Lebensdaten
1876 bis 1952
Geburtsort
Hottingen bei Zürich
Sterbeort
Salzburg
Beruf/Funktion
Augenarzt
Konfession
evangelisch Augsburger Bekenntnisses
Normdaten
GND: 133808491 | OGND | VIAF: 61624446
Namensvarianten
  • Lauber, Hans

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

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Zitierweise

Lauber, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133808491.html [12.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Emil (1838–90), Ing., S d. Pastors Franz Emil u. d. Natalie Caroline Herbst;
    M Olga (1847–80), T d. Gustav Wilhelm Baron v. Foelkersahm (1816–65), russ. Staatsrat, u. d. Emma Friederike v. Gottschalck;
    Ur-Gvv Carl Benjamin (russ. Erbadel, 1778–1835), Gen.sup. v. Warschau;
    Schw Dora ( Georges Baron Wrangell, 1866–1927, Jurist, Historiker, estländ.-ritterschaftl. Genealoge); Vt d. Gvv Otto Nicolai (1810–47), Opernkomp. u. Begründer d. Wiener philharmon. Konzerte;
    - Wien 1911 Judith (1885–1942), T d. Carl Adalbert Reinitz (1850–1911), Dr. med., Gynäkologe, u. d. Juditha Tenner;
    1 T;
    N Wilhelm Baron Wrangell (1894–1976), Präs. d. dt. Kulturselbstverwaltung in Estland u. deren Vertreter im estn. Staatsrat.

  • Leben

    L.s Vater war beruflich in der Schweiz, in Rußland und Polen tätig. Dadurch erhielt L. eine vielseitige, weltoffene, dabei bewußt deutsche Erziehung, studierte nach russ. Gymnasialmatura 1895 in Marburg und Wien (1901 Dr. med.). Als Student Demonstrator der Anatomie unter E. Zuckerkandl, verfaßte er bereits seine ersten wissenschaftlichen Arbeiten. Augenärztlich ausgebildet unter E. Fuchs und I. Schnabel, seit 1903 Assistent des letzteren, führte er nach dessen Tode 1908-10 supplierend die I. Augenklinik und hielt Vorlesungen, war bis 1913 Oberarzt unter F. Dimmer, wurde 1909 Dozent und 1922 ao. Professor. Im 1. Weltkrieg war er als Stabsarzt erst am I. Garnisonspital in Wien, 1916-18 auf dem östl. Kriegsschauplatz tätig und befaßte sich besonders mit der Bekämpfung des Trachoms in der österr. Armee. Nach dem Kriege leitete er die Augenabteilungen von 4 Wiener Spitälern. L. hielt außerdem fast 30 Jahre fremdsprachige Fortbildungskurse für ausländische Ärzte, vornehmlich Amerikaner, bis er 1931 an die Univ. Warschau berufen wurde. Die dortige Augenklinik, von ihm vollständig neu organisiert und ausgestaltet, erwarb im folgenden Jahrzehnt der Warschauer ophthalmologischen Schule einen beachtlichen Ruf. Während der Belagerung im Herbst 1939 versah L. seinen Dienst weiter, wurde zum Dekan bestimmt, konnte aber die folgende Schließung der Universität durch die deutsche Verwaltung nicht verhindern. 1940 zum Vorstand der vakanten Augenklinik nach Krakau berufen und zum Leiter der Trachombekämpfung im gesamten Generalgouvernement ernannt, konnte er diese mit Hilfe der Sulfonamidtherapie erfolgreich fortführen. Anfang 1945 besuchsweise in Wien, verlor er in Krakau sein gesamtes Eigentum. Im 70. Lebensjahr begann er als Gastprofessor der Univ. Wien seine Existenz neu aufzubauen. 1946 verlangte Polen auf Grund unwahrer Angaben (Experimente, Mißhandlungen von Patienten, Beraubung der Klinik) seine Auslieferung, die nach Widerlegung der Anschuldigungen durch berufene Sachverständige 4 Jahre später von Österreich abgelehnt wurde; zudem war er (bis 1950) augenärztlicher Consiliarius der amerikan. Armee in Linz.

    Von Anfang an befaßte sich L. in zahlreichen Schriften mit der Anatomie und Entwicklungsgeschichte des Auges. Von seinen klinischen Arbeiten handeln u. a. mehrere vom Zusammenhang des intraokularen Drucks mit dem allgemeinen Blutdrucke, worauf seine drucksenkende Therapie der tabischen Opticusatrophie beruht (mit seinem Assistenten J. Sobański). Ein eigenes Lichtfilter und etliche Abhandlungen galten der Untersuchung des Fundus in rotfreiem Lichte als diagnostisches Mittel. Jahrelanges Studium widmete L. den Problemen des Gesichtsfeldes. 1929 wurde er mit H. M. Traquair und L. C. Peter vom Internationalen Ophthalmologischen Rat mit der Vereinheitlichung der perimetrischen Termini für Gesichtsfeldaufzeichnungen betraut, wozu er ein eigenes Normalperimeter mit Lichtpunktwerfer konstruierte. Auch eine Lidbulbusprothese wurde nach seinen Angaben (von K. Henning) angefertigt.

  • Werke

    u. a. Die Erkrankungen d. Glaskörpers, 1922;
    Die mikroskop. Anatomie d. Ciliarkörpers, d. Aderhaut u. d. Glaskörpers, 1931;
    Das Auge, 1936 (mit W. Kolmer). -
    Hrsg.: Hdb. d. ärztl. Berufsberatung, 1923 (darin: Die Berufswahl v. augenärztl. Standpunkte).

  • Literatur

    A. Pillat, in: Wiener klin. Wschr. 64, 1952, S. 904 f.;
    J. Böck, in: Ophthalmologica 124, 1952, S. 126 f.;
    Transactions of the American Academy of Ophthalmology and Oto-Laryngology 56, Sept.-Oct., 1952, S. 822-24;
    Fischer.

  • Portraits

    Phot. (Wien-Lainz, Augenabt. d. Jubiläumsspitals; P
    -Slg. d. Nat.bibl. Wien u. im Inst. f. Gesch. d. Med. d. Univ. Wien).

  • Autor/in

    Jutta Lauber
  • Empfohlene Zitierweise

    Lauber, Jutta, "Lauber, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 695 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133808491.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA