Lebensdaten
1912 bis 1981
Geburtsort
Heilbronn
Sterbeort
Rom
Beruf/Funktion
Kunsthistoriker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 124971067 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lotz, Wolfgang

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Zitierweise

Lotz, Wolfgang, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124971067.html [17.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Hermann (1877–1936), Dr.-Ing., KR, Salzbergwerksdir., S d. George (1836–91), Kunsthändler u. Hofvergolder in Kassel, u. d. Wilhelmine Plümer;
    M Clara (1887–1923), T d. Sanitätsrats Franz Wilhelm Meyer in Wolfenbüttel u. d. Auguste Grosse;
    1941 Dr. phil. Hildegard (* 1907), T d. Augenarztes August Bauer in München u. d. Bertha Sollmann; Om d. Ehefrau Paul Sollmann (* 1886), Landschafts- u. Architekturmaler (s. Vollmer);
    1 S, 2 T.

  • Leben

    L. besuchte Gymnasien in Heilbronn, Mannheim und Berlin. Dort legte er 1930 die Reifeprüfung ab. Nach zweijähriger kaufmännischer Lehre in Hamburg und zwei Semestern Jura in Freiburg studierte er Kunstgeschichte und Archäologie zuerst in München, seit 1935 wieder in Hamburg, wo nach dem Weggang E. Panofskys dessen Schüler L. H. Heydenreich die Tradition der „Warburgschule“ aufrecht zu erhalten suchte. Dem nur wenig älteren Lehrer und späteren Freund verdankte L. die Einführung in sein künftiges Arbeitsgebiet, die Architektur und vor allem die Architekturzeichnungen der Renaissance, wie auch die Konzentration auf exakte Detailforschung und die Verpflichtung zum „sich bezwingen, beschränken auf Darstellung reiner Fakten“ (Heydenreich), an die sich L. als Gelehrter zeitlebens gehalten hat. Auf die Promotion 1937 mit einer Dissertation über Vignola-Zeichnungen (1939) folgten fünf Jahre als Stipendiat und Assistent am Kunsthistorischen Institut in Florenz mit Arbeiten zur Architektur der toskan. Frührenaissance, aber auch des röm. Cinquecento. 1942 zur Wehrmacht einberufen, wurde L. zum Dolmetscher für Englisch ausgebildet. 1945 geriet er in amerikan. Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung arbeitete er zunächst als kunsthistorischer Berater der US-Militärregierung in Bayern. Zusammen mit Heydenreich baute er das Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München auf, dessen stellvertretender Direktor er 1947 wurde. An die Studien der Florentiner Jahre anknüpfend, schrieb L. dort seine großen Aufsätze über den Ovalraum und über das Raumbild in der Architekturzeichnung, die der Renaissanceforschung neue Gebiete erschlossen. 1953 habilitierte sich L. an der Univ. München. Bereits ein Jahr vorher hatte er als Nachfolger Richard Krautheimers am Vassar College (Poughkeepsie, New York) zu lehren begonnen. 1959 holte Krautheimer ihn an die New York University. L.s Lehrerfolg in den USA war legendär; gleichwohl folgte er 1962 einem Ruf der Max-Planck-Ges. nach Rom als Direktor der Bibliotheca Hertziana, die sich schon unter seinem Vorgänger Gf. Wolff Metternich zu einem Zentrum der Erforschung ital. Renaissancearchitektur entwickelt hatte. Der weitere Ausbau des Instituts, die Förderung des dort arbeitenden wissenschaftlichen Nachwuchses und die Pflege der Kontakte zur ital. und internationalen Forschung wurden zu Hauptaufgaben der folgenden Jahre; dazu kam seit 1974 das Amt eines Präsidenten des Wissenschaftlichen Rates des Centro Internazionale di Studi „Andrea Palladio“ in Vicenza. 1974 erschien L.s Gesamtdarstellung der ital. Cinquecento-Architektur in der „Pelican History of Art“. Neue Untersuchungen galten vor allem der Renaissance-Architektur Oberitaliens mit Beiträgen über Sansovino und Palladio. In den Vordergrund traten jetzt Fragen der Stadtbaukunst und ihrer politisch-gesellschaftlichen Voraussetzungen, die er am Beispiel der ital. Plätze des 16. Jh. und der Span. Treppe in Rom behandelte. Damit einher ging die erneute Beschäftigung mit Vignola, dessen Anteil am Bau des Palazzo Farnese L.s letzte Publikation gewidmet war.

  • Werke

    Die ovalen Kirchenräume d. Cinquecento, in: Röm. Jb. f. Kunstgesch. 7, 1955, S. 7-99;
    Die Span. Treppe, Architektur als Mittel d. Diplomatie, ebd. 12, 1969, S. 39-94;
    Das Raumbild in d. Architekturzeichnung d. ital. Renaissance, in: Mitt. d. Kunsthist. Inst. in Florenz 7, 1956, S. 193-226;
    Ital. Plätze d. 16. Jh., in: Jb. d. Max-Planck-Ges. 1968, S. 41-60;
    La Piazza di Vigevano, un foro principesco del tardo Quattrocento, in: Studi Bramanteschi, Atti del Congresso Internazionale, 1974, S. 205-21;
    Architecture in Italy, 1400–1600, 1974 (mit L. H. Heydenreich);
    Jacopo Barozzi da Vignola, 1974 (mit J. Coolidge, Ch. Thoenes u. a.);
    Studies in Italian Renaissance Architecture, 1977 (Gesammelte Aufsätze, W-Verz.). - W-Verz. in: Röm. Jb. f. Kunstgesch. 20, 1983 (P).

  • Literatur

    J. Ackerman, in: Journal of the Society of Architectural Historians 41, 1982, S. 5 f.;
    M. Walcher Casotti, Ricordo di W. L., in: Arte in Friuli, Arte a Trieste 5-6, 1982, S. 181-85.

  • Autor/in

    Christof Thoenes
  • Empfohlene Zitierweise

    Thoenes, Christof, "Lotz, Wolfgang" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 253 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124971067.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA