Lebensdaten
erwähnt um 1300
Geburtsort
Hildesheim
Beruf/Funktion
mittellateinischer Dichter
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100989101 | OGND | VIAF: 49581170
Namensvarianten
  • Ludolfus
  • Ludolfus Florista (Beiname)
  • Ludolfus de Lucohe
  • mehr

Objekt/Werk(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Ludolfus de Lucohe, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100989101.html [17.04.2024].

CC0

  • Biographie

    Über L.s Biographie ist nur bekannt, was er selbst in der Dichtung sagt: Hildesemensis est Teutonicusque Ludolfus. Die Namensform „de Lucohe“ ist durch ein silbisches Akrostich in den letzten Versen gesichert. Die bisher versuchten Identifizierungen mit historisch nachweisbaren Personen sind nicht überzeugend. Nach dem Initium des sehr schnell erfolgreichen Lehrbuches „Flores grammaticae …“ erhielt L. den Beinamen „Florista“, der in der Überlieferung dominiert; unter diesem Namen galt er für die Humanisten – zusammen mit Alexander von Villadei – als einer der verächtlichsten Vertreter „mittelalterlicher Barbarei“. Sein Werk besteht aus 1020 Hexametern, die im wesentlichen eine Umdichtung und Christianisierung von Buch 17 und 18 der Institutiones von Priscian („Priscianus Minor“) sind, unter Benützung des Kommentars dazu von Petrus Helie. Gewöhnlich werden die Flores grammaticae mit sehr ausführlichen Kommentaren überliefert, die das Werk nach den Erkenntnissen der spekulativen Grammatik (Modi significandi) erläutern.

    Die reiche Überlieferung des Werkes setzt schon zu Beginn des 14. Jh. ein (Nachweis der Hss. bei G. L. Bursill-Hall, A Census of Medieval Latin Grammatical Manuscripts, 1981, S. 315). Zwei Frühdrucke sind bekannt: Flores grammaticae sive Florista cum commento (o. O. u. J.; Basel, J. Wolf?) und Flores Artis grammaticae alias Florista cum familiari commento correspondens Syntactice et sequunde parte Doctrinalis magistri Alexandri (Köln 1505).

  • Literatur

    J. Müller, in: Anz. f. Kde. dt. Vorzeit NF 25, 1878, S. 233-38, 352-56;
    J. Pinborg, Die Entwicklung d. Sprachtheorie im MA, 1967, S. 140;
    Vf.-Lex. d. MA.

  • Autor/in

    Gabriel Silagi
  • Zitierweise

    Silagi, Gabriel, "Ludolfus de Lucohe" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 305 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100989101.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA