Lebensdaten
1778 bis 1857
Geburtsort
Sulzbach (Oberpfalz)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Bibliothekar ; Direktor der Hof- und Staatsbibliothek in München
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116986239 | OGND | VIAF: 74617596
Namensvarianten
  • Lichtenthaler, Philipp (bis 1835)
  • Lichtenthaler, Philipp von
  • Lichtenthaler, Philipp (bis 1835)
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Aus dem Register von NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Lichtenthaler, Philipp von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116986239.html [05.03.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich L. (1745-1817), Kauf- u. Handelsmann in S., S d. Georg Abraham (1711–80), Buchdrucker in S., druckte auch hebräische Werke (s. L), u. d. Pfarrers-T Catharina Barbara Seidel aus Illschwang;
    M Wilhelmine ( 1816), T d. Kauf- u. Handelsmanns Christian Frdr. Rauch in Nürnberg;
    Ur-Gvv Georg Abraham (1684–1738), Hofbuchdrucker in S.;
    - Amlingstadt Elisabeth Fellinger ( ca. 1833/34);
    4 T, u. a. Mathilde ( Josef Hofmann, 1815–74, Prof. d. gerichtl. Med.), Marie ( Ernst v. Kleinschrod, 1813–1900, Oberlandesgerichtspräs. in Würzburg, s. NDB XII*);
    Ur-E Joseph-Ehrenfried Hofmann (1900–73), Prof., Math.hist. (s. Pogg. VI, VII a; Kürschner, Gel.-Kal. 1970).

  • Leben

    Nach dem Studium der Philosophie und Theologie in Altdorf und einigen Jahren der Lehrtätigkeit in Sulzbach (seit 1804) und Bamberg (seit 1808) wird L. 1811 auf Anregung Frdr. v. Niethammers als Professor an das Gymnasium nach München berufen. Hier wird er mit dem Kronprinzen Ludwig bekannt, der nach seiner Anleitung das Studium der griech. Sprache und Literatur betreibt und ihn 1815 als Hofbibliothekar und Erzieher seiner Kinder mit sich in seine Residenz Würzburg nimmt. Die Thronbesteigung Ludwigs I. 1825 führt auch L. nach München zurück, wo er bereits 1826 als Nachfolger J. v. Scherers zum Oberhofbibliothekar an der Hof- und Staatsbibliothek ernannt wird. In den folgenden drei Jahrzehnten seiner Tätigkeit als Vorstand der Bibliothek (bis 1855) erwirbt sich L. - von Kg. Ludwig I. wie dessen Nachfolger Maximilian II. hochgeschätzt – besondere Verdienste um den gleichmäßigen Ausbau des Buchbestandes (zu erwähnen ist u. a. der 1830 erfolgte Ankauf der großen ostasiat. Sammlung Karl Friedrich Neumanns) sowie dessen Ordnung und Erfassung in einem neu angelegten alphabetischen Bandkatalog und in Spezialkatalogen für einzelne Fächer. Zur Seite stehen ihm dabei die hervorragenden Gelehrten J. A. Schmeller (Bearbeitung der Handschriftenbestände) und M. Schrettinger (Sachkatalog). L.s Sorge gilt auch der Ausbildung des bibliothekarischen Nachwuchses und dem Kampf um eine bessere Besoldung der Bibliotheksbeamten. Wiederholte Klagen über beschränkte Benützungsmöglichkeiten sind auf strenge ministerielle Benülzungsgesetze aus dem Jahr 1828 zurückzuführen, aber auch auf die völlig unzureichenden Räumlichkeiten der Bibliothek. Hier vermag der im Auftrag Ludwigs I. unter Mitwirkung L.s 1832-43 von F. v. Gärtner errichtete Neubau Abhilfe zu schaffen. In L.s Amtszeit fällt auch die Loslösung der Bibliothek aus dem Verband der Bayer. Akademie der Wissenschaften und die unmittelbare Unterstellung unter das Innenministerium als selbständige Staatsbehörde. Neben die Leitung der Hof- und Staatsbibliothek tritt L.s aktive Mitarbeit im bayer. Unterrichtswesen, seit 1830 als Mitglied der Kommission für die Revision des Schulplans, seit 1832 als Mitglied des obersten Kirchen- und Schulrates. – GR (1854).

  • Literatur

    [I. v. Döllinger], in: Beil. z. Allg. Ztg. v. 30.1.1858, wieder in: 20. Jber. d. hist. Ver. v. u. f. Oberbayern f. d. J. 1857, 1858, S. 102-08;
    J. Gerstenecker, Ludwig I. Kg. v. Bayern in s. Briefen an Ph. v. L., in: Bll. f. d. bayer. Gymnasialschulwesen 22, 1886, S. 413-42;
    F. W. Geyer, in: Sulzbacher Heimatbll. 11, 1936, S. 12;
    Hdb. d. Bibl.-wiss., begr. v. F. Milkau, 2hrsg. v. G. Ley, 1952-57, II, S. 8 f., III, 2, S. 181-87. |

  • Quellen

    Qu.: Alte Registratur u. Briefe v. u. an L.: Bayer. Staatsbibl. München. - Zur Druckerei: M. Weinberg, Die hebrä. Druckereien in Sulzbach, in: Jb. d. Jüd.-Literar. Ges. 1903, S. 19 ff.

  • Portraits

    Phot. n. Pastellgem. v. J. Stieler (in Fam.bes.), Abb. in: Das Bayerland 43, 1932, S. 399.

  • Autor/in

    Sigrid von Moisy
  • Empfohlene Zitierweise

    Moisy, Sigrid von, "Lichtenthaler, Philipp von" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 465 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116986239.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA