Lebensdaten
erwähnt 1440, gestorben 1463
Sterbeort
Riesenburg
Beruf/Funktion
Bischof von Pomesanien ; Bischof
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136728154 | OGND | VIAF: 81024417
Namensvarianten
  • Linke, Kaspar
  • Kaspar, Linke
  • Linke, Caspar
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Orte

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Zitierweise

Linke, Kaspar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136728154.html [28.01.2023].

CC0

  • Biographie

    Der vermutlich in Christburg geborene und aus dem dortigen Deutschordenshaus hervorgegangene Priesterbruder L. war Kaplan des Hochmeisters Paul v. Rußdorf und Syndikus des Deutschen Ordens. Er sammelte Chroniken und erwarb sich Kenntnisse der Ordens- und Landesgeschichte. Als Nachfolger von Johannes III. Vinkeler ( 12.5.1440) wurde er vom pomesan. Domkapitel zum Bischof gewählt und vom zuständigen Erzbischof von Riga, dem die vier 1243 im Ordensland gegründeten Bistümer Ermland, Kulm, Pomesanien und Samland seit 1255 unterstanden, bestätigt. Kurz nach Amtsantritt berief L. eine Diözesansynode nach Marienwerder, sie schloß am 22.9.1440 mit den von ihm erlassenen Statuten, die auf die erste pomesan. Synode 1411 zurückgingen und 1418 sowie 1428 mit Zusätzen versehen worden waren. In der Neufassung beklagte er die durch Kriegswirren in den letzten Jahren erfolgten Beschädigungen und Verwüstungen der Kirchen seines Bistums. Ihre Lage verschlimmerte sich durch den Aufstand des Preuß. Bundes, eines Zusammenschlusses der preuß. Landstände gegen den Orden; der Preuß. Bund bot durch seinen Wortführer Hans v. Baysen Ende Febr. 1454 Kg. Kasimir IV. in Krakau die Oberhoheit über Preußen an. Das vom 6.3.1454 datierte Inkorporationsdokument und die Ernennung Baysens zum Gubernator der Lande zu Preußen führten 1454 zu einem 13jährigen Krieg, der mit dem 2. Thorner Frieden 1466 endete; er schwächte den Orden außerordentlich. L. stand stets auf der Seite des Ordens; allerdings wurde er vom Gubernator in Elbing am 10.6.1454 mit den Bischöfen Johannes von Kulm, Nikolaus von Samland und Vertretern des ermländ. Domkapitels genötigt, dem poln. König zu huldigen und das Ordensgewand abzulegen. Zwei Jahre später versicherte er, er habe es stets getragen, wenn auch nicht in der Öffentlichkeit. Aus seinen Briefen an die Hochmeister Konrad v. Erlichshausen und Ludwig v. Erlichshausen geht hervor, wie L. laufend über alle Pläne und Aktionen des Preuß. Bundes berichtete sowie über die Plünderungen und Brandschatzungen seines Bistums durch poln. Truppen und Söldner des Ordens und des Bundes. Er bat wiederholt – zuletzt Anfang 1463 – um Verstärkung der Besatzung in seiner Residenz Riesenburg und in Marienwerder, dessen sich 1460 vorübergehend poln. Truppen bemächtigten. Weder die von Kaiser Friedrich III. am 14.3.1455 über den Bund verhängte Reichsacht noch die Exkommunikation seiner Mitglieder durch Papst Kalixt III. am 24.9.1455 hatten dem bedrängten Orden geholfen. Pomesanien war durch Kriegsschäden besonders betroffen. Von seinen Dienern verlassen, wurde L. seit 1461 durch eine Beisteuer der Priester des Bistums Samland unterstützt.

  • Literatur

    Scriptores rerum Prussicarum V, 1874, S. 389 u. 505;
    H. Cramer, Gesch. d. vormaligen Bisthums Pomesanien, 1884;
    UB d. ehem. Bisthums Pomesanien, hrsg. v. H. Cramer, 1897;
    M. Tumler, Der Dt. Orden, 1955;
    B. Poschmann, Bistümer u. Dt. Orden in Preußen 1243-1525, in: Zs. f. d. Gesch. u. Altertumskde. Ermlands 30, 1962, S. 227-356;
    |M. Biskup, Trzynastoletnia wojna z Zakonem Krzyżackim 1454-1466, 1967, Reg. S. 794 (L);
    Altpr. Biogr.

  • Porträts

    Grabmal In Marienwerder, Dom.

  • Autor/in

    Bernhard Stasiewski
  • Zitierweise

    Stasiewski, Bernhard, "Linke, Kaspar" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 632-633 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136728154.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA