Lebensdaten
1884 bis 1973
Geburtsort
Halberstadt
Sterbeort
London
Beruf/Funktion
Filmregisseur
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 119401738 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Myrthenbaum, Maimon (bis 1913)
  • Mack, Max
  • Myrthenbaum, Maimon (bis 1913)
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Porträt(nachweise)

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Zitierweise

Mack, Max, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119401738.html [20.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Marcus Myrthenbaum (* 1857, isr.), aus Kollno (Rußland), Schächter in H., zuletzt in Mönchen-Gladbach;
    M Sara Israel (* 1857, isr.) aus Ostrolenka (Rußland).

  • Leben

    M., der zunächst eine politische Laufbahn angestrebt hatte, kam zum Theater, ohne je eine Schauspiel-Ausbildung erhalten zu haben. Seit 1906 spielte er auf Provinzbühnen. Als Moritz Stiefel in Wedekinds „Frühlings Erwachen“ hatte er Erfolg. Über Breslau, Hamburg und Düsseldorf gelangte er schließlich zur Berliner Freien Volksbühne. Neben der Arbeit als Schauspieler verfaßte M. in Berlin Filmdrehbücher und inszenierte selbst Filme im Auftrag der „Mutoskop“-Filmgesellschaft und der „Vitaskop“ von Jules Greenbaum. Die Filme hatten meist eine Länge von 15 Minuten, die Hauptrollen übernahm M. selbst. Zur Entwicklung des deutschen Films hat M. entscheidend beigetragen. Mit „Wo ist Coletti?“ (1912), nach einem Drehbuch von Franz v. Schönthan, schuf er den ersten „realistischen“ Film. In Extraausgaben der „Berliner Zeitung“ hatte M. die Bevölkerung aufgefordert, den fiktiven Detektiv Coletti, dessen Porträt abgebildet war, gegen eine Belohnung von 100 000 Mark aufzuspüren. Damit lockte er die Menschen auf die Straße und filmte sie mit auf Möbelwagen verborgenen Kameras, ohne daß sie etwas davon bemerkten. Sein Film „Der Andere“ (1913) galt später als der erste deutsche „Autorenfilm“; „Ein Tag im Tonfilm-Atelier“ war der erste deutsche Tonfilm. – Für M. hing der Fortschritt der Kinematographie nicht allein von den technischen Möglichkeiten des neuen Mediums ab, sondern auch von der Wahl origineller Stoffe, der Mitwirkung prominenter Schauspieler und routinierter Autoren. „Der Andere“ entstand nach Paul Lindaus gleichnamigem Bühnenstück. Lindau selbst schrieb das Drehbuch, die Hauptrolle spielte Albert Bassermann. „Der Andere“ war dennoch keine abgefilmte Theateraufführung. Vielmehr nutzte M. hier die spezifischen Mittel des Films, vorzüglich Großaufnahmen, die er als einer der ersten wirkungsvoll einsetzte. Die Geschichte des Mannes, der nach einem Unfall an Persönlichkeitsspaltung leidet, und dessen „Anderes Ich“ Schuld auf sich lädt, war äußerst erfolgreich und wurde auch von Theater-Kritikern ernstgenommen. „Der Andere“ markiert gleichsam die Geburtsstunde der deutschen Filmkritik. M. drehte vornehmlich Unterhaltungsfilme, oft zwei innerhalb eines Monats. „Der Kampf der Tertia“ (1929), nach Wilhelm Speyers Roman, war sein letzter deutscher Film. 1933 emigrierte M. über Prag nach England. Dort drehte er noch „Be careful Mr. Smith“ und „Mack's comedies“ und gründete|die „Ocean“-Filmgesellschaft.|

  • Auszeichnungen

    Filmband in Gold (1965).

  • Werke

    Weitere W Filme: Ein seltener Fall;
    Wenn d. Toten erwachen;
    Der Mutter Augen;
    Der Katzensteg;
    Die Lieblingsfrau d. Maharadscha;
    Figaros Hochzeit (nach Beaumarchais, mit A. Moissi);
    Ich hatte einst ein Vaterland. - Schrr.:
    Die zappelnde Leinwand (Hrsg.), 1916;
    Wie komme ich zum Film? 1919 (P);
    With a Sigh and a Smile. A Showman looks back, 1942 (Autobiogr.).

  • Literatur

    M. M. einer d. Wegbereiter d. Films, in: Film Revue v. 26.11.1957;
    S. v. Harden,, Er „erfand“ d. Großaufnahme. Plauderei mit d. Filmpionier M. M., in: Telegraph v. 4.5.1958;
    Film-Technikum, H. 8, 1962;
    M. M. erinnert sich, Der Mann, der d. dt. Autorenfilm schuf, in: Allg. Wochenztg. v. 15.6.1962;
    Der Mann, d. Berlin f. d. Film entdeckte, Zum 80. Geb.tag v. M. M., ebd. v. 23.10.1964;
    M. M.: Berlin f. d. Film entdeckt, Ein Leinwandpionier erzählt, in: Allgemeine Nr. XXII/51 v. 15.3.1968.

  • Autor/in

    Manfred Kreckel
  • Empfohlene Zitierweise

    Kreckel, Manfred, "Mack, Max" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 615-616 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119401738.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA