Zeiller, Franz Ritter von( seit 1797)
- Lebensdaten
- 1751 – 1828
- Geburtsort
- Graz
- Sterbeort
- Hietzing bei Wien
- Beruf/Funktion
- Jurist ; Professor der Rechte in Wien ; Hofrat ; juristischer Schriftsteller ; Gesetzgebungsexperte ; Hochschullehrer
- Konfession
- katholisch?
- Normdaten
- GND: 118636367 | OGND | VIAF: 32087047
- Namensvarianten
-
- Zeiller, Franz Anton Felix Ritter von
- Zeiller, Franz Edler von
- Zeiller, Franz Aloys (bis 1797)
- Zeiller, Franz Alois
- Zeiler, Franz
- Zeiler, Franz Anton Felix
- Zeiler, Franz Edler von
- Zeiller, Franz Ritter von( seit 1797)
- zeiller, franz ritter von
- Zeiller, Franz Anton Felix Ritter von
- Zeiller, Franz Edler von
- Zeiller, Franz Aloys (bis 1797)
- zeiller, franz aloys
- Zeiller, Franz Alois
- Zeiler, Franz
- Zeiler, Franz Anton Felix
- Zeiler, Franz Edler von
- Zeiller, Franz Anton Felix, Edler von
- Zeiller, Franz
- Zeiller, Franz Alois von
- Zeiller, Franz Aloys von
- Zeiller, Franz A. von
- Zeiler, Franz A. von
- Zeiler, Franz Aloys von
- Zeiller, Franz A. Edler von
- Zeiller, Franz Alois, Edler von
- Zeiler, Franz Alois, Edler von
- Zeiler, Franz A., Edler von
- Zeiler, Franz von
- Von Zeiller, Franz
- Zeiller, Franz Ritther von( seit 1797)
- zeiller, franz ritther von
- Zeiller, Franz Anton Felix Ritther von
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Zeiller (Zeiler), Franz Anton Felix (Franz Alois, Aloys ) Edler von (steirischer Ritter 1797)
| juristischer Schriftsteller, Gesetzgebungsexperte, * 14.1.1751 Graz, † 23.8.1828 Hietzing bei Wien, ⚰ Wien. (katholisch)
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Genealogie
V →Philipp Z. († 1764), Handelsherr in G., S d. Mathias u. d. Maria Philip(p)lohner (Vilbloner);
M Maria Barbara Filnbaum (Fillenbaum), aus Hammerherrenfam. in Bruck/Mur;
3 B, 3 Schw;
– ⚭ Wien 1782 →Elisabeth Rodi (1761–98);
5 T u. a. Elisabeth (Elise) (1784–1844, ⚭ →Joseph Rr. v. Schmerling, 1774–1828, österr. Edler 1793, Rr. 1819, k. k. Banco-Hauptcassa-Cassier, dann Obereinnehmer d. Banco-Hauptcassa, ksl. Rat, Appellationsger.rat b. Niederösterr. Landrecht, s. NDB 23*);
E →Anton v. Schmerling (1805–93), Pol., Min. (s. NDB 23);
N →Joseph Rr. v. Kudler (1786–1853, österr. Adel 1851), Nat.ök., Jur. (s. NDB 13). -
Biographie
Nach der Schulausbildung in Graz nahm Z. 1768/69 am dortigen Lyzeum das Jus-Studium auf, das er 1771/72 an der Univ. Wien fortsetzte, wo er 1778 mit der Dissertation „De suspectis tutoribus“ zum Dr. iur. promoviert wurde. Noch während des Studiums in Wien wurde er Hauslehrer bei →Karl Anton v. Martini (1726–1800), dem Ordinarius für Naturrecht und Institutionen des Röm. Rechts an der Univ. Wien. 1774 dessen Supplent (1778 als Extraordinarius), folgte Z. 1782 Martini als Ordinarius (inkl. Strafrecht) nach.
Nebenbei erteilte er jüngeren Brüdern von Ks. →Franz II. (1768–1835) Rechtsunterricht, u. a. Ehzg. →Josef (1776–1847) und Ehzg. →Johann (1782–1859).
Z.s für die Institutionen-Vorlesung konzipiertes Lehrbuch (Praelectiones, n. d. Elementa juris civilis d. Johann Gottlieb Heineccius) war nach Lehrplanumstellungen obsolet geworden, es blieb unvollständig (1. T. 1781).
Sein Lehrbuch zur Naturrechts-Vorlesung (Das natürl. Privat-Recht, 1802) lag erst am Ende seines Lehramts vor, es wurde 1819 neu aufgelegt und war in Überarbeitungen (1808|u. 1819) durch Z.s Nachfolger im Lehramt, →Franz v. Egger (1765–1851) bis 1848 in Gebrauch. Im Privatrecht war Z. geprägt von →Immanuel Kants (1724–1804) Humanitätsideal, im Strafrecht folgte er der Theorie →Paul Johann Anselm v. Feuerbachs (1775–1833). Z. war Freimauer (1782 Mitgl. d. Loge „Zur wahren Eintracht“). 1794 bahnte sich mit Z.s Übernahme in die Justiz als Referent, 1795 als Rat am Appellationsgericht bzw. an der Obersten Justizstelle (1802 HR) in Wien die Aufnahme in die Hofkommission für Gesetzgebungssachen an, in deren Diensten Z. von 1797 bis zu seinem Lebensende stand. Er war in alle Gesetzgebungsprojekte seiner Zeit eingebunden; bleibende Bedeutung erlangte er als Referent der Revision des 1796 in Westgalizien in Geltung gesetzten Strafgesetzes, die 1803 zu einem Allgemeinen Strafgesetz führte. Zugleich war er Referent für die Endredaktion des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB), das 1811 in Kraft trat. Beide Kodifikationen bildeten die Grundpfeiler des österr. Justizrechts: Das ABGB steht – vielfach novelliert – in Österreich z. T. noch in Anwendung. Das Strafgesetz blieb in seinen Grundlagen bis zum Strafgesetzbuch 1975 in Wirksamkeit.
Neben der Gesetzgebungsarbeit oblag Z. ab 1803 als Direktor (Präses) die Leitung der Juristenfakultät Wien (Rektor 1803 u. 1807).
Seit 1799 gehörte er auch der Studienhofkommission an, wo er für das juristische Studium verantwortlich war; die von ihm 1810 geschaffene Studienordnung blieb mit Modifikationen bis zur Reform von 1855 wirksam.
Z. befaßte sich auch mit praktischen Fragen aus dem gesamten Justizrecht: sowohl in dem von ihm herausgegebenen „Jährlichen Beyträgen zur Gesetzkunde und Rechtswissenschaft [ … ]“ (1806–09; 1810/11 neu aufgelegt u. d. T. „Vorbereitung z. neuesten österr. Gesetzkunde im Straf- u. Civil-Justiz-Fache“) als auch in den „Materialien für Gesetzkunde und Rechtswissenschaft [ … ]“ (1815–24) →Carl Joseph Pratobeveras (1769–1853) bzw. der „Zeitschrift für österreichische Rechtsgelehrsamkeit und politische Gesetzkunde“ →Vinzenz August Wagners (1790–1833). Z. setzte sich in seinen Beiträgen vielfach mit der Gesetzgebungstheorie und -praxis auseinander; die unter seiner Mitwirkung entstandenen legistischen Hauptwerke (Strafgesetz bzw. ABGB) verteidigte er in Besprechungen der juristischen Literatur des Auslands gegen Kritik etwa von →Ernst Ferdinand Klein (1744–1810) oder →Nikolaus Thaddäus Gönner (1764–1827). Besondere Bedeutung kommt seinen Kommentierungen des ABGB zu: Neben einem Probekommentar zur Einleitung (1809) sowie Abhandlungen über die Prinzipien des ABGB (1816–20) in Pratobeveras „Materialien“ und einer populären Erläuterung in den „Vaterländischen Blättern“ (1811) legte Z. 1811–13 seinen „Haupt“ -Kommentar vor, der in Österreich bis heute als Auslegungshilfe dient, weil er aufgrund der Rolle Z.s als Redaktor als eine authenische Interpretation aufgefaßt wird.
Z. strahlt mit seinem Œuvre weit über seine Zeit und die österr. Rechtskultur aus. 1816 wurde er auf eigenes Ansuchen in allen Funktionen in den Ruhestand versetzt, ausgenommen die Gesetzgebungsarbeit: 1817 erhielt er den Auftrag, eine Revision des Strafgesetzes von 1803 vorzubereiten. Seine Vorschläge wurden aber nie in Verhandlung genommen, weil sie als nicht mehr zeitgemäß angesehen wurden.
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Auszeichnungen
|Mitgl. d. Academia Agiatorum zu Rovereto (1779);
Kleinkreuz z. ungar. St. Stephans-Orden (1810);
Z.-Gasse, Graz (1870) u. Wien (1894);
Gedenktafel an Z.s Geb.haus in Graz (1931). -
Werke
Weitere W Bemm. über d. Geist d. neuesten österr. Strafgesetzgebung, in: Vaterländ. Bll. f. d. österr. Ks.staat, 1808, S. 443–47;
Das allg. bürgerl. Gesetzbuch f. d. gesammten dt. Erbländer d. Österr. Monarchie, ebd. 1811, S. 337–41, 405–08, 449 f., 462–64, 497–99, 502–08, 537–40 u. 625–27;
nahezu vollst. W-Verz. in: M. v. Stubenrauch, Bibl. Austriaca, 1847, S. 364–76. -
Literatur
|J. v. Kudler, in: Zs. f. österr. Rechtsgelehrsamkeit u. pol. Gesetzkde. 1828, H. 3, S. 443–56 (W);
W. Wagner (Hg.), Das Staatsrecht d. Hl. Röm. Reiches dt. Nation, 1968, S. 7–12;
G. Oberkofler, in: W. Brauneder (Hg.), Jur. in Österr. 1200–1980, 1987, S. 97–102 u. 371 f. (W, P);
J. Desput u. G. Kocher (Hg.), Symposium F. v. Z., 2003, S. 9–20 u. 87–91;
Ch. Neschwara, „… kein Rechtsgel. Österr. hat sich so ungetheilten Ruhmes im In- u. Auslande zu erfreuen gehabt, wie er!“, Zur Gesch. d. Z.-Denkmals im Arkadenhof d. Univ. Wien, in: M. Steppan (Hg.), Zur Gesch. d. Rechts, FS f. Gernot Kocher z. 65. Geb.tag, 2007, S. 277–90 (P);
G. Kohl, Das ABGB in d. „Vaterländ. Bll. f. d. österr. Ks.staat“, Ein „dritter Kommentar“ F. v. Z.s, in: G. Kohl u. S. Gmoser (Hg.), F. v. Z., Das ABGB in d. „Vaterländ. Bll. f. d. österr. Ks.staat“ (1811), „Kurzfassung“ als Kommentar, 2012, S. 1–30 (P);
Ch. Neschwara, Neues über F. v. Z. (1751–1828), Verstreutes aus Bibliotheken u. Archiven über sein Leben, Werk u. Wirken, in: Tagungsber. d. 26. Österr. Hist.tages Krems/Stein, 24. bis 28. Sept. 2012, 2015, S. 272–84 (P);
–Wurzbach;
M. Stolleis (Hg.), Juristen, 1995;
HRG;
Kleinheyer-Schröder (P);
ÖBL. -
Porträts
|Marmorbüste v. E. Pendl, 1891 (Wien, Arkadengang d. Univ.);
Kupf. (Wien, Österr. Nat.bibl.);
3 Exponate, verzeichnet b. G. Natter, Die Gem. d. Univ. Wien, Eine hist. Dok., 1988, S. 370–72 (Typoskr., Wien, Univ.archiv). -
Autor/in
-- Christian Neschwara -
Zitierweise
Neschwara, Christian, "Zeiller (Zeiler), Franz Anton Felix (Franz Alois, Aloys ) Edler von (steirischer Ritter 1797)" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 626-627 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118636367.html#ndbcontent