Lebensdaten
1880 – 1971
Geburtsort
Szentfülöp (Ungarn; seit 1921 Filipova/Jugoslawien)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Historiker ; Domherr ; Domkapitular
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136648827 | OGND | VIAF: 80957719
Namensvarianten
  • Lepold, Anton
  • Lepold, Antal

Orte

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Zitierweise

Lepold, Anton, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136648827.html [11.08.2022].

CC0

  • Genealogie

    Aus dt. Fam., d. in d. 2. Hälfte d. 18. Jh. im Gebiet d. während d. Türkenherrschaft verschwundenen Klosters angesiedelt wurde;
    V Michael, Bauer;
    M Katharina Verni.

  • Biographie

    Nach der 3. Volksschulklasse wurde L. als „Tauschkind“ nach dem unweit liegenden Ort Topolya geschickt, um sich dort die ungar. Sprache anzueignen. 1892-1900 besuchte er das Jesuiten-Gymnasium in Kalocsa und studierte dann Theologie in Budapest. Nach der Priesterweihe (1904) war er zwei Jahre lang Kaplan in Zenta und Horgos. 1906 kam er als Domprediger nach Kalocsa, wo er 1907-12 als Archivar des Erzbistums wirkte. Als EB Johann Csernoch 1913 von Kalocsa nach Esztergom berufen und damit Fürstprimas von Ungarn wurde, nahm er L. als Sekretär mit. Seit 1915 Kanzleidirektor, seit 1917 Domherr, war er der engste Mitarbeiter des Kardinals, dessen Amtsführung (bis 1927) für das Land und für die Kirche grundlegende Änderungen brachte. L.s Erinnerungen bilden eine wichtige Quelle für diesen Zeitabschnitt (Csernoch János – emlékezés Magyarország utolsó hercegprimására, 1963).

    Aus dem Ordinariatsdienst zurückgezogen, widmete sich L. geschichtlichen, kunstgeschichtlichen und archäologischen Forschungen. Er war Direktor des Diözesan-Museums und -Archivs, der Bibliothek und der Domschatzkammer in Esztergom. Er hat das von Kardinal Simor 1875 gegründete Christliche Museum neu geordnet und mit wertvollen Neuerwerbungen bereichert, den Katalog der Münzsammlung und des Domschatzes zusammengestellt und eine Beschreibung der alten Stadtbilder von Esztergom herausgegeben. Der wichtigste Erfolg seiner Forschungen war die Entdeckung der Überreste der mittelalterlichen Königsburg auf dem Schloßberg zu Esztergom. Über dieses Thema hat er eine große Zahl von Abhandlungen veröffentlicht, die in verschiedenen ungar. Zeitschriften, meistens in der Vierteljahrschrift „Annales Strigonienses“ erschienen sind. Einen kürzeren Bericht über diese Ausgrabungen hat er auch in deutscher Sprache publiziert (Religion, Wissenschaft, Kultur, in: Vj.schr. d. Wiener Kath. Ak., 1963, S. 95-102). – Im Dez. 1946 hat Kardinal Mindszenty L. zum Rektor des Pazmany’schen Kollegiums (Pazmaneum) in Wien ernannt, eines Instituts für ungar. Priester, die ihre Studien in Wien fortsetzen.|

  • Ehrungen, Auszeichnungen und Mitgliedschaften

    Apostol. Protonotar, Mitgl. d. ungar. Ak. d. Wiss., d. St. Stephan-Ak. in Budapest u. d. Wiener Kath. Ak.;
    Gr. Ehrenzeichen f. Verdienste um d. Republik Österreich.

  • Literatur

    B. Bangha, Katholikus Lex. III, 1932, S. 190;
    J. Leh, Filipovo 1763-1937, Bilder aus meiner Heimat, 1937, S. 174;
    E. Gianone, in: Rel., Wiss., Kultur, 1960, S. 304;
    Würdigung, in: Gerhardsbote 6, 1964;
    Zádor-Genthon, Müvészeti Lex. III, 1967, S. 78.

  • Autor/in

    Gyula Prokopp
  • Zitierweise

    Prokopp, Gyula, "Lepold, Anton" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 305 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136648827.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA