Dates of Life
1856 - 1941
Place of birth
Gohfeld Kreis Herford (Westfalen)
Place of death
Bethel bei Bielefeld
Occupation
Posaunist ; Organisator der evangelischen Posaunenchöre ; Dirigent ; Musiker ; Pfarrer ; Herausgeber ; Kirchenmusiker ; Arrangeur
Religious Denomination
evangelische Familie
Authority Data
GND: 118567853 | OGND | VIAF: 8870149068554465730003
Alternate Names
  • Kuhlo, Johannes
  • Kuhlo, Joh.
  • Kuhlo, Karl Friedrich Johannes
  • more

Relations

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Citation

Kuhlo, Johannes, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118567853.html [25.07.2021].

CC0

  • Genealogy

    V Eduard (1822–91), Pastor, Mitbegründer d. ev. Jünglings- u. Jungfrauenvereine in Minden-Ravensberg u. d. ev. Posaunenchöre in Dtld. (s. L), S d. Carl (s. Gen. 1);
    M Ida (1832–89), T d. Rittergutsbes. Karl v. Laer u. d. Auguste Delius;
    B Eduard (1867–1951), Bes. e. elektrotechn. Fabrik in Herford, Erf. d. elektr. Glockengeläute;
    Vt Ernst (s. 1);
    - 1) Schildesche 1884 Anna (1862–1908), 2) Bethel 1915 Else (1857–1933), beide T d. Pastors Karl Siebold u. d. Elise Schlüter;
    5 S, 5 T aus 1), u. a. Traugott (* 1906), Dr. med., Ltd. Medizinaldir., Charlotte ( Focko Lüpsen, 1898–1977, Journalist, Verleger, Dir. d. Ev. Presseverbandes f. Dtld.).

  • Life

    Schon als Kind nahm K. an den von seinem Vater seit 1854 organisierten neupietistischen Bläsertreffen der „Inneren Mission“|teil und spielte bereits mit 8 Jahren im Gohfelder Posaunenchor. Am ev. Gymnasium in Gütersloh gründete er, angeregt durch die musikalische Siegesfeier der Schlacht von Sedan, seinen ersten Posaunenchor, der nach seinem Abitur 1875 von den Brüdern Karl und Eduard fortgeführt wurde und bis heute besteht. Nach dem Studium der Theologie in Halle, Leipzig, Erlangen und Examen in Münster 1879 arbeitete er in der ev. Fürsorgeerziehung bei Joh. Wichern in Hamburg. Als Vikar und Hauslehrer seit 1881 in Alswede trat er offen für die konservative Partei von Adolf Stoecker gegen die Sozialdemokratie ein (daher der Name „Posaunengeneral“). 1882 wurde er als Pfarrer in Hülhorst ordiniert. An der handschriftlichen Sammlung von Bläsersätzen, die sein Vater 1867-79 aus Mangel an geeigneter Bläserliteratur für Laien zusammentrug, beteiligte sich K. mit Tonsatzbearbeitungen („Jubilate“ Posaunenbuch I u. II, ab 41891 von K. hrsg.). Gemäß dem damaligen restaurativ-kirchlichen Palestrina-Ideal sollten die Posaunenchöre die wortbezogene Gesangskunst nachahmen. Deshalb führte er die weicher klingenden Flügelhörner und zur Spielerleichterung die einheitliche B-Stimmung ein. Der einzelne hatte sich dem Ganzen unterzuordnen, solistisches Hervortreten blieb auf die Posaune beschränkt.

    1893-1923 war K. Pfarrer und Leiter der Diakonenanstalt „Nazareth“ in Bethel bei Friedrich v. Bodelschwingh (Anstaltspastor bis 1925). Seine zahlreichen Reisen zur Ausweitung der Posaunenbewegung, die über Stationen der „Äußeren Mission“ auch in andere Kontinente hineinwirkte, fielen in diese Zeit. Er führte stets sein Flügelhorn mit sich, das er, bekannt als „Original“, bei jeder Gelegenheit benutzte. Beeinflußt durch den Hymnologen Zahn und den Liturgiker Löhe, vollzog er als einer der ersten die Liturgie meist singend. In Bethel und in den Lazaretten des Weltkriegs ermunterte er die Kranken durch sein Spiel. Er verfaßte zahlreiche Schriften zur Reform des Gemeindegesangs, als Vorsitzender der Melodien-Kommission der Bielefelder Synode trat er für die ursprünglichen, lebhafteren Choralfassungen ein, deren Texte er von „Unsittlichem“ reinigte. Neben zahlreichen Liedsätzen und Heften gab er 1921 und 1928 zwei weitere, von Choralpurismus bestimmte Posaunenbücher heraus.|

  • Awards

    Ehrenpräs, d. Verbands ev. Posaunenchöre Dtld.s (1933);
    D.theol. (Erlangen);
    Wichernplakette.

  • Works

    u. a. Posaunenfragen, 31908;
    Marschh. I;
    Weihnachtsfeier f. Kirche, Schule, Haus (zahlr. Aufll.);
    Agende f. d. Feier d. Nebengottesdienste mit Orgel- u. Singbuch, 1916;
    Posaunenbuch III, 1921;
    Posaunenbuch IV, 1928 (Ausw. als Neuaufl.: Neues Posaunenbuch I, Klass. Choralsätze, hrsg. v. W. Ehmann u. Traugott Kuhlo, o. J.;
    Neues Posaunenbuch II, Ausw. aus Kuhlo I-IV u. Choralbuch, hrsg. v. F. Bachmann, o. J.);
    Schütz-H. z. 350. Jubiläum v. Heinr. Schütz, 1935;
    Hist. Schallplattenaufnahmen mit d. Kuhlo-Horn-Sextett auf Cantate 643 314/643 315. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Bethel, Kuhlo-Archiv.

  • Literature

    H. Schöttler, Karl Kuhlo, 1918;
    F. Temming, Eduard Kuhlo, 1924;
    F. Bachmann, Pastor D. J. K. u. d. Dt. Posaunenwerk, in: Musik u. Kirche 13, 1941, S. 87-90;
    W. Ehmann, J. K., 1951 (P), 51974;
    ders., in: Musica 10, 1956, S. 784-86 (P);
    ders., Das Bläserspiel, in: Leiturgia IV, 1961, S. 805-56;
    Riemann;
    RGG IV.

  • Author

    Hubert Kolland
  • Citation

    Kolland, Hubert, "Kuhlo, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 255 f. [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118567853.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA