Lebensdaten
1624 – 1696
Geburtsort
Sarleinsbach im Mühlviertel
Sterbeort
Leoben
Beruf/Funktion
Arzt ; Dichter ; Amtsarzt ; Schriftsteller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 122246004 | OGND | VIAF: 107037785
Namensvarianten
  • Lebaldt, Adam (bis 1659)
  • Lebaldt von Lebenwaldt, Adam
  • Lebaldt, Adam (bis 1659)
  • mehr

Objekt/Werk(nachweise)

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Lebaldt von Lebenwaldt, Adam, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122246004.html [19.07.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Ägidius L. ( 1640), Marktschreiber in S.;
    M Christina Hötzendorfer; ledig.

  • Biographie

    Nach dem Besuch der Lateinschule zu Linz, die er 1645 absolvierte, studierte L. zunächst Musik. 1649 komponierte er zur Feier des Westfäl. Friedens im Auftrag der Landschaft eine Messe. Unterdessen war er 1647 nach Graz gegangen, um dort Philosophie zu studieren, und schon im Herbst desselben Jahres nach Padua gewechselt, wo er sich mit einem Stipendium des Prälaten von St. Lamprecht dem Studium der Medizin widmete. Dort wurde er 1652 zum Dr. med. promoviert. L. praktizierte hierauf in Graz mit solchem Erfolg, daß ihn bereits 1655 der Abt des Stiftes Admont zu seinem Leibmedikus und zum Hausarzt des Stiftes erkor. 1656 übernahm er zudem die Stelle eines Landschaftsarztes für das Enns- und Paltental. Nach längerem Aufenthalt in Rottenmann b. Admont lebte L. seit 1674 auf seinem Gut Stibichhof b. Trofaiach. Neben seiner medizinischen Praxis, die von medizinischen Forschungen und chemischen Experimenten begleitet war, entfaltete er eine rege literarische Tätigkeit. 1679 krönte ihn die Univ. Wien zum poeta laureatus. 1683 wurde er auf Vorschlag von L. Schroeck Mitglied der Leopoldina (seit 1689 Adjunkt); für deren Jahrbücher schrieb er 1684-94 „Observationes“. 1686 verkaufte er sein Gut und zog nach Leoben, wo er seine Studien, vom kaiserl. Hof und vom Erzbischof von Salzburg gefördert, fortsetzte.

    L.s Hauptwerk ist das „Land- Stadt- Und Hauß-Artzney-Buch“ (1695), die wohl umfassendste Darstellung der Pest aus dem 17. Jh. Auf 720 Folioseiten gibt er eine Pestchronik und detaillierte Hinweise auf medizinische und administrative Maßnahmen im Pestfall und bei anderen ansteckenden Krankheiten. Einer breiten Aufnahme des bildungsmäßig schwer befrachteten Werks bei den Praktikern scheint der Polyhistorismus seines Verfassers im Wege gestanden zu haben. Dieses Buch läßt L.s für das 17. Jh. nicht uncharakteristische Stellung zwischen der auf das Vorbild der Antike (Galen) eingeschworenen Schule von Salerno und einer an Erfahrung und Experiment orientierten Paracelsus-Rezeption erkennen. Für ihn setzte sich L. des öfteren in seinen Schriften ein. Größere Verbreitung erlangten seine „Damographia Oder Gemsen-Beschreibung“ (ca. 1693), in der er die Heilkraft der „Gemsenkugel“ rühmt, und seine acht „Tractätel Von deß Teuffels List vnd Betrug“ (1680-82), in denen er aus der Sicht des medizinischen Praktikers und des Naturkundigen gegen den Aberglauben wettert. Diese Schriften bleiben medizin- und kulturhistorisch von großem Interesse. L.s poetische Werke weisen ihn als routinierten Neulateiner und geschickten Epigrammatiker aus. Typisch für sein Schaffen sind die „Adagia selecta“ (1684 f.), eine Sammlung von 301 Sprichwörtern (in Deutsch und Latein mit Erläuterungen in Versen), die den humanistischen Proverbiensammlungen verpflichtet ist. Humor und gelegentlich auch harmlosen Witz haben seine 300 Epigramme „Monostichorum Extemporaneorum Centuria Tres“ (o. J., dt. 1685). In der Tradition der Landlebendichtung des 17. Jh. steht L.s 197 Verse umfassendes „Poetisches Reim-Gedicht/Von dem Lobwürdigen Stand deß lustigen Mayrschaffts-Leben“ (o. J.).|

  • Auszeichnungen

    Hofpfalzgf. (1659);
    päpstl. Notar.

  • Werke

    Weitere W u. a. 255 Leonin. Verß/Mit Teutschen Reimen erl., o. J.;
    100 Welsche Reim-Sprüch in Teutsche Verß übers., o. J.;
    Poet. Schimpf- u. Ernst-Reden, o. J.;
    Verteutschte Salernitan. Schul/Od. Lehr-Stücke/Wie d. Gesundheit langwürig zu erhalten, 1701. -
    Hrsg.: J. Gufer, Kleine Hausapotheke, u. d. T. Medicina domestica, 1668 (darin: L.s Übers. d. Salernitan. Regeln).

  • Literatur

    J. Til(l)eman(n), Defensiones contra Adamum à Lebenwald, ca. 1680;
    R. Peinlich, in: Mitt. d. Hist. Ver. f. Steiermark 28, 1880, S. 42-105 (W-Verz., P);
    V. Fossel, in: Mitt. d. Ver. d. Ärzte in Steiermark, 1894, S. 37-45;
    A. Sommer, Stud. z. L. v. L.s Dichtungen, Diss. Wien 1949 (ungedr., W-Verz.);
    ders., in: Zs. d. Hist. Ver. f. Steiermark 49, 1958, S. 118-36;
    Nagl-Zeidler-Castle, I, S. 786-88;
    Kosch, Lit.-Lex.;
    Giebisch-Gugitz.

  • Porträts

    in: A. L. v. L., Land- Stadt- Und Hauß-Artzney-Buch, 1695.

  • Autor/in

    Ernst Osterkamp
  • Zitierweise

    Osterkamp, Ernst, "Lebaldt von Lebenwaldt, Adam" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 16-17 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122246004.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA