Lebensdaten
1839 bis 1912
Geburtsort
Braunschweig
Sterbeort
Braunschweig
Beruf/Funktion
Musikalienverleger ; Notendrucker
Konfession
evangelisch?
Normdaten
GND: 117085367 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Litolff, Theodor
  • Litolff, Henry
  • Litolff, Henry Theodor

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Zitierweise

Litolff, Theodor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117085367.html [23.02.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gottfried Martin Meyer ( 1849), Musikverleger in B.;
    M Julie Zimmer; Stief- u. Adoptiv-V (seit 1853) Henry Charles Litolff (s 1).

  • Leben

    L. trat 1853 in den von seinem Vater 1828 in Braunschweig in Verbindung mit einer Musikalienhandlung und -druckerei gegründeten Musikverlag „G. M. Meyer jun.“ ein, den|seit 1851 sein Stiefvater Henry Litolff leitete und der seit 1856 als „Henry Litolff's Verlag“ firmierte. 1860 übernahm er die Leitung des Verlags. Erste Anerkennung fand L. 1862 mit der in Lieferungen erfolgenden Herausgabe von „Ludwig van Beethoven's Tonschöpfungen …“, die aus Bearbeitungen für Klavier zu 2 Händen von dessen Symphonien und Kammermusikwerken bestanden. 1864 begründete er die berühmt gewordene Reihe „Collection Litolff“ zunächst unter dem Titel „Litolff's Bibliothek Classischer Compositionen“, die eine bedeutsame Neuerung für das damalige Musikleben des In- und Auslandes darstellte und mit der der Verlag einen ungeahnten Aufschwung nahm. Hierbei handelte es sich um billige Bandausgaben in handlichem Format, die nunmehr neben die kostspieligeren Einzelausgaben musikalischer Werke traten und damit die späteren „Volksausgaben“ um die Jahrhundertwende vorwegnahmen. Das Format dieser Serienpublikation wurde als „Format Litolff“ von zahlreichen bedeutenden in- und ausländischen Verlagshäusern übernommen, so von Augener in London und Schirmer in New York. In dieser Reihe ließ L. Werke von klassischen und romantischen Komponisten in originaler und bearbeiteter Fassung erscheinen, die dem Publikumsgeschmack entgegenkamen, darunter Händels Suiten für Klavier, Mozarts „Così fan tutte“. sämtliche Klaviersonaten Clementis, Auswahlen von Klaviersonaten Beethovens und Liedern Schuberts sowie geistliche Vokalwerke Mendelssohns. Einen besonderen Zweig bildeten später in dieser Reihe Instrumental-Schulen und Studienwerke, so der zehnbändige „Praktische Lehrgang des Klavierspiels von Louis Köhler, op. 249“, von dem vor dem 1. Weltkrieg mehr als 1 Mill. Exemplare abgesetzt worden waren. Daneben fanden auch Stücke der leichteren Muse Aufnahme, so von Waldteufel und Ganne. In L.s Verlag erschien außerdem die aus Liedern und Klavierstücken bestehende, zu ihrer Zeit weit verbreitete periodische Musikpublikation „Die musikalische Welt“ (19 Bde., 1872–90), die von Franz Abt und Clemens Schultze herausgegeben wurde. Der große Erfolg der L.schen Notendrucke ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, daß L. persönlich auf dem Gebiet der Druckverfahren verschiedene Erfindungen und Verbesserungen, so bei Druckzylinder- und Schnellpressen, vornahm. 1882 führte er anstelle des Steindrucks das Zinndruckverfahren ein und ließ zu diesem Zweck erstmals zwei Rotationsmaschinen für den Notendruck auf Zinnplatten nach eigenen Angaben und Konstruktionsplänen herstellen. Neben weiteren Erfindungen entwickelte L. auch eine Kombination von Notenstich und Buchdruck, die der Verbesserung des Worttextes im Notenbild galt. Der Vertrieb des Verlages hatte sich schon früh auf den internationalen Musikalienmarkt ausgedehnt, Generalvertretungen waren in Paris, London, Mailand und Boston entstanden. – Seit 1908 wurden L. in Anbetracht seiner verlegerischen Verdienste mehrere öffentliche Anerkennungen zuteil. Die von ihm verlegten Ausgaben können als beispielhaft für die Musik-Rezeption der Gründerzeit gelten.|

  • Auszeichnungen

    KR.

  • Literatur

    Haus-Chronik v. Henry Litolff's Verlag Braunschweig, Dem Andenken Th. L.s gewidmet (Fünfzig J. Collection Litolff), 1914 (P);
    MGG VIII.

  • Autor

    Imogen Fellinger
  • Empfohlene Zitierweise

    Fellinger, Imogen, "Litolff, Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 707 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117085367.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA