Lebensdaten
1898 bis 1945
Geburtsort
Mengerskirchen (Westerwald)
Sterbeort
Berlin-Plötzensee
Beruf/Funktion
Gewerkschafter ; Politiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137834527 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Leuninger, Franz

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Zitierweise

Leuninger, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137834527.html [03.06.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Weinand (1870–1946), Kleinbauer u. Nagelschmied, S d. Nagelschmieds Josef in M. u. d. Maria Schmalz;
    M Elisabeth (1872–1939), T d. Fuhrmanns Joh. Christian Halm in M. u. d. Elisabeth Halm;
    Mengerskirchen 1924 Anna Paulina (1901–60), T d. Metzgermeisters Wilhelm Meuser u. d. Katharina Anzion;
    3 S (1 ⚔).

  • Leben

    Nach dem Besuch der Volksschule wurde L. Bauhilfsarbeiter in Remscheid und nach kurzer Zeit Maurer im Siegerland. Nach dem 1. Weltkrieg, an dem er zuletzt als Unteroffizier teilnahm, arbeitete er im Raum Aachen. 1922 wurde er von der christlichen Bauarbeitergewerkschaft, der er sich schon früh angeschlossen hatte, zunächst zum „Lokalbeamten“ für den Bereich Euskirchen bestellt, aber bald nach Krefeld berufen, wo er ihr Verbandssekretariat übernahm. Noch keine 30 Jahre alt, wurde er als Bezirksleiter für den ganzen schles. Raum nach Breslau versetzt. Neben seiner gewerkschaftlichen Arbeit betätigte er sich 1930-33 als Mitglied der Zentrumspartei in der Breslauer Stadtverordnetenversammlung und als Deputierter in der Baudeputation. Bei der Wahl im März 1933 kandidierte er für seine Partei zum Reichstag. Im Wahlkampf trat er als entschiedener Gegner der Nationalsozialisten auf und warnte eindringlich vor den Gefahren einer Regierungsübernahme durch die Hitlerpartei.

    Die Zerschlagung der Gewerkschaften, die er ebenso vorausgesagt hatte wie die Zerstörung von Demokratie, Recht und Freiheit, beraubte ihn zunächst seiner Existenz. Nach einer kurzen Zeit als Bauleiter übernahm|er die Geschäftsführung der gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft „Deutsches Heim“. Durch zahlreiche Aufträge dieser Gesellschaft konnte er Gegner des Regimes unterstützen; über sie kam er in Kontakt zur Widerstandsgruppe um Carl Goerdeler und Ludwig Beck. Mehrmals traf er mit Goerdeler, Jakob Kaiser und Hermann Frhr. v. Lüninck zusammen. Diese Kontakte und seine Bereitschaft, nach dem Umsturz das Amt des Oberpräsidenten der Prov. Schlesien anzunehmen, wurden ihm nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 zum Verhängnis. Am 26.9. wurde er verhaftet. Der Volksgerichtshof fällte am 28.2.1945 das Todesurteil, das tags darauf in Berlin-Plötzensee durch das Fallbeil vollstreckt wurde. – L., ein tiefgläubiger Katholik, verstand Christentum als solidarische Verpflichtung für seine Mitmenschen. Als Gewerkschafter kämpfte er hartnäckig und mutig für eine gerechtere soziale Ordnung, für die Verbesserung des Geschicks der von ihm vertretenen Bauarbeiter und ihrer Familien. Seine gewinnende Persönlichkeit trug ihm nicht nur die Wertschätzung seiner Kontrahenten auf Arbeitgeberseite ein, sondern auch die seiner Gegner in den freien Gewerkschaften, mit deren Zielen und deren weltanschaulicher Ausrichtung er sich oft heftig auseinandersetzte. Als Patriot und aufrechter Demokrat war er ein entschiedener Gegner des politischen Extremismus.

  • Werke

    Zahlr. Art. im Organ d. christl. Gewerkschaft „Baugewerkschaft“.

  • Literatur

    A. Leber, Das Gewissen entscheidet, Bereiche d. dt. Widerstandes v. 1933-45 in Lb., 1957, S. 92-94 (P);
    E. Nebgen, Jakob Kaiser, Der Widerstandskämpfer, 1967, S. 179 f.;
    A. Leuninger, F. L. z Gedenken, 20. Juli 1944, 1970 (P).

  • Autor/in

    Günter Buchstab
  • Empfohlene Zitierweise

    Buchstab, Günter, "Leuninger, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 375-376 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137834527.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA