Lebensdaten
1872 bis 1932
Geburtsort
Köln
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Politiker
Konfession
katholisch,konfessionslos
Normdaten
GND: 128374209 | OGND | VIAF: 8436954
Namensvarianten
  • Erler, Heinrich
  • Laufenberg, Heinrich
  • Erler, Heinrich
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Objekt/Werk(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Laufenberg, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128374209.html [02.03.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich;
    M Elisabeth Brendel;
    Berlin 1904 Martha Emma Berkholtz (* 1885) aus Berlin;
    K.

  • Leben

    L. studierte Volkswirtschaft und Philosophie und promovierte 1902 in Rostock. Zunächst war er Redakteur der „Germania“ in Berlin, trat dann vom Zentrum zur Sozialdemokratie über und war 1904-07 Redakteur der sozialdemokratischen „Volkszeitung“ in Düsseldorf. Er nahm als Delegierter an den SPD-Parteitagen 1907 und 1911-13 teil. Auf Empfehlung Franz Mehrings wurde er 1907 nach Hamburg berufen, um die Geschichte der Hamburger Arbeiterbewegung zu schreiben. L. wurde 1912 Lehrer an der SPD-Parteischule, mußte aber im gleichen Jahr alle Funktionen niederlegen. Er gehörte im 1. Weltkrieg zu den Mitbegründern und Führern der Linksradikalen. Zusammen mit Fritz Wolffheim organisierte er den Antikriegskampf dieser Gruppe. Nach der Rückkehr von der Front war L. vom 11.11.1918 bis 20.1.1919 Vorsitzender des Hamburger Arbeiter- und Soldatenrates. Auf dem 1. Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands im Dez. 1918 in Berlin führte er die kleine Gruppe „Vereinigte Revolutionäre Arbeiter und Soldaten“. Er trat der KPD bei und gehörte 1919 mit Otto Rühle und Wolffheim zu den linksradikalen Oppositionsführern in der Partei. Im Nov. 1919 verurteilte ihn ein Kriegsgericht in Hamburg zu einem Jahr Festungshaft. L. setzte unter dem Pseudonym „Erler“ den Kampf gegen die KPD-Führung fort. Lenin polemisierte gegen ihn, er wurde im Febr. 1920 aus der KPD ausgeschlossen. Im April 1920 war er Mitbegründer der linksradikalen Kommunistischen Arbeiter-Partei, im gleichen Monat wurde er amnestiert. Zusammen mit Wolffheim war L. Vertreter der Idee eines „Nationalbolschewismus“. Deswegen im Aug. 1920 aus der KAP ausgeschlossen, gründeten beide den nationalbolschewistischen „Bund der Kommunisten“. Aus Gesundheitsgründen betätigte sich L. fortan nur noch literarisch.

  • Werke

    Kann ein Katholik Sozialdemokrat sein? 1905;
    Hamburg u. s. Proletariat im 18. Jh., 1910;
    Gesch. d. Arbeiterbewegung in Hamburg, Altona u. Umgebung, 2 Bde., 1911/31;
    Der pol. Streik, 1914;
    Demokratie u. Organisation, 1915 (mit F. Wolffheim;
    Massen u. Führer, 1919;
    Die Hamburger Rev., 1919;
    Zwischen d. ersten u. zweiten Rev., 1919;
    Arbeiterklasse u. Staatsgewalt, 1919;
    Was heißt Sozialisierung? o. J. (1919);
    Kommunismus gegen Spartakismus, 1920 (mit F. Wolffheim).

  • Literatur

    H.-M. Bock, Syndikalismus u. Linkskommunismus v. 1918–20, 1969, S. 433;
    O. E. Schüddekopf, Linke Leute v. rechts, 1960, S. 431 f.;
    Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung, Biogr. Lex., 1970, S. 268 f.

  • Autor/in

    Hermann Weber
  • Empfohlene Zitierweise

    Weber, Hermann, "Laufenberg, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 709 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128374209.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA