Lebensdaten
1861 bis 1947
Geburtsort
Göppingen
Sterbeort
Göppingen
Beruf/Funktion
Spielwarenfabrikant
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 137907524 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Märklin, Eugen

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Zitierweise

Märklin, Eugen, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137907524.html [20.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    Die Familie stammt aus Merklingen (Württemberg); Jeremias (1695–1774) war Apotheker u. Bgm. in Freudenstadt;
    V Wilhelm (1817–66), Flaschnermeister in G., S d. Pfarrers Jeremias (1770–1820) in Thieringen (Schwäb. Alb) u. d. Catharina Maria Decker;
    M Caroline (1826–93), T d. Steingutfabr. Hettich aus Ludwigsburg;
    Stief-V (seit 1868) Julius Eitel ( 1886), Flaschnermeister;
    B Carl (1866–1930), Teilhaber u. Betriebsleiter d. Firma Märklin;
    - 1889 Berta Christianus (1862–1944);
    5 S, 4 T, u. a. Fritz (1896–1961, Spielwarenfabr., 1935-61 Leiter d. Firma, Richard (1897–1968), Leiter d. Niederlassung in d. USA, Willy (1900–63), Ing., Gesellschafter d. Firma;
    E Claudius (* 1943), Verlagsleiter, Mitgl. d. Beirats d. Firma.

  • Leben

    M.s Vater, der 1840 in Göppingen ansässig geworden war und sich 1856 als Flaschnermeister selbständig gemacht hatte, begann 1859 mit der Herstellung von Puppenküchen-Einrichtungen und Kinder-Kochherden, die seine Frau zum großen Teil auf Reisen in Süddeutschland und der Schweiz verkaufte. Der Absatz entwickelte sich zunächst so gut, daß schon 1863 ein größeres Wohn- und Geschäftshaus bezogen wurde. Nach dem frühen Unfalltod des Gründers konnte aber seine|Witwe, die 1868 eine zweite Ehe eingegangen war, jedoch bei ihrem Mann keine Unterstützung fand, das Geschäft nur unter großen Entbehrungen weiterführen. 1888, nach dem Tode des Stiefvaters, übernahmen es M. und sein jüngerer Bruder Carl, die zu diesem Zweck die Offene Handelsgesellschaft „Gebr. Märklin“ gründeten. Nur mit Mühe gelang die Wiederaufrichtung des darniederliegenden Unternehmens. Neben Spielzeug wurden zunächst auch Haushaltswaren hergestellt. Eine Wende ergab sich 1891 durch die Übernahme der Ellwanger Blechspielzeugfabrik Ludwig Lutz, deren aus lackiertem Weißblech gefertigte Erzeugnisse im In- und Ausland einen hervorragenden Ruf hatten, aber wegen veralteter Produktions- und Absatzmethoden nicht mehr konkurrenzfähig waren. Vor allem technisches Spielzeug war bei Lutz hergestellt worden, das nun im Sortiment M.s einen immer größeren Raum einnahm. Auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1891 stellte M. erstmals ein ausbaufähiges System einer Uhrwerks-Eisenbahn mit genormten Schienen (Spur I) vor, an das sich auch andere Hersteller bald anpaßten. Traditionelles Spielzeug wie Kinderküchen und Kaufläden überwog aber noch deutlich im Angebot. Nachdem M. 1892 einen Teilhaber – Emil Friz ( 1922) – in die Firma aufgenommen hatte, standen die folgenden Jahre im Zeichen eines anhaltenden Aufschwungs der Geschäfte von „Gebr. Märklin & Co.“, der mehrfache Betriebsvergrößerungen notwendig machte. Seit 1895 wurden Spielzeug-Dampfmaschinen hergestellt. 1897 bot M. erstmals eine elektrische Eisenbahn an, die die bisherigen, mit Brennspiritus angetriebenen Modelle mehr und mehr ersetzte. 1898 wurde die kleinere Spur 0 eingeführt, 1912 die „Liliput-Bahn“ mit einer Spurweite von 26 mm. 1907 schied Carl Märklin aus der Firma aus; für ihn trat mit Richard Safft ( 1945) ein neuer Teilhaber ein, der sich vor allem dem Auslandsgeschäft widmete. Wegen der zunehmenden Bedeutung des Exports wurden in London, Paris, Amsterdam, Mailand und Moskau Musterlager und Verkaufsstellen eingerichtet. Der Katalog des Jahres 1909 führt nicht weniger als 1650 verschiedene Spielzeuge auf, von dem noch immer hergestellten Puppengeschirr und Kochherden über Kaufläden, Sandspielzeug, Kreisel, Karussels, Schiffe, Autos und Flugzeuge bis zu den Dampfmaschinen und Eisenbahnen. 1911 entstand ein neues, 110 m langes Firmengebäude, noch heute eines der markantesten Bauwerke Göppingens. 1914 wurden erstmals Metallbaukästen hergestellt.

    Nach kriegsbedingten Geschäftseinbußen setzte sich in den 20er Jahren der Aufstieg der Firma fort, die seit 1920 GmbH war. Mit der Einführung des transformatorgeregelten 20 Volt-Systems 1926 nahm vor allem der Modelleisenbahnbau einen neuen Aufschwung, wobei man sich bei der Gestaltung von Fahrzeugen und Zubehör nun eng am Vorbild der Deutschen Reichsbahn orientierte. Seit den 30er Jahren war das Unternehmen eindeutig Marktführer in Deutschland; der Name „Märklin“ wurde zu einem Synonym für Spielzeugeisenbahnen und Metallbaukästen. Der anhaltende Trend zur Miniaturisierung hatte in den 20er Jahren zur Eliminierung der großen Spuren III (75 mm) und II (54 mm) geführt. Mitte der 30er Jahre wurde auch die Spur I (45 mm) aufgegeben, und die bis dahin noch teilweise dampfgetriebenen Modelle der Spur 0 (32 mm) traten zurück zugunsten der „Tischeisenbahn“ mit der Spur 00 (16,5 mm). 1935 übergab M. die Geschäftsleitung an seinen Sohn Fritz.

    Im 2. Weltkrieg blieben die Göppinger Werksanlagen unbeschädigt. Während der folgenden Jahrzehnte vermochte die Firma Märklin ihre führende Stellung als Hersteller von Modelleisenbahnen zu behaupten. Um 1950 wurde mit der Aufgabe der Spur 0 die Herstellung lackierter Weißblechmodelle beendet. Seither werden fast ausschließlich aus Spritzguß und Kunststoff gefertigte Bahnen der Spur 00 (Bezeichung heute HO) angeboten. Dampfmaschinen sind seit 1955 nicht mehr im Sortiment, hingegen weiterhin Metallbaukästen und zahlreiche Typen technischen Spielzeugs. Die Gebr. Märklin & Cie. GmbH mit Werken in Göppingen und Schwäbisch Gmünd beschäftigte 1985 ca. 1800 Mitarbeiter.

  • Literatur

    Der Hohenstaufen v. 22.12.1936;
    Die Gesch. d. Hauses Märklin, o. J. (1959);
    Märklin-Magazin, Jubiläums-Sonderh., 1984 (P);
    C. Märklin, 125 J. Metallspielwaren aus Göppingen, ebd. H. 2/1985, S. 51-53;
    Märklin-Chronik, 125 J., 1984 (P, auch v. Caroline, Berta u. Fritz Märklin);
    Märklin, technisches Spielzeug im Wandel d. Zeit, bisher 10 Bde., 1975-84;
    Mitt. d. Fam.

  • Autor/in

    Hans Jaeger
  • Empfohlene Zitierweise

    Jaeger, Hans, "Märklin, Eugen" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 640 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137907524.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA