Lebensdaten
1911 bis 1974
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Bischwiller
Beruf/Funktion
Mineraloge
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 119046423 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Leutwein, Friedrich

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Zitierweise

Leutwein, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119046423.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich Johannes (* 1879, 1914), Hauptm., S d. Theodor (s. 1);
    M Dorothea (1881–1957), T d. Eduard Sachau (1845–1930), Prof., Leiter d. Seminars f. oriental. Sprachen in B., u. d. Emma Bertha Marx-Hansemann;
    Om Gerhard Sachau (* 1882), Dir. d. Dt. Bank u. Disconto-Ges. in Frankfurt/M.;
    - Hannover 1939 Ingrid, T d. Dr. med. Wilhelm Arning u. d. Toni Röber;
    2 S, 1 T.

  • Leben

    L. wurde nach dem Studium in Freiburg/Br. und Gießen (seit 1929) 1936 mit einer petrographischen Arbeit promoviert und konzentrierte sich dann auf das Spezialgebiet Geochemie. 1936-39 war er als Assistent in Freiburg tätig. Er begann mit der Untersuchung von Vorkommen und Verteilung von Spurenelementen in Gesteinen und Erzen. Seine Arbeitsmethode war die Spektralanalyse, die von V. M. Goldschmidt in Göttingen und von seinem Lehrer H. Schneiderhöhn in die Gesteins- und Lagerstättenlehre eingeführt worden war und die L. in den folgenden 40 Jahren weiterentwickeln und vervollkommnen konnte. – 1939 ging L. als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Oberbergamt in Freiberg (Sachsen). Seine wichtigsten Arbeitsgebiete waren die Prospektion, die Probenahme, Bemusterung und Gewinnung von Metallen besonders aus armen Erzen und Haldenrückständen. Gleiche Arbeiten beschäftigten ihn auch 1943-48 als Institutsleiter beim Bergrevier. Zugleich mit dieser praktischen Tätigkeit konnte er seine akademische Laufbahn durch die Habilitation (1946) so weit fördern, daß er schon 1947 auf den renommierten Lehrstuhl für Mineralogie, Petrographie und Geochemie an der Bergakademie Freiberg berufen wurde. Hier entwickelte er sein Institut zu einem Zentrum geowissenschaftlicher und praktischer Forschung mit einer großen Zahl von Mitarbeitern. Von 1949 bis 1953 war er Rektor der Bergakademie, die er damals zu einem internationalen Treffpunkt machen konnte. – 1958/59 erfolgte eine einschneidende Veränderung in seiner bisherigen wissenschaftlichen Karriere: L. entschloß sich, Freiberg zu verlassen und in Hamburg eine Honorarprofessur (1959) zu übernehmen. Schließlich wurde er 1960 als Professor und Direktor (1962) für Geochemie in das Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS), Centre des recherches pétrographiques et géochimiques, nach Nancy-Vandoeuvre berufen. Hier entwickelte er eine weitere sehr erfolgreiche Tätigkeit vor allem auf dem Gebiet der Geochronologie sowie vieler geochemischer Probleme von magmatischen Gesteinen, von Sedimenten und Erzlagerstätten. Dabei vermittelte er einen engen Kontakt zwischen französischen und deutschen Geowissenschaftlern.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Sächs. Ak. d. Wiss. (1956), d. Dt. Ak. d. Wiss. (1957); Nat.preis f. Wiss. u. Technik d. DDR (1956).

  • Werke

    u. a. Die Gesteine d. Gebiets zw. d. Untermünstertal u. d. Culmstreifen v. Badenweiler im südl. Schwarzwald (Diss.), in: Neues Jb. f. Mineralogie, Geol., Paläantol., Beil.bd. 72, Abt. A, 1937, S. 232-64;
    Geochem. Unterss. an rezenten marinen Molluskenschalen, ebd., Abh. 99, 1962, S. 45-78;
    Geochemie u. Vorkommen d. Vanadiums, in: Berr. d. Freiberger geol. Ges. 18, 1941, S. 73-83;
    Geochem. Unterss. an d. Alaun-|u. Kieselschiefern Thüringens (Habil.schr. Berlin 1951), in: Archiv f. Lagerstättenf. 82, 1951, S. 1-45;
    Über d. Zinn-Wolfram-Prov. d. Erzgebirges, in: Freiberger Forschungsh., C 3, 1952, S. 7;
    Unterss. üb. d. Vorkommen v. Spurenmetallen in Torfen u. Braunkohlen, ebd., C 30, 1956, S. 28-48;
    Geochem. Unterss. an paläozoischen u. mesozoischen Kohlen Mittel- u. Ostdtld.s, ebd., C 19, 1956, S. 1-196;
    Ergebnisse u. Anwendungsmöglichkeiten geochem. Prospektionsmethoden auf hydrosilikat. Nickelerze, in: Geologie 3, 1954, S. 950-1008;
    Allg. Mineral. (mit Ch. Sommer-Kulaszewski);
    Lehrbriefe 1-10 f. d. Fernstudium an d. Bergak. Freiberg, 1951–55, 21959;
    La Géochronol. des roches, in: Bull. Soc. Franc. Céram., 63, A 6/D 683, 1964, S. 49-64;
    Géochronol. et évolution orogénique précambrienne et hercynienne dans la partie nord-est du Massif Armoricain, in: Science de la Terre, Mém. 11, 1968, S. 1-84;
    Selenium, Tellurium, in: Handbook of Geochemistry II, 1972.

  • Literatur

    E. Rammler, in: Bergak. [Freiberg] 4, 1952, S. 90 f.;
    Oelsner, ebd. 8, 1956, S. 535 f. (P);
    Geologie 6, 1957, S. 99 (P);
    Pogg. VII a;
    Kürschner, Gel-Kal. 1970.

  • Autor/in

    Karl-Richard Mehnert
  • Empfohlene Zitierweise

    Mehnert, Karl-Richard, "Leutwein, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 388 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119046423.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA