Lebensdaten
1743 bis 1822
Geburtsort
Arad (Ungarn)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Bergbeamter
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136616836 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Leithner, Josef (bis 1790)
  • Leithner, Josef Ritter von (1790-1812)
  • Leithner, Josef Freiherr von
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Zitierweise

Leithner, Josef Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136616836.html [16.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V N. N., Mil.beamter, S d. Bergrats Anton in Idria;
    M N. N.;
    Barbara v. Gersdorff ( vor 1822);
    1 S Franz (1783–1855), Gen.dir. d. k. k. chem. Produkten- u. Porzellanfabriken in u. um Wien.

  • Leben

    Nach fünfjährigem Besuch der Bergschule in Schemnitz reüssierte L. 1769 schnell in der Verwaltung des Quecksilberbergwerks in Idria, wo er 1760 als Bergjunge begonnen hatte. Nach einer Bereisung der pfälz. und nassau. Bergwerke 1780 übernahm er 1781 eine Verwaltungsaufgabe in Siebenbürgen, wo er der Eisengewinnung u. a. durch die Einführung von Hochöfen und des deutschen Frischverfahrens neue Impulse verlieh. Seinen technischen Sachverstand stellte L. vor allem in den Jahren nach 1785 unter Beweis, als er als Hofkommissar nach Idria (Slowenien) entsandt wurde, um die Gewinnung und Produktion von Quecksilber im Rahmen der Exportverträge mit Spanien zu leiten. Er steigerte die Produktion auf das Fünffache, konstruierte neue Brennöfen, verbesserte die Aufbereitung und verringerte die|Herstellungskosten. Von ihm entwickelte neue technische Verfahren machten Österreich bei Zinnober und bestimmten Quecksilberverbindungen unabhängig von Importen.

    Aufgrund dieser Verdienste wurde L. 1791 als Hofrat Nachfolger des Mineralogen und Metallurgen Ignaz v. Born bei der Hofkammer im Münz- und Bergwesen, wo er mit verschiedenen Bergbauangelegenheiten befaßt war, neun Jahre später unterstellte man ihm auch das Münzwesen. Beide Bereiche gelangten unter seiner Leitung zu hoher Blüte und leiteten die Industrialisierung in der Monarchie im Sinne des Merkantilismus ein, wobei L.s Begabungen – wie bei seinem Amtsvorgänger – weit über das eigentliche Montanwesen hinausgingen. Es entstanden chemische und Glasfabriken, die steir. Messingproduktion wurde weiterentwickelt, es gelangen das Ausscheiden des Kupfers aus dem Metall für Kanonen durch einen Abdarrungsprozeß und die Entwicklung eines Verfahrens zur Umprägung einer Münzgattung nach einem anderen Münzfuß, ohne umschmelzen zu müssen – zeitlich noch vor ähnlichen Erfolgen in Frankreich bzw. England. – Während der Napoleonischen Kriege war es L.s Verdienst als Vizepräsident der Montan-Hofkammer, daß die Berg- und Hüttenwerke sowie das Münzwesen und die Rüstungsbetriebe weitgehend reibungslos arbeiten konnten. 1806 wurde L. daraufhin zum wirklichen Vizepräsidenten und Geheimrat befördert. Er leitete damit das gesamte Montanwesen der Monarchie, bis er 1816 in den Ruhestand trat und die Montan-Hofkammer mit der allgemeinen Hofkammer zusammengelegt wurde.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. zahlr. wiss. u. ökonom. Ges.

  • Literatur

    Gedenkbuch z. 100j. Gründung d. k. ungar. Berg- u. Forstak. in Schemnitz, 1870, S. 251 ff.;
    Wurzbach 14.

  • Autor/in

    Werner Kroker
  • Empfohlene Zitierweise

    Kroker, Werner, "Leithner, Josef Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 169 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136616836.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA