Lebensdaten
1843 bis 1923
Geburtsort
Stargordt Kreis Regenwalde (Pommern)
Sterbeort
Stettin
Beruf/Funktion
Industrieller
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 124630219 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kuhlo, Ernst

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Zitierweise

Kuhlo, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124630219.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V August (1812–87), Lehrer in Stettin, dann Pastor in Stargordt, S d. Carl, Kantor u. Rektor d. Volksschule in Gütersloh, u. d. Agnes Zumwinkel;
    M Clara (1617–79), T d. Bergrats u. Kaufm. Christoph Schröder (1785–1828) in Stettin u. d. Albertine Breton;
    B Richard (1850–1923), KR, Dir. d. Armaturen-Fabrik „J. A. Hilpert“ in Nürnberg: Vt Johannes (s. 2);
    - 1869 Franziska (1856–1939), T d. August Düsterwald u. d. Wilhelmine Eiech;
    4 S, 5 T, u. a. Franz (1871–1940), Dr. phil., seit 1920 Dir. d. Städt. Electricitätswerke in Stettin, später d. Dt. Elektrizitäts-Ges. in Berlin;
    N Alfred (1876–1931), Geh. Reg.rat, Syndikus d. bayer. Industriellen-Verbandes (s. Rhdb., P).

  • Leben

    Nach Realschulabschluß in Stettin absolvierte K. in Königsberg/Pr. eine Mechanikerlehre. 1869 gründete er in Stettin mit Bonsel eine kleine Fabrik für optische und nautische Apparate und für elektrische Beleuchtung. Er arbeitete besonders für die Vulkan-Werft und stattete als einer der ersten Überseeschiffe mit elektrischer Beleuchtung aus. In den frühen 80er Jahren hatte er die Vertretung der Berliner Elektrofirma Siemens & Halske übernommen. Seit 1885 betrieb er mittels Lokomobile und Dynamomaschine eine zunächst kleine Anlage zur Stromerzeugung und fing an, für Stettins Straßenbeleuchtung erste Untergrund-Starkstromkabel zu verlegen. Seit 1890 entstanden in Stettin die Städt. Electricitätswerke, denen K. bis 1920 als Direktor vorstand. – K. hat dieses neuartige technische Gebiet außer durch seine erfolgreiche unternehmerische Arbeit auch durch wesentliche Erfindungen gefördert. Schon in den 90er Jahren hatte er automatische Stromausschalter, die nach einstellbaren Zeitmarken das Licht eines Treppenhauses ein- und ausschalteten, konstruiert und eingeführt. Seit 1898 wurde die mit K.s Unterstützung gegründete Firma Paul Firchow Nachf. in Berlin mit der Entwicklung und der Fertigung automatischer Zeitschaltgeräte beauftragt; zum allgemeinen Vertrieb hatte K. 1903 in Berlin die Deutsche Elektrizitäts-Gesellschaft gegründet. – Besondere Bedeutung für die Installationstechnik gewann der von K. entwickelte Rohr- und Manteldraht, der wegen einer ähnlichen Erfindung von Bergmann zwar nicht patentiert, aber als „Kuhlo-Rohr“ zum weitbekannten Begriff wurde. Die Siemens-Schuckertwerke führten dieses Erzeugnis im großen Rahmen ein; das „Kuhlo-Rohr“ bestimmte für Jahrzehnte die Unterputzverlegung elektrischer Leitungen in Haushalt und Industrie. – K.s Sohn Franz, der seinem Vater seit früher Jugend assistierte, übernahm 1920 die Leitung der Stettiner Elektrizitätswerke.

  • Werke

    Eine neue Verlegungsart f. Leitungen, in: Elektrotechn. Zs., 1905, S. 1119–21.

  • Literatur

    Elektrotechn. Zs., 1923, S. 205 (P);
    Festschr. 50 J. Stettiner Electrizitäts-Werke 1890-1930, 1930, S. 15 ff. (P);
    Schmieder, in: Archiv f. Dt. Heimatforschung, 1962.

  • Autor/in

    Sigfrid von Weiher
  • Empfohlene Zitierweise

    Weiher, Sigfrid von, "Kuhlo, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 255 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124630219.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA