und die politische und militärische Neueinrichtung noch in Brüssel festgehalten. So konnte er erst im Frühjahr 1717 den Botschafterposten in Paris antreten, wo er im Zeichen der sich gegen das unruhige bourbonische Spanien bildenden Quadrupelallianz zwischen England, Frankreich, dem Kaiser und dem Reich Übereinstimmung in politischen und militärischen Maßnahmen der Verbündeten herzustellen und zu wahren suchte. Vielleicht hat Unzufriedenheit des Wiener Hofes mit von K. dabei eingegangenen Verpflichtungen zu seiner Abberufung im Frühjahr 1719 geführt, und der Vertreter Englands in Wien hat K. bedauert, den man mit der Ernennung zum Obersthofmeister der Erzherzogin Maria Josepha, älterer Tochter Josephs I., auf einen wenig lukrativen und zudem angesichts ihrer bevorstehenden Vermählung mit dem sächsischen Kurprinzen schwierigen Posten abgeschoben habe. Aber möglicherweise hat man gerade ihn für geeignet gehalten, über das Kurprinzenpaar Einfluß auf August den Starken zu gewinnen. Ende 1719 ist er als Botschafter in Dresden und Warschau beglaubigt worden, wo er nun über 2 Jahre bestrebt war, den Wettiner in der mit dem Kaiser und England-Hannover geschlossenen Allianz zu halten. Wir wissen nicht, warum diese Mission Anfang 1722 ein Ende fand. Vielleicht hat er gern zugegriffen, als der Kaiser ihm ehrenvolle Rückkehr in die Armee bot; er wurde zum Oberbefehlshaber der Truppen in Siebenbürgen und der Walachei ernannt und erhielt 1723 den Rang eines Feldmarschalls.

    Und doch hat er sich nicht versagt, als Eugen sich seit 1725 anschickte, wieder stärkeren Einfluß auf die Außenpolitik zu nehmen, indem er Männer seines Vertrauens auf die wichtigsten diplomatischen Posten beförderte und K. aufforderte, als Botschafter nach Spanien zu gehen, mit dem der Kaiser sich soeben in überraschender Wendung nicht nur verständigt, sondern sogar verbündet hatte. So wurde er ein bedeutendes Glied in der Kette von Diplomaten des Kaiserstaates, die den amtlichen Weg der Berichterstattung durch eine geheime Korrespondenz mit dem Savoyer ergänzten. Es war wieder eine sehr schwierige Aufgabe, die er Anfang 1726 in Madrid übernahm, da die Verbündeten sehr verschiedene Ziele verfolgten und er angewiesen war, gerade gegenüber dem Hauptwunsch der für die spanische Politik maßgebenden Königin, der Verbindung ihrer Söhne mit den erbberechtigten Kaisertöchtern, sich zurückzuhalten. Längere Zeit hat er es verstanden, maßgebenden Einfluß am Hofe auszuüben, und auch gemäß den Weisungen Eugens wichtige Informanten gewonnen. Er scheint die Spanier zum Angriff auf die Engländer in Gibraltar ermutigt und über sie eine Verständigung mit Frankreich gesucht zu haben, aber das Bündnis war auf die Dauer nicht aufrechtzuerhalten und erst recht nicht zu erweitern, und als Ende 1729 Spanien sich der Gegenseite anschloß, fand seine Mission ein Ende. Er hat sich im Frühjahr 1730 zunächst von Madrid nach Paris begeben, um dort durch Einwirkung auf Fleury einen Ausweg aus der europäischen Krise zu bahnen. Er fand hier indessen seine Skepsis bestätigt, und seine Rückkehr nach Wien Anfang 1731 fiel zusammen mit dem von Eugen angeratenen und durchgeführten Beschluß, durch Versöhnung mit England eine neue Lage zu schaffen. Die Aufgabe der von K. bisher vertretenen Politik hat seinem Ansehen keinen Eintrag getan. War er schon während seiner Abwesenheit zum Vizepräsidenten des Hofkriegsrats ernannt worden, so erfolgte am 16.6.1731 seine Erhebung zum Konferenzminister.

    K.s Eintritt in die Konferenz geschah zu einem Zeitpunkt, in dem sich bei seinem Protektor Eugen ein Verfall geistiger Kräfte anzukündigen begann und es dem beiden hohen Generalen wohl wenig geneigten Staatssekretär Bartenstein gelang, zum maßgebenden Berater des Kaisers aufzusteigen. So ist seiner Stimme bei den Entscheidungen, die 1733 über die Frage der Thronfolge in Polen zum Ausbruch eines Krieges mit Frankreich, Spanien und Sardinien-Savoyen führten, sicher keine große Bedeutung zugekommen. Zudem aber glaubte man, den einst so bewährten Soldaten im Feld nicht entbehren zu können. Infolge von Gichtanfällen|übernahm er den Oberbefehl in Italien erst im Sommer 1734, als die kaiserlichen Truppen soeben bei Parma eine Niederlage erlitten hatten. Seine pessimistischen Berichte über den Zustand der Armee wurden durch die folgenden Kampfhandlungen bestätigt, in denen er nach einem erfolgreichen Überfall bei Quistello die am 19.9. bei Guastalla aufgenommene Schlacht auf Grund schwerer Verluste abbrechen und sich auf Mantua zurückziehen mußte. Dringend riet er während des Winters in Wien zu raschem Friedensschluß. Als er dann im Frühjahr 1735 wieder das Kommando übernahm, erkannte er, daß an einen Erfolg nicht mehr zu denken war, und zog seine Truppen nach Tirol zurück. Nach Wien zurückgekehrt, wurde er unbeteiligter Zeuge des von Bartenstein mit Frankreich vereinbarten Präliminarfriedens, der dem Habsburger gerade in Italien schwere Opfer auferlegte. Wie Eugen, so hat Bartenstein auch ihn scharf kritisiert, und man sprach zeitweise davon, daß man ihm die Vizepräsidentschaft des Hofkriegsrats nehmen werde. Stattdessen sah er sich nach dem Tode Eugens 1736 zu dessen Nachfolger als Präsident der höchsten Militärbehörde bestimmt. Daß er weder ein energischer Organisator noch ein entschlossener Feldherr war, bewies der unglückliche Verlauf des Türkenkrieges, in den man 1737 unzureichend gerüstet eintrat und in dem man nach ersten Niederlagen von K. vergeblich eine Wendung erhoffte, als man ihn 1738 als Mentor des zum nominellen Oberbefehlshaber erhobenen Erzherzogs Franz nach Ungarn sandte. Die Unzufriedenheit mit K. kam nicht nur in der Rückberufung des in einer Satire als „Le médecin malgré lui“ verspotteten Generals, sondern auch in seiner Ablösung als Kriegsratspräsident zum Ausdruck.

    Auch der Regierungswechsel von 1740 hat kein Ende von Einfluß und Einsatz des nun bald 70jährigen K. gebracht. Maria Theresia hat ihm nicht nur ehrenvolle Ämter wie die des Oberst-Land- und Hauszeugmeisters und des kommandierenden Generals in Wien verliehen, sondern nach Ausbruch der Kriege gegen Preußen und Frankreich ihn ihrem Schwager Karl von Lothringen und ihrem Mann zur Seite gestellt. Hat er dabei 1742 in persönlichen Verhandlungen mit dem Marschall Belle-Isle den französischen Abzug aus Böhmen zu erwirken vermocht, so hat ihn allerdings um die Jahreswende 1742/43 Feldmarschall Khevenhüller für den Verlust Bayerns verantwortlich gemacht. Trotzdem haben ihn Anfang 1745 die verbündeten Seemächte als Befehlshaber der sich in den Niederlanden gegen Frankreich bildenden Armee angefordert, in der er dann in der Schlacht bei Fontenay das österreichische Korps kommandierte. Wieder war es eine Niederlage, und danach hat K. Maria Theresia erklärt, zum Dienst im Feld nicht mehr fähig zu sein. In Wien hat er indessen bis zu seinem Tode seine Pflichten als Minister wahrgenommen, ja meist fanden die Konferenzen bei ihm und, seitdem er 1747 zum Obersthofmeister der Kaiserin-Königin ernannt worden war, unter seinem Präsidium statt. – Ein tapferer guter Offizier war der „General Rasttag“, wie man ihn wegen der den Soldaten gern gewährten Schonung nannte, indessen viel zu langsam, vorsichtig und unentschlossen, um sich als Feldherr zu bewähren. Und ebenso konnte er in der Politik nur ein Gehilfe, kein selbständig handelnder Staatsmann sein.

  • Literatur

    ADB 16;
    A. v. Arneth, Gesch. Maria Theresias I-IV, 1863-70;
    Feldzüge d. Prinz Eugen v. Savoyen, 22 Bde., 1876-92;
    R. Gf. Khevenhüller u. H. Schlitter, Aus d. Zeit Maria Theresias, Tagebuch d. F. J. J. Khevenhüller-Metsch 1742–76, 1907-72;
    Österr. Staatsverträge, Niederlande I, bearb. v. H. v. Srbik, 1912;
    C. Hinrichs, Friedrich d. Gr. u. Maria Theresia, Diplomat. Berr. v. V. Chr. Gf. v. Podewils, 1917 (P);
    G. Mecenseffy, Karls VI. span. Bündnispol. 1725–29, 1934;
    M. Braubach, Eine Satire auf d. Wiener Hof a. d. letzten J. Kaiser Karls VI., in: MIÖG 53, 1939, wieder in: Diplomatie u. geistiges Leben im 17. u. 18. Jh., Ges. Abh., 1969;
    ders., Versailles u. Wien v. Ludwig XIV. bis Kaunitz, 1952;
    ders., Die Geheimdiplomatie d. Prinz Eugen v. Savoyen, 1962 (P);
    ders., Prinz Eugen v. Savoyen, 5 Bde., 1963-65 (P);
    Dipl. Vertr. II.

  • Portraits

    Stiche, Abb. b. Braubach, Prinz Eugen IV, Braubach, Geheimdiplomatie, u. Hinrichs, s. L.

  • Autor/in

    Max Braubach
  • Empfohlene Zitierweise

    Braubach, Max, "Königsegg-Rothenfels, Joseph Lothar Graf von" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 356-358 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137058179.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Königsegg: Lothar Joseph Dominik Graf von K. und Rothenfels, kaiserlicher Feldmarschall, geheimer Rath, Conferenzminister, Präsident des Hofkriegsrathes, Ritter des goldenen Vließes, geb. am 17. Mai 1673, zu Wien am 8. December 1751, Sohn des Grafen Leopold Wilhelm aus dessen erster Ehe mit Maria Polyxena, Gräfin Scherffenberg. Als einer der jüngeren Söhne für den geistlichen Stand bestimmt, wurde Lothar, schon mit 16 Jahren Domherr zu Salzburg und Passau, nach Rom geschickt, um daselbst seine bei den Jesuiten in Besançon begonnene Bildung als päpstlicher Kämmerer zu vollenden. K. fühlte jedoch für den geistlichen Stand durchaus keine Neigung, er verließ deshalb Rom und betrat bei dem kaiserlichen Heere in Ungarn die Laufbahn, auf welcher man ihn mit so viel Ehre und Verdienst wandeln sah. Vom Jahre 1691—1699 diente er in dem Kürassierregimente Hohenzollern, machte die Feldzüge des spanischen Erbfolgekrieges am Rhein und in Italien mit, avancirte am 5. October 1702 zum Oberst, ward am 12. Januar 1703 Inhaber des früher|Longueval'schen Infanterieregiments, commandirte 1704 in Mirandola, wurde am 13. Januar 1705 Generalfeldwachtmeister, zeichnete sich in der Schlacht bei Turin (7. September 1706) aus, ward am 11. April 1708 Feldmarschalllieutenant und commandirte bis zum Jahre 1712 in Mantua. Von da ab begegnen wir K. theils in den Feldlagern, theils in diplomatischen Verwendungen. Im J. 1714 begleitet er den Prinzen Eugen zu den Friedensverhandlungen nach Rastatt, dann geht er nach Holland, wo er nach 14monatlichen Unterhandlungen am 17. November 1715 den Barrièretractat zu Stande brachte. Am 13. Mai 1716 zum Feldzeugmeister befördert, blieb er bis 1717 als Truppencommandant in den Niederlanden, ging im folgenden Jahre als Gesandter nach Paris und von dort nach Warschau. Im J. 1722 ward dem Grafen das Obercommando in Siebenbürgen und der Walachei übertragen, am 16. October 1723 erlangte er die Feldmarschallswürde. K. that viel für Siebenbürgen sowol auf militärischem als administrativem Gebiete, doch kam seine Wirksamkeit dem Lande nur durch einige Jahre zu Gute, da er bald als Gesandter nach dem Haag und von dort 1725 nach Madrid gesendet ward. Im J. 1728 wurde er zum Vicepräsidenten des Hofkriegsrathes berufen, 1734 erhielt er den Oberbefehl in Italien. Hier führte er den Ueberfall bei Quistello (15. September 1734) aus, ward aber bei Guastalla (19. September 1734) von dem vereinigten Heere der Franzosen, Spanier und Piemontesen geschlagen. Er führte die Armee im Juni 1735 bis nach Tirol, übergab den Oberbefehl sodann an den General der Cavallerie, Graf Ludwig Khevenhüller und begab sich nach Wien. Nach des Prinzen Eugen von Savoyen Tode ward K. Präsident des Hofkriegsrathes. Als Graf Seckendorf nach seinen Mißerfolgen gegen die Türken im J. 1737 abberufen und der junge Prinz Franz von Lothringen zum Oberfeldherrn des kaiserlichen Heeres ernannt worden war, wurde Feldmarschall Graf K. an dessen Seite gestellt. Aber auch ihm gelang es nicht den Angelegenheiten eine günstigere Wendung zu geben. Noch vor Abschluß des für Oesterreich so traurigen Friedens von 1739 erhielt K. das Obersthofmeisteramt bei der Kaiserin Elisabeth Christine, — nachdem Josef Graf Harrach zum Hofkriegsrathspräsidenten ernannt worden — blieb zugleich auch als Conferenzminister noch politisch thätig und bis zum Tode Kaiser Karl VI. in ungeschmälertem Besitze seines Vertrauens. Königsegg's kriegerische Laufbahn war jedoch noch keineswegs abgeschlossen, denn wir finden ihn von Maria Theresia, welche ihm das Amt eines Oberst-Land- und Hauszeugmeisters verliehen (7. August 1741) und der er eifrigst bei den Berathungen und Entwürfen der Feldzüge im Beginne des Erbfolgekrieges diente, dem Herzoge Karl von Lothringen an die Seite gegeben; er leitet dann 1743, nach Abschluß des Breslauer Friedens, mit Marschall Bellisle und Cardinal Fleury die Verhandlungen wegen der Räumung Prags. Im J. 1744 ward K. commandirender General zu Wien (29. Juni). Am 12. Febr. 1745 erhielt er das Commando in den österreichischen Niederlanden. In der Schlacht von Fontenay (11. Mai 1745) commandirte K. unter dem Oberbefehl des Herzogs von Cumberland nur ein kleines österreichisches Corps, mit welchem er den von dem Marschall von Sachsen erfochtenen Sieg nicht zu hindern im Stande war. Verwundet wurde der Feldmarschall nach Ath gebracht, von wo er nach Wien zurückkehrte, nunmehr noch mit seiner reichen Erfahrung und erprobten Einsicht dem Staate als Conferenzminister seine Dienste weihend. K. starb im Alter von 78 Jahren und ward in der Franziskanerkirche zu St. Hieronymus beerdigt. Ihm bleibt der Ruf eines tüchtigen Generals, besonders was seine Unternehmungen in früheren Jahren betrifft, und eines gewandten Staatsmannes gewahrt, der auf dem Felde der Diplomatie manch' schönen Sieg zu erfechten|verstanden. Der Graf war seit dem Jahre 1716 mit Maria Theresia Gräfin Lannoy vermählt gewesen, doch ist diese Ehe ohne Nachkommenschaft geblieben.

  • Autor/in

    K. A.
  • Empfohlene Zitierweise

    A., K., "Königsegg-Rothenfels, Joseph Lothar Graf von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 16 (1882), S. 523-525 unter Königsegg und Rothenfels, Lothar Joseph Dominik von [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137058179.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA