Lebensdaten
1902 bis 1967
Geburtsort
Schmalkalden
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Finanzfachmann
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 125614993 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lohse, Adolf

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Zitierweise

Lohse, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd125614993.html [16.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1866–1932), Verleger, S d. Webmeisters Jochim in Rendsburg u. d. Christine Ott;
    M Rosalie (1875–1934), T d. Feodor Wilisch (1847–1900), Buchhändler u. Druckereibes. in Sch., u. d. Rosalie Sanner;
    Tallinn 1927 Irina (* 1903), T d. Kaufm. Timofej Jegoroff u. d. Irina Jakowleff;
    1 S, 2 T.

  • Leben

    Nach dem Studium der Betriebswirtschaft und der Nationalökonomie in Berlin trat L. 1926 bei der Siemens & Halske AG in Berlin ein, wo er zunächst im Rechnungswesen tätig war. 1940 holte er die Promotion zum Dr. rer. pol. nach; im selben Jahr wurde er zum kaufmännischen Direktor im neugeschaffenen Wernerwerk für Funktechnik ernannt, das nach der Aufgabe der Siemens-Beteiligung an Telefunken die gesamten Aktivitäten auf dem Funkgebiet (Entwicklung, Fertigung, Vertrieb) wahrzunehmen hatte. 1943 übernahm L. als Generalbevollmächtigter die Gesamtleitung des Werkes. In den kritischen Monaten nach Kriegsende 1945 hatte er auf der Flucht, die von Berlin über Arnstadt nach Heidenheim führte, die Interessen der Firmenleitung quasi „im Rucksack“ bei sich. Schon in dieser Zeit erwies sich seine Fähigkeit zur Lösung schwieriger finanzpolitischer Fragen. Seit 1946 stellvertretendes Vorstandsmitglied, war er mit der Geschäftsführung der Finanzabteilung betraut, die er seit 1949 als Chef leitete. Damit wurde er Vorstandsmitglied sowohl der Siemens & Halske AG als auch der Siemens-Schuckertwerke AG.

    In den Nachkriegsjahren wuchs L. in seiner Bedeutung für das Haus Siemens über die Rolle des Finanzchefs hinaus. Namentlich den Wiederaufbau der Siemensstädter Werke in Berlin – das seine zweite Heimat geworden war – vermochte er kräftig voranzutreiben. Auch der schnelle, bewußt Risiken in Kauf nehmende Neuaufbau der großen Auslandsorganisation sowie die Zusammenführung der damals noch selbständig nebeneinander stehenden Siemens-Gesellschaften (Siemens & Halske, Siemens-Schuckertwerke, Siemens-Reiniger-Werke) zur Siemens AG 1966 waren zum guten Teil seine persönliche Leistung, wobei er vom damaligen Chef des Hauses, Ernst v. Siemens, und von seinem Vorstandskollegen Gerd Tacke tatkräftig unterstützt wurde. So war es nur folgerichtig, daß Ernst v. Siemens L. als die prägende Persönlichkeit dieser abschließenden Wiederaufbauphase 1966 zum Sprecher des Vorstandes berief. In dieser Stellung konnte L. noch einmal, wenn auch nur für kurze Zeit, seine Fähigkeiten im Management der größten deutschen Privatunternehmung unter Beweis stellen. Er bemühte sich um eine erfolgssichere unternehmerische Synthese: in der Technik der Zeit voraus zu sein, dabei aber in der Finanzpolitik möglichst konservativ zu bleiben.

    L. hat in mehreren Gremien aktiv mitgewirkt. Das besonders von Angehörigen des|Hauses Siemens nach 1918 aufgebaute RKW (Reichskuratorium der Wirtschaft) wurde von ihm 1950-55, nun als „Rationalisierungskuratorium der Wirtschaft“, mit kreativen Ideen neu belebt. Er gehörte dem Verwaltungsrat der Deutschen Bundespost an und war stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Bank.

  • Auszeichnungen

    Bayerischer Verdienstorden (1962).

  • Literatur

    G. Tacke, Ein Btr. z. Gesch. d. Siemens AG, 1977, S. 82 ff. (Privatdr.);
    Geschäftsberr. d. Siemens & Halske AG seit 1949, d. Siemens AG 1967;
    H. Bössenecker, in: Die Welt v. 7.11.1967, S. 2;
    W. Wannenmacher, in: Christ u. Welt v. 10.11.1967, S. 20;
    Siemens-Mitt. 11/1967, S. 1.

  • Portraits

    Phot. (Archiv d. Siemens-Mus., München), Abb. in: S. v. Weiher u. H. Goetzeler, Weg u. Wirken d. Siemens-Werke im Fortschritt d. Elektrotechnik 1847-1980, 1981, S. 168.

  • Autor/in

    Sigfrid von Weiher
  • Empfohlene Zitierweise

    Weiher, Sigfrid von, "Lohse, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 138 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd125614993.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA