Lebensdaten
1865 bis 1935
Geburtsort
Wien-Floridsdorf
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Anglist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11884539X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Luick, Karl

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Zitierweise

Luick, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11884539X.html [19.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Karl, Bahnbeamter;
    M Karoline Weiser; ledig.

  • Leben

    L. studierte seit 1882 an der Univ. Wien Deutsch, Englisch und Französisch bei R. Heinzel, J. Schipper und A. Mussafia. 1888 legte er die Lehramtsprüfung ab und wurde 1889 zum Dr. phil. promoviert. 1890 habilitierte er sich mit einer Arbeit über „Die engl. Stabreimzeile im XIV., XV. und XVI. Jahrhundert“. 1891 erfolgte die Umhabilitierung an die Univ. Graz, wo L. 1893 zum ao. Professor und 1898 zum o. Professor ernannt wurde. Seit 1908 war L. o. Professor an der Univ. Wien (1920/21 Dekan, 1925/26 Rektor). In verschiedenen Funktionen, namentlich als Obmann des Wiener Neuphilologischen Vereins, nahm er über sein universitäres Wirken hinaus regen Anteil an allen Fragen des neusprachlichen Unterrichts. Schon 1898 hatte er sich mit E. Sievers und Th. Siebs an Beratungen über eine Regelung der deutschen Bühnenaussprache bzw. Hochsprache beteiligt. L.s Bedeutung als Forscher erstreckt sich besonders auf die Gebiete der Metrik, der Syntax und der Phonetik, worin sein Werk „Deutsche Lautlehre mit besonderer Berücksichtigung der Sprechweise Wiens und der österr. Alpenländer“ (1904, 31932) bahnbrechend wirkte. Beachtenswert sind seine Beiträge zur engl. Literatur des 16. und 17. Jh., wovon besonders seine Rektoratsrede „Die Bedeutung der Renaissance für die Entwicklung der engl. Dichtung“ (1925) zeugt. In seiner Lehrtätigkeit vertrat L. viele Jahre das Gesamtgebiet der engl. Sprache und Literatur. Zentral in Forschung und Lehre aber war stets die Geschichte der engl. Sprache und hier wiederum die Lautgeschichte, die zu seinem Lebenswerk, der „Historischen Grammatik der engl. Sprache“ (1914-40, 1964 Neudr.), einem bis heute international anerkannten Standardwerk wurde. Hinsichtlich seiner wissenschaftsgeschichtlichen Stellung ist L. der junggrammatischen Generation zuzurechnen. Sprachgeschichte war für ihn Entwicklungsgeschichte; phonetische Grundlegung, einschließlich der suprasegmentalen Bedingungen (Betonung und Intonation) sowie Einbeziehung und historische Durchleuchtung der englischen Dialekte auf breiter Basis sind charakteristisch für seine Darstellungsweise. In theoretischer Hinsicht bilden H. Pauls „Prinzipien der Sprachgeschichte“ (1880) für L. den Ausgangspunkt, jedoch formuliert er schon in den „Untersuchungen zur engl. Lautgeschichte“ von 1896 mit seiner Deutung der frühneuengl. Vokalverschiebung als „Verdrängung“ der Einzellaute funktional begründete „Causalzusammenhänge“, die weit über die junggrammatische Szenerie der Zeit hinausgehen und Grundideen der erst Jahrzehnte später von der Prager Schule und weiter von A. Martinet entwickelten historischen Phonologie strukturalistischer Prägung vorwegnehmen. Ungeachtet dessen prägte L.s besondere Offenheit für neue Erkenntnisse auf phonetischem Gebiet bis hin zur sog. Experimentalphonetik und selbst zu|Sievers' Schallanalyse seine gesamte lautgeschichtliche Forschung.|

  • Auszeichnungen

    Dr. h. c. (Graz 1935); Mitgl. d. Österr. Ak. d. Wiss. (1909).

  • Werke

    Weitere W u. a. Über d. Versbau d. angelsächs. Gedichtes Judith, in: Btrr. z. Gesch. d. dt. Sprache u. Lit., 11, 1886;
    Engl. Metrik, Gesch. d. heim. Metra, in: H. Paul (Hrsg.), Grundriß d. german. Philol. II, 1893, 21905;
    Z. Gesch. d. engl. Dramas im 16. Jh., in: Forschungen z. neueren Lit.gesch., Festschr. f. R. Heinzel, 1898;
    Z. Textkritik d. Spiele v. York, in: Anglia 22, 1900;
    Z. Frage nach e. dt. Musteraussprache, in: Zs. d. Allg. Dt. Sprachver. 15, 1900;
    Über Otways „Venice Preserved“, in: Btrr. z. neueren Philol., Festschr. f. J. Schipper, 1902;
    Stud. z. engl. Lautgesch., in: Wiener Btrr. z. engl. Philol. 17, 1903;
    Z. Aussprache d. Französischen im 17. Jh., in: Bausteine z. roman. Philol., Festschr. f. A. Mussafia, 1905;
    Sprachkörper u. Sprachfunktion, in: Engl. Stud. 56, 1922;
    Experimentalphonetik u. Sprachwiss., in: German.-roman. Mschr. 11, 1923;
    Über einige Zukunftsaufgaben d. engl. Sprachwiss., ebd. 18, 1930. -
    Hrsg.: Wiener Btrr. z. engl. Philol. 1-58, 1895-1932 (bis 1915 mit anderen);
    Sir Degrevant (Textausg.), in: ebd. 47, 1917.

  • Literatur

    Neusprachl. Stud., Festgabe K. L. z. s. 60. Geb.-tage, in: Die Neueren Sprachen, Beih. 6, 1925;
    J. Vachek, Prof. K. L. and Problems of Hist. Phonology, in: Časopis pro moderni filologii 19, 1933;
    K. L. z. s. 70. Geb.tage, e. Verz. s. Schrr., 1935 (P);
    FF 11, 1935, S. 27 f.;
    Anglia-Beibl. 48, 1935, S. 289 f.;
    Engl. Stud. 70, 1935/36, S. 1 ff., S. 440 (P);
    English Studies 18, 1936, S. 24 ff.;
    Alm. d. Ak. d. Wiss. Wien, 1936;
    Archiv f. vgl. Phonetik 1, 1937, S. 124 ff.;
    Österr. Ak. d. Wiss., Anz. d. phil.-hist. Kl., Jg. 102, 1965, S. 9 ff.;
    Moderne Sprachen 9, 1965, S. 3 ff.;
    G. Bauer, Zu e. frühen Anwendung hist.-phonolog. Prinzipien, in: Die Sprache 18, 1972, S. 1-8.

  • Autor/in

    Gero Bauer
  • Empfohlene Zitierweise

    Bauer, Gero, "Luick, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 498-499 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11884539X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA