Lebensdaten
1783 bis 1825
Sterbeort
Wiesbaden
Beruf/Funktion
Pädagoge
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116001925 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Delaspé, Johannes
  • Laspée, Johannes de
  • laspee, johannes de
  • mehr

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Laspée, Johannes de, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116001925.html [20.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Conrad Delaspé (1754–1833), Maurermeister in J., S d. Weinbauern Johann in J. u. d. Agnes Krayer;
    M Katharina (1748–1818), T d. Ackermanns Heinrich Lietz in Stephanshausen u. d. Anna Maria N. N.;
    Wiesbaden Therese (1787–1870), T d. Handelsmanns Ludwig Elsinger in Kreuznach;
    5 S, 3 T.

  • Leben

    L. erlernte das Maurerhandwerk, bildete sich, davon unbefriedigt, in Mainz im Lehrerseminar weiter, schlug sich als Küstergehilfe in Höchst am Main durch, erteilte privat Elementarunterricht und ging schließlich, von pädagogischem Enthusiasmus ergriffen, zu Pestalozzi nach Yverdon. Er erlernte dort dessen auf die Selbständigkeit des Schülers abzielende und die Kenntnis der Gegenstände aus den Grundelementen Form, Zahl und Sprache entwickelnde Unterrichtsmethode. Mit dem Zeugnis Pestalozzis versehen, „daß er sich die Achtung meines ganzen Hauses sowie die meinige vollkommen erworben hat“, eröffnete er Anfang 1809 eine Elementarschule in Wiesbaden „nach Pestalozzis Methode“. L. besuchte Pestalozzi 1812 und 1814 und blieb bis an sein Ende in engem Kontakt mit ihm und seinen Mitarbeitern. Er erweiterte auf Grund regen Zuspruchs auch von außerhalb 1814 die Schule zu einem Erziehungsinstitut mit Internat. 1819 hatte die Schule 81 Kinder zwischen 4 und 15 Jahren, sowie 7 „Gehilfen“, die L. pädagogisch herangebildet hatte. Der Unterricht wurde in 3 Klassen erteilt, seine Gegenstände waren: Lesen, Schreiben, Rechnen, deutsche, franz. und lat. Sprache, Geometrie, Algebra, Zeichnen, Musik, Geographie, Naturgeschichte, Geschichte, Religion, Gymnastik; auch Griechisch wurde angeboten. Die Prüfung, die alle 2 Jahre öffentlich abgehalten wurde, um für die Methode Pestalozzis zu werben, erstreckte sich auf: Franz. Sprache, Lesen, Schreiben, ABC der Anschauung oder Formenlehre, Zeichnen, Das Buch der Mütter (Pestalozzi), Geographie, Deutsche Sprache, Rechnen, Singen. – 1824 begann er in Johannisberg am Rhein aus eigenen Mitteln ein großes Haus für eine Waisenanstalt zu errichten, starb jedoch vor dessen Fertigstellung. Seine Schule in Wiesbaden wurde von dem ersten Lehrer der Anstalt, Philipp Leyendecker, weitergeführt, danach von seinem Sohn Heinrich, der vergeblich das Waisenhausprojekt zu vollenden versuchte. L. hat keine pädagogischen Schriften hinterlassen. Sein seinerzeit zweifellos bedeutender Ruf gründete auf seinen Unterrichtserfolgen, die ebenso seinem starken pädagogischen Naturell, seiner als ungemein anziehend geschilderten Persönlichkeit sowie der vollendeten Anwendung der Pestalozzischen Methode zu danken waren. Unter den einflußreichen Besuchern seiner Anstalt finden sich der preuß. Schulreformer Süvern, der Altphilologe F. A. Wolf, der Geograph Karl Ritter, Clemens Brentano, der zu L. in nähere Beziehung trat, und auch Goethe, der durch L. zur Lektüre von Pestalozzis „Lienhard und Gertrud“ angeregt wurde, dessen Unterrichtsmethode allerdings kritisch beurteilte.

    L. hatte verstanden, sein Institut zu einer „Musterschule“ für die von Pestalozzi ausgehenden Reformen des Schulwesens, vor allem des niederen, zu machen und damit auch Einfluß auf die Gestaltung des Schulwesens im Herzogtum Nassau zu nehmen. Sein Beitrag zur Verbreitung Pestalozzischer Gedanken in ganz Deutschland war bedeutend.– Hessen-homburg. Oborschulrat (1818), hzgl.-nassau. Hofrat (1821).

  • Literatur

    Ch. Kappus, in: Nassau. Lb. I, 1940, S. 92-103 (L, P);
    W.-H. Struck, Johannisberg im Rheingau, 1977, S. 118 f. u. 243 f. (P). - Eigene Archivstud. in: Hess. Staatsarchiv Wiesbaden, Wiesbadener Stadtarchiv, Hess. Landesbibl. Wiesbaden.

  • Autor/in

    Günther Böhme
  • Empfohlene Zitierweise

    Böhme, Günther, "Laspée, Johannes de" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 658 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116001925.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA