Lebensdaten
1876 bis 1963
Geburtsort
Mannheim
Sterbeort
Ostin bei Gmund am Tegernsee
Beruf/Funktion
Bühnentechniker ; Bühnenbildner
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118972944 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Linnebach, Adolf
  • Linnebach, Adolph

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Zitierweise

Linnebach, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118972944.html [18.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Daniel (1851–1921), Schmiedemeister, Gastwirt u. Kaufm., S d. Schmiedemeisters Georg u. d. Anna Barbara Fuhr;
    M Christina (1851–1914), T d. Webermeisters Cajetan Flohr in Ersingen u. d. Elisabeth Katharina Anselment;
    B Georg (1880–1950), Bühnentechniker in Hamburg, Leipzig u. Berlin, führte 1926-28 nach L.s Konzept d. Neubau d. Bühnenhauses in d. Berliner Staatsoper durch;
    Vt Karl (* 1879), Mil.historiker (s. Kürschner, Gel.-Kal. 1931; Wi. 1935);
    - Wien 1905 Carola Bechthold-Frei (1877–1966), Opernsängerin, T d. Eisenbahnschaffners Ignaz Frei u. d. Aloisia Verbouscheg;
    3 S, 1 T.

  • Leben

    L. trat nach seiner Ausbildung zum Maschinenbauer 1895 in die Kaiserl. Marine ein. 1900 gab er die Laufbahn des Marine-Ingenieurs auf und wurde Maschinenmeister am Stadttheater in Halle, wo er den von der Asphaleia-Gesellschaft eingeführten hydraulischen Antrieb der Bühnenmaschinerie kennenlernte. In Wien empfing er 1904-06 durch Alfred Roller an der Oper entscheidende künstlerische Anregungen für seine Bühnenbilder. Mit ersten eigenen Arbeiten trat er seit 1906 in Mannheim unter der Intendanz von Carl Hagemann hervor. 1909 ging L. nach Dresden als Technischer Oberinspektor und erhielt dort seinen ersten großen Auftrag beim Neubau des Schauspielhauses. Um trotz des beengten Bauplatzes genügend Raum für den technischen Bühnenbetrieb zu gewinnen, verlegte er Auf- und Abbau der Dekorationen in den Bühnenkeller und übertrug ihren Transport dem hydraulisch beweglichen Bühnenboden. Dieses 1913 in Betrieb genommene System übertraf Max Hasaits bühnentechnische Modernisierung der Semper-Oper und machte L. weltweit bekannt. Seitdem erreichten ihn Anfragen und Aufträge aus ganz Europa und den USA. 1923 siedelte er nach München über, wo er bis 1941 die technische Leitung der drei bayer. Staatstheater innehatte. In diese Zeit fällt seine Entwicklung der Doppelstockbühne, bei der zwei Bühnenbilder auf starr verbundenen Etagen übereinander gestellt sind und das jeweils zum Spiel benötigte Bild auf Bühnenhöhe gesetzt wird. Nach diesem Verfahren vergrößerte L. die Betriebsfläche von baulich nicht erweiterungsfähigen Bühnen in Chemnitz (1925), Hamburg (1926), Oslo (1929) und München (Nationaltheater, 1934). Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte er zusammen mit dem Architekten Karl Hocheder für das neue Haus des Residenztheaters in München „eine einfache Bühnenmaschinerie, die jede Art einer Inszenierung, von der alten Illusionsbühne bis zur Raumbühne, ermöglichte“. In Frankfurt a. M. löste er das Problem des Mehrspartenbetriebes im Großen Haus erstmals auf der Grundlage der Drehbewegung, indem er eine normale Drehscheibe (Ø 16 m) mit Europas größter Drehbühne (Ø 38 m) zu einem variablen System kombinierte. Noch im hohen Alter bearbeitete er das Projekt für ein Nationaltheater in Neu-Delhi. – L. hat ein halbes Jahrhundert lang die Entwicklung der Bühnentechnik entscheidend mitgetragen. Seine Erfindungen haben so wichtige Errungenschaften wie den Rundhorizont überhaupt erst praktikabel gemacht. Seine System-Schöpfungen erfüllten nicht nur alle technischen Anforderungen, sondern erschlossen auch neue künstlerische Möglichkeiten.

  • Werke

    Die Bühne, in: Festschr. z. Eröffnung d. neuen Kgl. Schauspielhauses in Dresden-Altstadt, 1913, S. 57-70;
    Die neue Bühnenanlage d. Chemnitzer Städt. Schauspielhauses, in: Festschr. z. Eröffnung d. Städt. Schauspielhauses ehem. Alten Stadttheaters in Chemnitz, 1925, S. 5-8;
    Das neue Bühnenhaus, in: Zur Eröffnung d. Hamburger Stadttheaters, 1926, S. 37-48;
    Die neue Bühne d. Nat.theaters München, in: Rdsch. Techn. Arbeit 14 v. 3.4.1935, S. 3;
    Die Bühne, in: 200 J. Residenztheater in Wort u. Bild, Festschr. z. Eröffnung d. Münchener Residenztheaters, 1951, S. 113 f.;
    - zahlr. Aufsätze z. Bühnentechnik in: Bühnentechn. Rdsch.

  • Literatur

    O. Walzel, Neue Bühnentechnik im Dienste Shakespeares, in: Jb. d. dt. Shakespeare-Ges. 50, 1914, S. 74-87;
    C. Hagemann, Regie, Die Kunst d. szen. Darstellung, 41916;
    K. MacGowan u. R. E. Jones, Continental Stagecraft, 1922;
    W. Unruh, A. L. 75 J., in: Bühnentecbn. Rdsch. 4, 1951, S. 17;
    O. Fischer, Die Frankfurter Riesenscheibe, Eine krit. Betrachtung, ebd. 4, 1959, S. 17-19.

  • Portraits

    Phot in: E. L. Stahl, Das Mannheimer Nat.-theater, 1929, Tafel 42;
    Künstlerbuch 1912/13 d. Kgl. Sächs. Hofbühnen, S. 30;
    Zeichnung v. K. Weinmair, 1936, Abb. in: P. Breuer, Münchner Künstlerköpfe, 1937, S. 304.

  • Autor/in

    Raimund Brömse
  • Empfohlene Zitierweise

    Brömse, Raimund, "Linnebach, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 633 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118972944.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA