Lebensdaten
1888 bis 1966
Geburtsort
Mülhausen (Elsaß)
Sterbeort
Freiburg (Breisgau)
Beruf/Funktion
Mathematiker
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 119282860 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Levi, Friedrich
  • Levi, F. W.
  • Levi, Friedrich W.
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Zitierweise

Levi, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119282860.html [15.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Georg (1856–1942), Senatspräs, am Oberlandesgericht Colmar (bis 1918), S d. Simon (1817–1900), nat.liberal. Politiker, bayer. Landtagsabgeordneter, u. d. Fanni Roos;
    M Emma (1853–1942), T d. Bankiers Alexander Blum (1830–1901) in Straßburg u. d. Rosalie Kramer;
    Darmstadt 1917 Barbara Caroline (* 1894, ev.), T d. Oberstlt. Karl Fitting u. d. Anna Kuhn;
    1 S, 2 T.

  • Leben

    L. begann seine Studien der Mathematik 1906/07 in Würzburg, wo er gleichzeitig als Einjähriger diente. Er studierte dann vier Jahre lang in Straßburg; hier interessierten ihn vor allem die von H. Weber vertretenen algebraischen Gegenstände. 1911 wurde er in Straßburg mit einer von Weber angeregten Arbeit über „Körper und Integritätsbereiche dritten Grades“ promoviert. Zu weiteren Studien ging L. anschließend nach Göttingen und Leipzig, wo er 1914 eine Habilitationsschrift über „Abelsche Gruppen mit abzählbaren Elementen“ einreichte. Mit Ausbruch des Weltkriegs 1914 war L. jedoch zunächst bis zum Kriegsende 1918 als bayer. Feldartillerist Soldat. So konnte seine Habilitation in Leipzig erst 1919 vollendet werden. Bis 1923 war L. in Leipzig Privatdozent und Assistent, danach bis 1935 apl. ao. Professor mit Lehrauftrag für Geometrie. In diesen Jahren befaßte sich L. eingehend mit Arbeiten geometrischer, topologischer und gruppentheoretischer Art, mehrmals auch in Zusammenarbeit mit seinem Freunde Reinhold Baer. Bekannt wurde er vor allem durch sein noch in Leipzig entstandenes Werk über „Geometrische Konfigurationen“ (1929), das als erstes die kombinatorische Flächentopologie darstellt und die ebenen und räumlichen Konfigurationen umfassend behandelt.

    Da die politischen Verhältnisse L. die weitere akademische Tätigkeit in Leipzig verwehrten, ging er Anfang 1936 als Hardinge Professor of Higher Mathematics an die Univ. Kalkutta nach Indien. Hier war er für 12 Jahre als Head of the post-graduate Department of Pure Mathematics tätig. L. erfreute sich in Indien hohen Ansehens; er wurde für mehrere Jahre zum Präsidenten der Indian Mathematical Society und der Bengal. Mathematischen Gesellschaft gewählt. Die Universitäten von Waltair, Dacca, Madras, Patna, Bangalore, Lucknow und Benares sahen ihn als Gastprofessor. Zugleich gehörte er verschiedenen zur Verbesserung des Lehr- und Prüfungssystems der ind. Universitäten eingesetzten Kommissionen an. 1948 nahm L. eine Professur an dem heute sehr angesehenen Tata Institute of Fundamental Research, School of Mathematics, in Bombay (Indien) an, bei dessen Aufbau er tatkräftig mitwirkte. Zugleich wirkte er an der Univ. Bombay als Mathematikdozent.

    Erst 1952 konnte L. nach Deutschland zurückkehren. Hier nahm er zuerst eine Gastprofessur an der FU Berlin an, die bald in ein Ordinariat verwandelt wurde. Auch nach seiner Emeritierung (1956) war L. noch lehrend und wissenschaftlich tätig. 70jährig übernahm er, zuerst als Gastprofessor, dann 1959 als Honorarprofessor an der Univ. Freiburg (Breisgau) die Vorlesungen des verstorbenen W. Süss. – Von den rund 70 wissenschaftlichen Veröffentlichungen befassen sich einige mit Fragen der Algebra, Zahlentheorie, Analysis und Geometrie. Seine hauptsächlichen Schriften aber behandeln Gegenstände der allgemeinen und der kombinatorischen Topologie und besonders der Gruppentheorie, die ihm eine Reihe bemerkenswerter Ergebnisse verdankt. Vier topologische und gruppentheoretische Arbeiten hat er in Zusammenarbeit mit R. Baer verfaßt.

  • Literatur

    R. Baer, in: Bll. d. Univ. Freiburg 5, 1966, S. 9 f.;
    M. Pinl, in: Jber. d. Dt. Mathematikervereinigung 73, 1971/72, S. 188-91 (W-Verz.);
    Pogg. V-VII a.

  • Autor/in

    Karl Strubecker
  • Empfohlene Zitierweise

    Strubecker, Karl, "Levi, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 395-396 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119282860.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA